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Karlsruhe Straßenbahnunfälle vermeiden: OB Mentrup greift Ideen der ka-news-Leser auf

Wie kann man Straßenbahnunfälle vermindern? Diese Frage stellten sich kürzlich auch die Grünen-Stadträte in einer Anfrage im Gemeinderat. Dem Karlsruher Tobias Ruck kam nach einem ka-news-Artikel zum Thema die Idee per Online-Sammlung nach Wegen zu suchen, um Unfälle mit Straßenbahnen künftig besser zu vermeiden. Viele ka-news-Leser haben sich daran beteiligt, Vorschläge gemacht und über mögliche Lösungen diskutiert. Oberbürgermeister Frank Mentrup will jetzt ein paar dieser Ideen in die Realität umsetzen.

Den Ausschlag für die Ideensammlung von Tobias Ruck gab ein Artikel auf ka-news über die Anfrage der Grünen nach einer Zehn-Jahres-Statistik zu den Straßenbahnunfällen in Karlsruhe.

Unter der Überschrift "Wie kann man Zusammenstöße von Fußgängern und Straßenbahnen verhindern?" konnte hier jeder nicht nur Ideen beisteuern, sondern auch Pro- und Contra-Argumente zu den einzelnen Vorschlägen eintragen und sich per Online-Voting für einen bestimmten Vorschlag aussprechen. Viele ka-news-Leser haben sich daran beteiligt. Eine Auswahl der besten Vorschläge übergab Ruck schließlich an Stadträte und Verkehrsbetriebe.

OB Mentrup: Rotlicht soll kürzer brennen

Die Grünen haben auf die "starken Reaktionen" aus der Netzgemeinde reagiert und daraus die ihrer Ansicht nach "besten Vorschläge herausgesucht" und an Oberbürgermeister Frank Mentrup weitergeleitet. Einer der wichtigsten Vorschläge aus der Online-Ideensammlung war aus Sicht der Grünen, die Ampeln so umzurüsten, dass das Bedarfs-Rotlicht für Schienen-querenden Verkehr bereits ausgehe, während die Straßenbahn noch die Stelle passiere.

"Dadurch kann man gefahrlos sofort hinter der Bahn die Gleise überqueren, falls die Ampel aus ist. Wenn dagegen das Licht anschließend noch leuchtet, ist höchste Vorsicht geboten, weil wahrscheinlich eine Bahn aus der Gegenrichtung kommt!", so Johannes Honné, verkehrspolitischer Sprecher der Gemeinderats-Fraktion, in einer Pressemitteilung. Aktuell leuchte das Rotlicht auch nach der Querung der Bahn noch einige Sekunden. Das führe bei vielen Menschen zum gedanklichen Kurzschluss "Bahn vorbei, Gefahr vorbei." Würden die Signale umprogrammiert, wäre klar, dass immer, wenn das Rotlicht leuchte noch eine weitere Bahn komme, argumentierten die Grünen in einem Schreiben an OB Mentrup.

Dieser antwortete am 17. Juni: "Der Vorschlag wird aufgegriffen und im Rahmen der rechtlichen Vorgaben und technischen Möglichkeiten bei allen anstehenden Umprogrammierungen von Signalanlagen umgesetzt." Ob dies dazu führe, dass die Zahl der Unfälle mit Fußgängern "stark" reduziert werden könne, sei aber eher verhalten zu bewerten, da "nur rund ein Drittel der Unfälle mit Fußgängern in Verbindung mit einer Signalanlage stehen und auch hier sehr unterschiedliche Unfallverläufe vorliegen, von denen wiederum nur ein eher kleiner Teil in Verbindung mit der Gegenzugproblematik steht."

Zusätzliche LEDs sollen im Boden blinken

Dass Bahnen bevor sie anfahren ein kurzes Klingelzeichen abgeben sollen, sieht Mentrup aber skeptisch. Einerseits seien bei "dichter Fahrzeugfolge, wie insbesondere im Bereich der Fußgängerzone", die Wahrnehmung und eindeutige Zuordnung des Klingelzeichens "fraglich". In Wohngebieten würden diese zudem wohl als "störend eingeschätzt".

Den Vorschlag auf Überwegen über die Bahngleise zum Rotlicht zusätzliche LEDs im Boden aufleuchten zu lassen, sieht Mentrup indes positiv. Sogenannte "Lane Lights" seien bereits an der Haltestelle ZKM getestet worden, bemerkt er. "Begleitende Untersuchungen haben die Wirkung der 'Lane Lights' bestätigt", so Mentrup. "Da sich die dahinterstehende Technik jedoch als störanfällig erwies und vom Hersteller abgekündigt wurde, ist die VBK auf der Suche nach neuen Technologien, mit denen der Einsatz von 'Lane Lights' beziehungsweise einer Nachfolgetechnik ausgeweitet werden soll."

Keinen Erfolg hatte der Vorschlag, die Frontseite der Bahnen so zu verkleiden, dass angefahrene Personen nicht unter die Bahn geraten können. Dazu hieß es in der Antwort, die Niederflur-Fahrzeuge hätten bereits einklappbare Fahrzeugkupplungen, so dass hier die Gefahr verringert sei, und die älteren Hochflurfahrzeuge könnten nicht umgerüstet werden.

Auch der pensionierter Verkehrssicherheitsingenieur Franz Schilberg aus Bergisch Gladbach plädierte erst jüngst im Gespräch mit ka-news für ein Umdenken. Denn aus der Sicht des Verkehrsexperten reiche ein einfaches Rotlicht an Bahnübergängen nicht aus. "Ein optisches technisches Signal muss deutlich machen, dass zwei Bahnen kommen. Das Signal muss dem Fußgänger eindeutig klarmachen: hier kommt aus jeder Richtung eine Bahn - schau links und rechts!", sagt er kürzlich gegenüber ka-news. Zwingend erforderlich sei zudem, das Rotlicht so knapp wie möglich zu halten. "Wird ein Rotlicht angezeigt, obwohl keine Bahn in Sicht ist oder die Bahn schon längst vorbei gefahren ist, nehmen Fußgänger das Signal nicht mehr ernst. Es verliert seine Wirkung", so Schilberg im ka-news-Gespräch.

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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    28.06.2013 16:46 Uhr
    Hast recht.
    Ich korrigiere: " ... die Idioten, also ihre potentiellen Kunden ... "
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  •   andip
    (9900 Beiträge)

    28.06.2013 12:05 Uhr
    Wer..
    glaubt "Bahn vorbei,Gefahr vorbei",den möchte ich nicht beim Überqueren einer Strasse erleben .
    Bei der muss man immer auf beiden Seiten mit Verkehr rechnen,deswegen soll man bei einer Strasse immer nach links UND rechts schauen,bevor man läuft.
    Warum vergessen das die Leute,wenn sie Schienen überqueren wollen?
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  •   Smallwood
    (1499 Beiträge)

    28.06.2013 11:48 Uhr
    Blinkschrift "Gegenbahn" reicht aus
    man könnte doch die Ampelanlage einfach mit einer Blinkschrift "Gegenbahn" zusätzlich bestücken. Somit wäre klar, dass auch noch eine Bahn aus der anderen Richtung kommt. Technisch sollte das kein Problem sein, dass immer nur auf der Seite der kommenden Bahn auch diese Blinkschrift an der Ampel aufleuchtet.
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  •   Smallwood
    (1499 Beiträge)

    28.06.2013 11:54 Uhr
    Zeitanzeige bis rot erlischt
    Könnte den ein oder anderen hastig über die Gleise rennenden auch davon abhalten, wenn er weiß, in zwei Sekunden ist ohnehin grün. Sieht man in Kopenhagen sehr oft an Fußgängerampeln. Aber generell oft in Skandinavien.
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  •   janh
    (438 Beiträge)

    28.06.2013 18:12 Uhr
    ...
    Halte ich für weniger sinnvoll. Bevor die Bahn sich von der LSA abmeldet, kann man gar nicht sagen, wie lange die Rotphase dauert, und im Nachlauf stelle ich mir das auch eher witzlos vor: Was soll denn der Vorteil sein, wenn die Bahn klar und deutlich die Fußgängerfurt passiert hat, und man anschließend der Ampel dabei zuschauen darf, wie sie noch 4 .. 3 .. 2 .. 1 .. 0 runterzählt, bevor sie tatsächlich ausgeht. Da ist es doch sinnvoller, ggf. die Abmeldekontakte so zu verlegen/nachzurüsten und die LSA umzuprogrammieren, dass die rote Ampel noch möglichst vor dem Ende der Straßenbahn erlischt.
    An der Kreuzung Fritz-Erler-Straße/Markgrafenstraße scheint das zum Beispiel seit Beginn der Umleitungen ganz ordentlich zu funktionieren.
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  •   Smallwood
    (1499 Beiträge)

    28.06.2013 19:02 Uhr
    zugegeben, die zeitanzeige ist nicht ganz perfekt.
    aber wäre an normalen fußgängerampeln echt super.
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  •   janh
    (438 Beiträge)

    28.06.2013 19:45 Uhr
    Da gilt
    aber das selbe. Bei verkehrsabhängigen LSAs - und das dürften hier in der Gegend die allermeisten sein - steht der genaue Schaltablauf eben nicht von vornherein fest. Wenn für den Kfz-Verkehr eine Grüne Welle existiert, kann man noch am ehesten Vorhersagen machen - aber auch das nicht immer - aber ansonsten kann man im Extremfall erst dann eine Aussage treffen, wenn die Ampel in die nächste Phase umschaltet, und dann umfasst der Countdown auch nur noch die letzten paar Sekunden.
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  • unbekannt
    (156 Beiträge)

    28.06.2013 16:25 Uhr
    Eine Umleitung der Straba über die Karlstrasse wäre besser
    und ein tramfreies Stück zwischen Euro und Marktplatz.

    Das kann sofort umgesetzt werden.

    Und es spart den Tunnelwahnsinn und erhöht sofort die Freude an der Fussgängerzone, die zwischenzeitlich ja nur ein Straßenbahndepot ist.
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  •   80er
    (5692 Beiträge)

    28.06.2013 09:24 Uhr
    Mal ne Frage:
    diese Lane Lights, deren Technik wohl störanfällig ist und deswegen vom Hersteller abgekündigt wurde: kann die VBK/AVG solche Sachen nicht selbstentwickeln bzw. dem KIT einen entsprechenden "Forschungsauftrag" erteilen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass solch eine Entwicklung auf unlösbare Problme stoßen würde...
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  •   Ingo1958
    (294 Beiträge)

    28.06.2013 09:14 Uhr
    Gute Idee des OB...
    aber als Kenner der Regeln/Vorschriften für die Strassenbahnen hatte ich mehrmals den KVV angeschrieben und auf Fehler der Strassenbahnfahrer hingewiesen,..,..keine Reaktion, keine Antwort.
    Scheinbar interessiert es niemand dort. Hoffe der OB hat mehr Erfolg
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