Der Auftritt wird mit Spannung erwartet: Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) muss heute ab 10.00 Uhr vor dem Untersuchungsausschuss zur Polizei-Affäre aussagen. Dabei geht es in erster Linie um Ermittlungen gegen den höchstrangigen Polizisten im Land, den Inspekteur der Polizei, wegen sexueller Belästigung. Der Mann soll eine Kollegin sexuell bedrängt haben und ist deswegen vom Dienst suspendiert.

Aber auch Strobl steht indirekt wegen der Sache unter Druck - er gab ein Schreiben des Anwalts des Inspekteurs an einen Journalisten weiter und bestritt dies zunächst. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb auch gegen ihn. Der Vorwurf: Er soll den Journalisten dazu angestiftet haben, aus Verfahrensakten zu zitieren.

Die Opposition fordert deswegen Strobls Rücktritt und will ihn im U-Ausschuss in Bedrängnis bringen. Das Gremium soll sexuelle Belästigung bei der Polizei ebenso beleuchten wie die Beförderungspraxis und die Handlungen Strobls. Entscheidend für das weitere politische Schicksal des 62-jährigen CDU-Landeschefs ist aber wohl die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Es ist aber unklar, wann diese kommt.