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Karlsruhe Schäden in Millionenhöhe: Über 100 Unfälle jährlich mit Bahnen in Karlsruhe

Wenn auf den Karlsruher Gleisen ein Unfall passiert, ist das nicht nur für die Pendler ärgerlich, die für ihre Reise mehr Zeit brauchen. In der Leitstelle versucht man, die Bahnen durch Umleitungen möglichst gut am Laufen zu halten. Sobald diese Aufgabe bewältigt ist, fängt andernorts die Arbeit erst an. Um die Fahrzeuge wieder fit für den Betrieb zu machen, gibt es in Karlsruhe eine eigene Bahn-Werkstatt.

Im Schnitt etwa alle drei Tage kommt es in Karlsruhe zu einem Unfall, bei dem eine Straßenbahn beteiligt ist. Ein höherer Wert als beispielsweise in Stuttgart oder Mannheim, allerdings fahren dort die Bahnen auch deutlich weniger Kilometer auf der Straße.

Bei 112 Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr, heißt es auch, dass an mindestens ebenso vielen Fahrzeugen ein Schaden entstanden ist. Nicht mitgezählt sind hier andere Defekte, die im Betrieb mit den Straßenbahnen entstehen können. Über einen Mangel an Arbeit können sich die Werkstatt-Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe also nicht beschweren.

Unfallfahrzeuge schnell wieder einsatzbereit machen

Nach einem Unfall wird die betroffene Bahn ausgewechselt, beschreibt Nicolas Lutterbach, Sprecher des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV). Anschließend macht sie sich auf den Weg in die hauseigene Werkstatt im Betriebshof West, wo sie bleibt, bis sie wieder einsatzbereit ist. "Bei großen Schäden werden auch externe Firmen zur Schadensbehebung mit einbezogen", erklärt Lutterbach.

Wie lange eine Bahn ausfällt, sei abhängig von der Schadensschwere. "Bei einem Unfall mit einem Pkw dauert es in der Regel ein bis zwei Tage, bis der Wagen repariert und wieder einsatzbereit ist", gibt Lutterbach an. In einigen Fällen bleibt das Fahrzeug sogar nur für wenige Stunden im Betriebshof.

Schäden können im sechsstelligen Bereich liegen

Bei größeren Schäden, beispielsweise bei einer Kollision mit einem Lkw oder mit einer anderen Bahn. Hier seien die Reparaturzeiten entsprechend länger: "Dann kann eine komplexe Reparatur auch schon mal mehrere Monate in Anspruch nehmen", so der Sprecher weiter. Entsprechend zum entstanden Schaden, ist auch die Höhe der Reparaturkosten. Die können schon mal im sechsstelligen Bereich liegen.

Um keine Zeit zu verlieren, habe die Werkstatt nahezu alle Ersatzteile immer auf Lager. So werden unter anderem die kleineren Schäden an Blech oder der Kupplung behoben. In den seltenen Fällen von größeren Schäden werden Arbeiten beispielsweise von den Fahrzeugherstellern selbst durchgeführt. Die Zeit spielt dabei eine Rolle; denn die Wagen sollen möglichst schnell wieder einsatzbereit sein, so der KVV-Sprecher.

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Straßenbahnunfälle in Karlsruhe: Unfälle, Umleitungen, Verspätungen - aktuelle Nachrichten zur Verkehrslage im AVG-, VBK- und KVV-Netz in Karlsruhe.
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Kommentare (8)
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  •   udoh
    (1915 Beiträge)

    15.07.2016 13:22 Uhr
    Ob alle davon tatsächlich in die Innenstadt mussten
    Oder warum fahren so viele leere (Dopple-)Züge durch die Innenstadt?
    Ob ein bequem gelegenes Depot tatsächlich auch sinnvoll ist?
    Ob die eingebaute Vorfahrt - auch für leere Bahnen - das Maß aller Dinge sein muss?
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  •   lenkdreiachser
    (411 Beiträge)

    14.07.2016 19:26 Uhr
    Vergleich
    Der Vergleich mit Stuttgart und Mannheim ist interessant. Stuttgart hat mehr unabhängige Bahnkörper, d'accord. Wenn es da scheppert, dann allerdings oft ziemlich übel. Aber Mannheim müsste schon direkt mit KA vergleichbar sein.
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  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    19.07.2016 10:22 Uhr
    Kommt darauf an,
    was man unter "Mannheim" versteht.
    1) hat der "Ring" MA - Weinheim - HD - MA mit viel unabhängigem Überland-Bahnkörper schon lange zur MVV gehört, auch wenn die Eisenbahn als MVV OEG eine eigene "Abteilung" blieb.
    2) gibt es als Verkehrsunternehmen sowohl BOStrab als auch ESBO nur noch die RNV, also Mannheim, Heidelberg (einschl. Überland Weinheim), Ludwigshafen und Überland Bad Dürkheim. Letztere fast ausschließlich eigener Bahnkörper. Wie viele Unfallstatistiken werden von diesem einem Betrieb geführt und veröffentlicht und wie wird geschnitten? Eine pro Betriebsform, also 2 (ESBO, BOStrab)? Eine pro "Altbetrieb", also 4 oder 5 (MVV Verkehr/ MVV OEG, VBL, HSB, RHB)? Eine pro TAB, also 4 (LBM Koblenz, RP Stg, LEA Mainz/Frankfurt/Saarbrücken, LEA Karlsruhe)? Und welche Zahlen hat ka-news verwendet?
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  •   armeshundele
    (523 Beiträge)

    14.07.2016 14:58 Uhr
    Die oberirdischen Konfliktpunkte beseitigen
    hieße alle Straßen und Kreuzungen für Autos, Radfahrer und Fußgänger zu sperren.
    Auf der Kaiserstrasse fahren die Bahnen meist Schritttempo und können bei unachtsamen Fußgängern schnell bremsen.
    Fragen Sie mal einen Lokführer. Für die ist die Fußgängerzone ein Horror.
    Im Tunnel sind die Bahnen unter sich.
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  •   dipfele
    (5863 Beiträge)

    15.07.2016 12:32 Uhr
    und stehen ....
    .. dann im Blockabstand im Dunkeln bis es mal weitergeht.
    Gefordert von vielen Bürgern war ja eine Ausdünnung der Strabas in der FuZo und dafür die Bahnen parallel durch die Kriegsstr. fahren zu lassen. Kosten 225 Mio. Aber das wollten ja bestimmte Kreise nicht!!
    Ausserdem werden Zuschüsse aus dem Gemeinde- Verkehrs - Finanzierungs- Gesetz beansprucht. Mit dessen Zuschüsse sollen die Fahrgastbedingungen im Öffi verbessert werden, aber keinesfalls Flaniermeilen finanziert werden.
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  •   dipfele
    (5863 Beiträge)

    14.07.2016 14:30 Uhr
    jeden dritten Tag....
    ... ein Unfall, bedeutet zukünftig im Tunnel jeden dritten Tag Chaos, den ob die Bahnen durch den Tunnel müssen oder nicht, wenn eine oberirdische Strecke blockiert ist, geht's im Tunnel mit Zugfolge von 90 bis 100 sec. auch nicht weiter. Zuerst hätten die oberirdischen Konfliktpunkte beseitigt werden müssen. In der Kaiserstrasse passieren so gut wie keine Unfälle. Eine Milliarde nutzlos verbrannt.
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  •   hajmo
    (4243 Beiträge)

    14.07.2016 16:55 Uhr
    In der Kaiserstrasse passieren so gut wie keine Unfälle.
    Da ist ja auch Schleichfahrt befohlen und Autos verkehren da auch eher selten.
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  •   MacGeifer
    (1840 Beiträge)

    14.07.2016 15:29 Uhr
    Wenn man
    die beiden Konfliktpunkte Lamey- und Amalienstrasse beseitigen würde ginge die Zahl der Unfälle auf 20 zurück.
    Davon dann zehn bei denen Bahnen ineinander reinfahren und die restlichen zehn mit Fussgängern und Radfahrern.
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