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Karlsruhe 2.000 "Erstis" am Start: HSK beginnt Wintersemester mit Studentenrekord

Diese Woche startete an den Hochschulen in und um Karlsruhe das Wintersemester 2013/14 - für viele "Erstis" beginnt damit die "große Freiheit" nach dem Abitur. An der Hochschule Karlsruhe machen die gut 2.000 Studienanfänger sogar ein Viertel aller Studenten aus - noch nie in der Hochschulgeschichte gab es so viele Neuimmatrikulierte.

Von den 2.057 Neuimmatrikulierten haben sich 55 in höhere Fachsemester eingeschrieben - rund 350 haben das große Los gezogen.

Zwei Fächer stark überbucht

Denn rein rechnerisch hat die Hochschule nur 1.617 Erstsemesterplätze zu vergeben und damit 65 weniger als 2012. Dennoch lassen sich diese nur schwer punktgenau vergeben, wie Rektor Karl-Heinz Meisel beim Pressegespräch am Mittwoch erläutert. "Man kann immer nur schätzen, wie viele Zulassungen ungefähr angenommen werden und wieviele Bewerber wieder abspringen - und so variiert die Zahl der 'Überbuchung' jedes Jahr."

Für das aktuelle Wintersemester habe man in mehreren Schritten zwischen 5.000 und 6.000 Zulassungen verschickt, 350 Studenten mehr als gedacht hätten den Studienplatz am Ende angenommen beziehungsweise behalten. Vor allem zwei Studiengänge seien stark überbucht, einer davon "Kommunikations- und Medienmanagement". Dies werde man durch zusätzliche Lehrbeauftragte ausgleichen. Insgesamt habe man dieses Jahr weniger Plätze zu vergeben gehabt, da die Hochschulen 2012 vom zeitlich begrenzten Ausbauprogramm profitiert hätten. Damit wollte die Landesregierung den doppelten Abiturjahrgang abfedern.

Wirtschaftsingenieurwesen beliebtester Studiengang

Beworben hatten sich insgesamt 11.762 Interessenten - davon nur 178 für ein höheres Fachsemester. "Das ist in der Summe aber die höchste Bewerberzahl, die wir je hatten", berichtet Meisel. Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe sich diese nur um 3,45 Prozent gesteigert, in den Vorjahren war sie jedoch um 30,7 Prozent 2011/12 und weitere 11,9 Prozent 2012/13 nach oben geschnellt. Insgesamt gingen an der Hochschule für jeden Platz im ersten Fachsemester eines Studiengangs durchschnittlich 7,5 Bewerbungen ein. "Selbst bei der Berücksichtigung von Mehrfachbewerbungen könnten wir bei dieser Nachfrage sicherlich die drei- bis vierfache Zahl an Studienplätzen vergeben", betont Karl-Heinz Meisel.

Am beliebtesten seien nach wie vor die Wirtschaftsstudiengänge, so Meisel weiter. Spitzenreiter im Interesse seien die Bachelorstudiengänge "Wirtschaftsingenieurwesen" mit 1.678 Bewerbungen auf 228 Plätze und "International Management" mit 1.652 Interessenten auf 153 Plätze, dicht gefolgt von 1.547 Bewerbern auf 70 Studienplätze.

Neuer Master Elektro- und Informationstechnik

Unter allen Neuimmatrikulierten im 1. Semester stammen 185 aus dem Ausland, 24,8 Prozent aller Studierenden sind Frauen. Ihr Anteil ist gestiegen - wenn auch die klassischen Ingenieurstudiengänge an Frauen verlieren. Stärker nachgefragt wird von ihnen hingegen der Bereich Management.

Die Hochschule bietet zum Wintersemester 2013/14 an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik erstmals einen gleichnamigen Masterstudiengang mit vier unterschiedlichen Vertiefungsrichtungen an. Im Gegenzug werden die Masterstudiengänge "Elektrotechnik" und "Sensorsystemtechnik" eingestellt. Zum aktuellen Wintersemester können Studierende der Bachelorstudiengänge Maschinenbau und Mechatronik im Hauptstudium erstmals die Vertiefungsrichtung "Aeronautical Engineering" wählen. Der Aufbau des Studiums inklusive Pilotenlizenz erfolgt analog zu allen anderen Bachelorstudiengängen, nur anstelle des praktischen Studiensemesters wird die Pilotenlizenz erworben. Hierfür werden zwei Semester an einer Verkehrsfliegerschule absolviert.  

Die steigende Studierendenzahl und der Ausbau der angewandten Forschung machten außerdem eine räumliche Erweiterung der Hochschule notwendig. Rund 2.800 Quadratmeter Bürofläche konnte die Hochschule in der Karlsruher Amalienstraße anmieten. Zum Sommersemester 2013 kamen Räumlichkeiten des ehemaligen Chemisch-Veterinärtechnischen Untersuchungsamts in der Karlsruher Hoffstraße hinzu - damit entstand unweit vom aktuellen Hochschulcampus eine weitere Außenstelle. In Bruchsal ist auf dem gemeinsamen Forschungscampus mit der Firma SEW Eurodrive das "Institut für Energieeffiziente Mobilität" (IEEM) in Betrieb gegangen. Mit dem IEEM setzt die Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik einen Forschungsschwerpunkt innerhalb des Studienganges "Fahrzeugtechnologie".

Bis auf den P-Bau sind damit auf dem Campus alle Gebäude saniert. Für den P- Bau liegt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vor, nach der ein Ersatzbau empfohlen wird. Da auf das Gebäude im Hochschulbetrieb nicht verzichtet werden kann, soll an anderer Stelle auf dem Campus ein Ersatzbau mit einer Hauptnutzfläche von 3.800 Quadratmetern entstehen, womit sich der gesamte Flächenfehlbedarf der Hochschule um 500 Quadratmeter verringern würde. Der Ersatzbau wurde in den aktuellen Haushaltsplan des Landes aufgenommen. Baubeginn ist für 2014 angedacht. Gemeinsam mit dem Steinbeis-Innovationszentrum wären diese Baumaßnahmen im Volumen von rund 40 Millionen Euro die umfangreichsten seit der Entstehung des heutigen Hochschulcampus an der Moltkestraße in den 1960er-Jahren.

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  •   Float
    (100 Beiträge)

    03.10.2013 17:33 Uhr
    Trend von Heute
    Jeder der nicht weiß was man im Leben machen möchte studiert halt mal irgendwas mit Management und Wirtschaft.
    Das wissen auch die Unis und prügeln gnadenlos wieder raus.
    Von den Ersties sieht man in einem Jahr 40% wieder, wenn überhaupt.
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  •   chrisrut
    (423 Beiträge)

    03.10.2013 18:47 Uhr
    genau
    Sie müssen nichtmal rausprügeln weil viele während dem Studium von alleine aufhören.
    Aber die Zuschüsse werden eben bei steigender Bewerberzahl erhöht. Wer tatsächlich zu Ende studiert spielt nur eine untergeordnete Rolle.
    Dazu kommt ein Studienabbrecher bewirbt sich eventuell noch ein zweites mal an der gleichen Hochschule.
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  •   xschillix
    (41 Beiträge)

    03.10.2013 16:50 Uhr
    Damit
    fällt der Besuch der Mensa Moltke dieses Semester wohl wieder flach...
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    03.10.2013 15:23 Uhr
    Irgendwas
    mit Management und einem sechsstelligen Einstiegsgehalt.

    Wenn diese 'Erstis' fertig sind werden sie sich umgucken...
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  • unbekannt
    (283 Beiträge)

    03.10.2013 01:11 Uhr
    noch mehr
    fahrradfahrer mit denen man sich rumärgern muss.
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  • unbekannt
    (4144 Beiträge)

    02.10.2013 21:15 Uhr
    Erstis ??
    Was ist denn das wieder fuer eine bescheuerte Wortschoepfung?
    Da ist genau so daemlich wie Fruehchen.
    Gibt es auch Zweitis oder am Schluss Letztis
    Das eine sind Studienanfaenger und das andere Fruehgeburten oder ist das evtl. nicht mehr political correct?
    Ja okay, da sind natuerlich auch Studienanfaengerinnen dabei und Fruegeburtinnen, aber ansonsten hoert bitte auf mit diesem Unsinn!
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  •   Makamabesi
    (3025 Beiträge)

    03.10.2013 23:21 Uhr
    ---
    Erstis und ErstiInnen bitte! Soviel Zeit muß sein! zwinkern

    Bundi, Bufti, Erstilein
    Keiner will der Dumme sein........
    Knarre, Pfanne, Prüfungsschein
    Jeder trägt sein Päckelein...... grinsen grinsen
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  •   timo
    (3099 Beiträge)

    02.10.2013 20:17 Uhr
    Was ist denn die HSK??
    Ich kenne nur die HsKA. "HSK" benutzt keiner als Abkürzung.
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  •   ElAnduri
    (312 Beiträge)

    03.10.2013 22:15 Uhr
    @ka-news
    Korrigiert das bitte in der Überschrift, die HSK gibt es nicht. "HsKA" ist eine Abkürzung die sich auch auf der Webseite der HS findet.
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  •   chrisrut
    (423 Beiträge)

    02.10.2013 17:32 Uhr
    fehlt was
    Zitat von Artikel ..."International Management" mit 1.652 Interessenten auf 153 Plätze, dicht gefolgt von 1.547 Bewerbern auf 70 Studienplätze...

    Da fehlt der dritte Studiengang. Mit Bewerben pro Platz war das wohl der beliebteste.
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