Karlsruhe Unfall am Albtalbahnhof

Chaos am Albtalbahnhof
(Foto: Stephanie Glaser)
Im Gespräch mit Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), sowie Jürgen Schöfer, Pressesprecher der Karlsruher Polizei, konnte ka-news mehr über den Straßenbahnzusammenstoß, der sich am gestrigen Donnerstagabend in der Nähe des Albtalbahnhofs zugetragen hat (ka-news berichtete), in Erfahrung bringen.

Man stehe derzeit in intensivem Kontakt mit den beiden Straßenbahnfahrern, die bei dem Unfall verletzt wurden. Glücklicherweise haben sich die Verletzungen des Zugführers, der in der Fahrerkabine eingeklemmt wurde und von der Feuerwehr befreit werden musste, als weniger schlimm wie ursprünglich angenommen herausgestellt. Der Fahrer der anderen Straßenbahn hat eine Halswirbelverletzung und Schnittwunden im Gesicht davongetragen. Die beiden Männer werden jetzt psychologisch betreut.

Einer der Fahrer war in der Fahrerkabine eingeschlossen und musste von der Feuerwehr befreit werden (Foto: Stephanie Glaser)

Natürlich spielen mögliche Unfälle auch in der Ausbildung des Fahrpersonals eine Rolle, allerdings sei ein tatsächlicher Zusammenstoß mit Verletzten eine schlimme Erfahrung, die auch entsprechend verarbeitet werden muss, erklärt Casazza. Die VBK seien auch dabei Kontakt mit den vier schwer verletzten Fahrgästen, die in verschiedene Karlsruher Krankenhäuser eingewiesen werden mussten, aufzunehmen. Die zehn Leichtverletzten haben hauptsächlich Prellungen, Schnittwunden und Verstauchungen davongetragen. Damit spricht man mittlerweile offiziell von 17 Verletzten. Allen Verletzten sichert Casazza "maximale Unterstützung" zu.

Ermittlungen werden noch einige Tage dauern

Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der VBK, versichert, dass die Ermittlungen auf Hochtouren laufen (Foto: pr)
Die ganze Nacht musste Schienenersatzverkehr für die Albtalbahnen, sowie die Linien S4, S41 und S5 eingesetzt werden. Die Räumung der Unfallstelle hat bis 3.20 Uhr gedauert. Noch heute Morgen blockierte eines der Unfallfahrzeuge ein Gleis auf dem Hauptbahnhof, wo es auf den Abtransport, der im Laufe des Vormittags abgeschlossen sein soll, vorbereitet wurde.

Der Unfall sei nach bisherigen Erfahrungen ein "absoluter Ausnahmefall". Die Ermittlung der Unfallursache laufe auf Hochtouren. Nach wie vor geht man von einem technischen Fehler bei der Weichenstellung aus. Der Fehler sei auf jeden Fall regional auf die spezielle Weiche beschränkt. Auch für Polizeisprecher Jürgen Schöfer, gibt es derzeit keinen Hinweis auf menschliches Versagen oder destruktive Fremdeinwirkung. Die genaue Ermittlung der Unfallursache wird wahrscheinlich noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Der Schaden wird derzeit auf rund 600.000 Euro geschätzt.

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Straßenbahnunfälle in Karlsruhe: Unfälle, Umleitungen, Verspätungen - aktuelle Nachrichten zur Verkehrslage im AVG-, VBK- und KVV-Netz in Karlsruhe.
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