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Karlsruhe Straßenbahnen in Karlsruhe: Sinkt das Unfallrisiko mit der U-Strab?

Im November 2014 sorgte ein besonders schwerer Zusammenstoß zweier Bahnen in der Karlstraße, bei dem zwölf Menschen verletzt wurden, für Aufregung. Ohnehin ist die Zahl der S-Bahn-Unfälle in Karlsruhe hoch: Allein 2013 kam es zu 128 Straßenbahnunfällen - im Jahr zuvor waren es gar 144. Hängt die hohe Unfallzahl mit den Baustellen der Kombilösung zusammen? Und: Sinkt die Gefahr mit der U-Strab?

Erst am Mittwoch ließ ein S-Bahn-Unfall am ZKM den Verkehr stocken.Bahn kontra Auto - das passierte nicht zum ersten Mal.

"Die Unfälle haben überhaupt nichts mit den Baustellen der Kombilösung zu tun", erklärt Eberhard Hohnecker im Gespräch mit ka-news. Er ist Universitätsprofessor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) für Eisenbahnwesen, lehrt dort öffentliches Verkehrswesen und kennt den Nahverkehr in der Fächerstadt genau. Die hohe Zahl der Unfälle in Karlsruhe habe andere Gründe.

Bahnen sind selten allein schuld

So gebe es in der Fächerstadt im Vergleich zu anderen Großstädten, wie Mannheim oder Stuttgart, sehr viele sogenannter "straßenbündiger Bahnkörper", erläutert Hohnecker. Als solche werden Schienen bezeichnet, die ohne besondere Abgrenzung oder Höhenunterschied in die Straße oder gar in eine Fußgängerzone eingelassen sind. Beispielhaft nennt der Experte Teile der Kaiserstraße.

Diese Konstellation bedeutet an vielen Orten in Karlsruhe eine gemeinsame Nutzung der Straße von Fußgängern, Radfahrern, Autos und Straßenbahnen. Ein Umstand, der das Unfallrisiko steigert. Hohnecker macht deutlich: "Meist sind andere Verkehrsteilnehmer, beispielsweise Fußgänger oder Autofahrer, mitverantwortlich für die Unfälle. Nur sehr selten sind ausschließlich Bahnen beteiligt."

Hinzu kommt, führt der Experte aus, dass in Karlsruhe überdurchschnittlich viele Bahnen "auf Sicht" fahren. Das heißt, dass die Abstände zwischen den einzelnen Fahrzeugen unterschiedlich sind - die alleinige Verantwortung liegt ähnlich wie im Straßenverkehr beim Fahrer.

"Fahren im Raumabstand verringert Unfallrisiko"

Sicherer wäre dagegen das sogenannte Fahren im Raumabstand. Bei dieser Variante regeln Signale exakt, welcher Zug sich wann in einem gewissen Streckenabschnitt aufhält. Da dieses "Fahren im Raumabstand" in Karlsruhe derzeit aber eher selten ist, mahnt der Experte die anderen Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht: "Es gilt immer zu bedenken, dass eine Bahn nicht bremsen kann wie ein Auto", macht Hohnecker klar. Stattdessen sind die Bremswege lang und die Gefahr für die Fahrgäste im Falle einer Notbremsung groß.

Nach Fertigstellung der Kombilösung ist die gemeinsame Nutzung der Straße in der Innenstadt durch alle Verkehrsteilnehmer Geschichte - doch wird der Bahnverkehr dadurch sicherer? Hohnecker hat daran keinen Zweifel: "Im unterirdischen Bereich müssen sich die Bahnen die Strecke natürlich nicht mit Autos, Fußgängern oder Radfahrern teilen." Hinzu komme, dass die Bahnen unter der Erde niemals "auf Sicht", sondern ausschließlich im Raumabstand fahren könnten: "Das macht das Unfallrisiko insgesamt spürbar kleiner", resümiert Hohnecker.

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Kommentare (23)
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  • unbekannt
    (209 Beiträge)

    23.01.2015 01:06 Uhr
    S-Bahn
    Im übrigen bin ich der Meinung, dass sich die Anzahl der S-Bahn-Unfälle in Karlsruhe exakt oder ganz in der Nähe der 0 pro Jahr bewegt.
    Und am ZKM war kein S-Bahn-Unfall.
    ka-news lernt es nie...
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  • unbekannt
    (2 Beiträge)

    22.01.2015 19:30 Uhr
    Straßenbahn Unfall
    Ich glaube wenn die U-Strab fertig ist das es an denn Tiefbahnsteigen immer welche gibt wo über die Gleisen Gehen Um Auf DIE Andere Seite kommen und das wir gefährlich sein.
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  •   kommentar4711
    (2242 Beiträge)

    23.01.2015 10:43 Uhr
    Antwort auf Straßenbahn Unfall
    Das lässt sich durch geignete bautechnische Maßnahmen zwischen den Gleisen unterbinden. Wobei die Frage ist, ob man das machen will (z. B. wegen eines Evakuierungsplanes bei dem der Weg frei sein muss).
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  •   Dr_Saidias
    (748 Beiträge)

    22.01.2015 18:59 Uhr
    Am Unfallrisiko wird sich gar nichts ändern.
    Ein paar Risikofaktoren fallen weg und ein paar neue kommen dazu.
    Insgesamt bleibt alles beim Alten.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3147 Beiträge)

    22.01.2015 18:26 Uhr
    Na klar
    Wo ke3in Gegn er, da kein Unfall
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  • unbekannt
    (5411 Beiträge)

    22.01.2015 19:01 Uhr
    solange
    keine Fussgänger incl. den Spezies, die crazy Islamisten, Radfahrer und Autos ´reinfahren, senkt sich das Risiko um 99,9%, was will man mehr, ausser dem vielen Anderen !
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  •   Laetschebachschorsch
    (3147 Beiträge)

    22.01.2015 18:27 Uhr
    ups - so nicht
    Wo kein Gegner, da kein Unfall
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  •   Wuehlmaus
    (3488 Beiträge)

    22.01.2015 18:17 Uhr
    Bezweifle ich.
    Es wird mit Sicherheit etliche Zeitgenossen geben, die das Navi in den Untergrund führt. Und die dann auch noch entzückt das Licht am Ende des Tunnels begrüßen werden zwinkern
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  •   patrickkk
    (1230 Beiträge)

    22.01.2015 15:55 Uhr
    Ach
    Ich finde 130, 140 Unfälle im Jahr gar nicht so schrecklich viele,
    wenn man bedenkt wieviele Bahnen in Karlsruhe täglich unterwegs sind.

    Außerdem geht es ja meist ziemlich glimpflich aus, abgesehen von den Vorfällen wo eine Person von der Bahn erfasst wird. Und diese dürften durch die Unterfahrung der Kaiserstraße sicherlich deutlich sinken.
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  •   ObenLang
    (2745 Beiträge)

    22.01.2015 15:32 Uhr
    Das Unfallrisiko ist mit dem Kombiproblem höher als mit jeder guten Lösung
    Ganz einfach, denn
    - die paar Meter die unter der Erde laufen sind (rechnet das mal jemand aus) nur ein paar Promille des Streckennetzes
    - die Bahnen die ein paar Meter unter der Erde sind,aber erst garnicht (bei echten "Lösungen") durch die Innenstadt brettern müssten haben immernoch jede Menge Strecke oberirdisch in der Stadt
    - bei praktisch alle Kreuzungen bleiben Bahnen weiterhin Ärgernis für alle andere Verkehrsteilnehmer

    - die paar Meter unter der Erde erkauft man sich nicht nur finanziell teuer, sondern schafft erhebliche zusätzliche Risken. Von Überfällen in unterirdischen Haltestellen bis hin zu den bekannt schmalen Rettungswegen

    Falls da jemand mehr "Sicherheit" konstruieren will, wird es einfach sein wesentlich mehr neue und nicht beseitigte Risken gegen zu halten.

    Für mich steht im Kombiproblem eine "Lösung" nur im Werbenamen
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