Nicht nur die aktuellen Baumaßnahmen im Rahmen der Kombilösung sorgen für  neue Herausforderungen im täglichen Straßenverkehr, sondern auch die immer wieder entflammende Debatte über die Verbesserung der Situation für Radfahrer und Fußgänger.

Ein  erneuter Anstoß zur Verbesserung kommt aktuell von der Die Linke-Fraktion. Sie legten dem Gemeinderat einen Antrag  zur Neuordnung  des Verkehrsraums am Karlstor vor. 

Was kritisiert Die Linke?

Aktuell sehen die Antragsteller das Hauptproblem in der sehr beengten Situation und der damit einhergehenden Unfallgefahr. Ausweichmanöver müssen an dieser Stelle oft über den Radweg oder mit nur kaum vorhandenem Abstand erfolgen.

Lukas Bimmerle, Die Linke
Bild: Linke Karlsruhe

Besonders große Gefahr entsteht hier für Verkehrsteilnehmer wie Familien mit Kinderwagen und Menschen im Rollstuhl.

Zwar sei das kein neues Problem, "doch gerade durch die aktuelle Corona-Situation, in der vermehrt auf die Abstände zwischen einander geachtet wird, sticht dieser Platzmangel verstärkt ins Auge", so Lukas Bimmerle gegenüber ka-news.de

Was soll sich ändern? 

Dem Gemeinderat wurden vier Modelle zur Prüfung vorgelegt. Eine der Möglichkeiten: Ein schmalerer Autofahrstreifen. Dies hätte eine Beschränkung des Verkehrs für zu breite Autos zufolge. Zusätzlich würde es es zu einer Versetzung der Abtrennung von Haltestelle und Fahrstreifen kommen.

So soll mehr Fläche für einen breiteren Fuß- und Radweg zu gewonnen werden.

Karlstor Baustelle
So sieht es aktuell am Karlstor aus | Bild: Lisa-Maria Schuster

Des Weiteren wird die Einführung einer Fahrradstraße, die Einführung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereich oder die Vollsperrung des Abschnitts für den Autoverkehr vorgeschlagen. 

Stadt lehnt Antrag ab  

Der Antrag wurde jedoch  abgelehnt. Begründung: Die vorgeschlagenen Modelle seien nicht mit den Funktionen der Karlstraße südlich der Kriegsstraße, wie sie im Verkehrsentwicklungsplan dargestellt sind, vereinbar.

Da  die Karlstraße südlich der Kriegstraße eine Hauptverkehrsstraße für Innenstadt und Südweststadtdarstellt,  würden alle vorgeschlagenen Maßnahmen die Leistungsfähigkeit dieses Knotenpunktes beeinträchtigen. 

Karlstor Baustelle
Großbaustelle Karlstor - Laut Linke für Fahrradfahrer und Fußgänger eine Zumutung | Bild: Lisa-Maria Schuster

Herr Bimmerle zeigte sich von der Ablehnung des Antrags zwar nicht überrascht, hätte sich jedoch "mehr Offenheit und Eigeninitiative" bei der Lösungsfindung gewünscht.

Zudem gab er zu bedenken, dass der Verkehrsfluss durch die aktuelle  Baustellensituation bereits beeinträchtigt ist, die Autos jedoch trotzdem ihren Weg finden, um in und aus der Innenstadt kommen.  Die Ablehnung der Maßnahmen auf Grund seiner Bedeutung als Knotenpunkt verliere damit die argumentative Grundlage. 

Bimmerle gibt nicht auf - noch hat der Antrag eine Chance

Das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit jedoch noch nicht gesprochen - der Antrag wurde an den Planungsausschuss verwiesen.

Lukas Bimmerle sieht der neuen Verhandlung optimistisch entgegen und hofft auf einen besseren Dialog, bei dem auch die Entwicklung der Innenstadt berücksichtigt wird.

Auch die Rücksicht auf Fahrradfahrer und Fußgänger sei ein wichtiges Thema, so seien bereits die Karlsruher Pop-up-Radwege ein Erfolg gewesen.

Ein Fahrradfahrer fährt in der Innenstadt über einen Radweg.
Laut Linke haben sich Pop-Up Fahrradwege in der Vergangenheit bewährt. | Bild: Lennart Stock/dpa

Eine Beruhigung der Innenstadt hält der Stadtrat für wünschenswert. Jedoch müsse man sich auch die Entwicklung der Verkehrsräume genau ansehen um zu verhindern, dass das Problem sich lediglich in andere Stadtteile verlagert. 

Video: Lisa-Maria Schuster

"Auch wenn es in unserem Antrag zunächst um die Situation am Karlstor geht, sollte das Ziel ein Gesamtkonzept sein". so Bimmerle, "ich gehe davon aus, der Antrag geht nach der Debatte im Planungsausschuss noch einmal zum Gemeinderat."

 
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