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Karlsruhe Straßenbahnunfälle: Karlsruher SPD will 4-Punkte-Plan für mehr Sicherheit

Straßenbahnunfälle in Karlsruhe passieren immer wieder. Gerade in letzter Zeit kam es zu Unfällen mit schrecklichen Folgen. Mittlerweile diskutiert auch die Karlsruher Lokalpolitik darüber, wie solche Unfälle künftig verhindert werden könnten. Die SPD-Gemeinderatsfraktion bringt jetzt einen 4-Punkte-Plan in den Gemeinderat ein. Ihr Ziel: sicherere Straßenbahnen.

"Wir dürfen nichts unversucht lassen, um den Verlust von Menschenleben durch Unfälle mit Straßenbahnen zu verhindern", so SPD-Fraktionschefin Doris Baitinger in einer Pressemitteilung. "Die tragischen Todesfälle der letzten Zeit haben uns schwer getroffen."

Im Zentrum des SPD-Plans für mehr Sicherheit stehen laut Pressemitteilung die vier Punkte Prävention, verbesserte Technik, stärkere Kontrollen und die Beauftragung eines unabhängigen Sachverständigen. So schlägt die SPD den Start einer Präventionskampagne der städtischen Verkehrsbetriebe vor und verweist auf eine erfolgreiche Kampagne der Stuttgarter Straßenbahnbetriebe: "In Stuttgart wurden Fußgänger erfolgreich mit Großflächenplakaten, Videoclips und direkter Ansprache vor Ort für die sichere Überquerung von Straßenbahngleisen sensibilisiert", sagt SPD-Stadtrat Hans Pfalzgraf.

"Mit einer solchen Kampagne könnten vor allem junge Menschen angesprochen werden, denn gerade diese Zielgruppe muss auf die Gefahren von Straßenbahnquerungen aufmerksam gemacht werden", erklärt die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Yvette Melchien.

"Häufig werden leider Warnsignale ignoriert"

Neben Präventionsarbeit will die SPD auch eine bessere technische Ausrüstung der Straßenbahnquerungen in Karlsruhe. "Wir wollen eine systematische Überprüfung aller Straßenbahnübergänge in Karlsruhe und Handlungsempfehlungen für jeden einzelnen Übergang", sagt SPD-Stadträtin Ute Müllerschön. Als mögliche Verbesserungen nennt die SPD die Installation von Quergittern und zusätzlichen Warnsignalen. Bei der Überprüfung will die SPD eigenen ANgaben zufolge auch auf das Wissen der Fahrerinnen und Fahrer zurückgreifen: "Die Straßenbahnfahrer leisten in einem schwierigen Umfeld Tag für Tag gute Arbeit. Ihre Erfahrungen sollten bei der Behebung von Gefahrenquellen an Überquerungen einbezogen werden", findet Hans Pfalzgraf.

Außerdem regen die Sozialdemokraten auch verstärkte Kontrollen an Fußgängerquerungen an. "Häufig werden leider Warnsignale ignoriert. Diesem leichtfertigen Umgang mit Regeln muss auch mit stärkeren Kontrollen begegnet werden. Das Missachten von Lichtsignalen an Straßenbahnquerungen ist kein Kavaliersdelikt ", warnt SPD-Stadtrat Heinrich Maul. Zur Umsetzung der Ziele bringt die SPD zudem die Hinzuziehung eines externen Sachverständigen ins Spiel.

SPD-Plan will "ausgewogene Mischung"

"Unsere Vorschläge sind eine ausgewogene Mischung aus Prävention, Kontrolle und besserer Infrastruktur. Wir werden auch in Zukunft nicht jeden Unfall verhindern können. Aber wir wollen alles tun, um das Risiko zu senken", so Fraktions-Chefin Baitinger.

Kürzlich wurde auf Anfrage der Grünen-Gemeinderatsfraktion eine Zehn-Jahres-Statistik über die Anzahl der Straßenbahnunfälle in Karlsruhe veröffentlicht. Demnach haben die Unfälle mit Straßenbahnbeteiligung im letzten Jahr zugenommen.In Karlsruhe passiert nach ka-news-Recherchen auch mehr als beispielsweise in Mannheim und Stuttgart. Wie die Sicherheit in Karlsruhe verbessert werden könnte, war zudem auch in mehreren Artikeln bei ka-news Thema. So startete beispielsweise ein Karlsruher Bürger kürzlich eine Online-Ideensammlungzur Verbesserung der Sicherheit im Straßenbahnverkehr.

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  •   heaven
    (838 Beiträge)

    05.06.2013 21:10 Uhr
    KVV, VBK und AVG
    kriegen's nicht in den Griff
    ...aber die SPD macht das schon
    Na Prima!
    "Ironie aus" zwinkern
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  •   dipfele
    (5618 Beiträge)

    05.06.2013 19:26 Uhr
    SPD
    sei Dank. Denn mit deren Hilfe wird ja der grösste Unfallschwerpunkt
    Kaiserstrasse mit Millarden Aufwand beseitigt.
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    05.06.2013 13:28 Uhr
    Lag der SPD
    denn eine Analyse wenigstens einiger der Unfälle vor, die sich in den vergangenen Jahren ereignet haben? Wenn man da spekuliert, gehen Maßnahmen ganz leicht am Ziel vorbei, bleiben also wirkungslos.

    An die Öffentlichkeit ist ja nichts gelangt, weil man öffentlich natürlich weder dem Unfallopfer noch dem Fahrer noch jemandem beim Betreiber oder Hersteller der Infrastruktur eine Schuld zuweisen will.

    Aber ohne irgendetwas zu wissen, wird man mit Maßnahmen nicht weit kommen. Es wäre schon interessant, ob wirklich Stöpsel im Ohr oder aber technisches Versagen (was indirekt immer auch menschliches Versagen ist) eine Rolle gespielt haben und wie oft das jeweils der Fall ist.
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  • unbekannt
    (25 Beiträge)

    05.06.2013 17:30 Uhr
    Genau die Frage...
    ... (ob der SPD eine Analyse vorlag) habe ich mir auch gestellt.

    Ich würde es zu gerne verstehen, warum das mit den Straßen-/Stadtbahnen in KA ein so großes Problem Ist. Die S41, die um 16:12 ab Bahnhofsvorplatz nach Freudenstadt hätte fahren sollen, ist auch wegen Verkehrsunfall ausgefallen!
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  •   tok
    (7205 Beiträge)

    05.06.2013 20:42 Uhr
    reine Spekulation
    Ich weiß es nicht, aber ich vermute schon auch, dass das Problem weder bei den Fahrern der Straßenbahnen liegt - obwohl ich selbst schon Fahrverhalten gesehen habe, das nahelegt, dass der betreffende Fahrer die StVO nicht kennt, noch bei der Technik der AVG. Ich glaube auch nicht, dass die Verkehrsführung der dominierende Faktor ist.

    Man sagt aber bisweilen, dass man sich in Karlsruhe - trotz badischer Liberalität etc. - mehr an der Obrigkeit orientiert als in Mannheim. Kulturelle Einrichtungen in KA sind staatlich initiiert und organisiert: Staatstheater, Staatsorchester, Landesmuseum, in Mannheim geht vieles auf private Initiatoren und Spender zurück wie z.B. die Reiss-Engelhorn-Museen.

    Kann also durchaus sein, dass in KA der Gedanke "die da oben müssen und werden schon alles absolut narrensicher gemacht haben" latent und vor allem stärker als in Mannheim existiertund man einmal weniger links und rechts kuckt.
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  •   Hoellenreiter
    (517 Beiträge)

    05.06.2013 15:23 Uhr
    Naja
    -Rotlichtmißachtung ist kein techn. Versagen
    -Über Schienen zu radeln ohne sich um den Schienenverkehr zu kümmern auch nicht
    -Verbotswidriges Abbiegen (in Rüppur immer wieder gern gemacht) hat auch nichts mit techn. Versagen zu tun
    Also ich weiß nicht, einfach mal "Auge uff im Strosseverkehr !!!!!" reicht eigentlich
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  •   alpinium
    (5597 Beiträge)

    05.06.2013 12:15 Uhr
    Ob die vier Punkte was bringen?
    Erst gestern habe ich wieder zwei Fussgänger am Entenfang bei Rot über die Gleise springen sehen. Die mussten richtig springen, denn die Bahn hätte sie bei normalen Gang platt gemacht.

    Da gibt's nur eines, an jeden Übergang eine Kamera mit Gesichtserkennungssoftware, dann Abgleich mit den biometrischen Bildern im Personalausweis und zu guter Letzt die Zustellung des Knöllchens. Rot-Verstoss = 125 Euro, dann bleiben die stehen.
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  •   andip
    (9915 Beiträge)

    05.06.2013 12:04 Uhr
    Ab
    einem bestimmten Alter sollte man die Regeln kennen,wenn man Gleise und auch Strassen überquert. Mit Plakaten und Videos erreicht man dann auch nicht mehr.
    Zusätzliche Warnsignale nutzen auch nicht viel,wenn die jetzigen schon nicht beachtet werden.
    Flächendeckend Gitter anbringen kann man auch nicht.
    Mehr Kontrollen,man kann nun mal nicht ständig an jede Kreuzung oder Haltestelle jemanden hinstellen.
    Andere Möglichkeit,man erfüllt Obenlangs Wunsch und schafft alle Strabas ab. zwinkern
    Aber dann wird sich sicherlich darüber beschwert,wenn jemand vor einen Bus läuft.
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  •   alpinium
    (5597 Beiträge)

    05.06.2013 12:18 Uhr
    Vor den Bus laufen
    kommt eher seltener vor, vor den selben fahren oder ihn überholen obwohl an vielen Bushaltestellen der nachfolgende Verkehr hinter dem Bus zu warten hätte und dabei Aussteigende gefährdet kommt viel häufiger vor.
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  •   zozimura
    (1980 Beiträge)

    05.06.2013 11:00 Uhr
    4 Punkte Plan:
    1. Automatische Abschaltung von Navie's im Baustellen- und Umleitungsbereich mit einer hysterischen Stimme die immer laut: AUF DIE SCHILDER ACHTEN! brüllt.
    2. Verbot von Kopfhörer bzw. dauernder Musikberieselung.
    3. Verbot der Benutzung von diversen Eiern wie I-Pfohn, EiPäd etc. beim laufen.
    4. Automatische Bremsen in Hackenporsches und Turborollatoren, sobald sich eine StaBa nähert. Verhindert das hoppelnde Queren der Gleise.
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