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Karlsruhe Reanimation nach Straßenbahnunfall: Stadt ehrt Lebensretter aus Karlsruhe

Herz-Lungen-Massage, Beatmung und stabile Seitenlage - viele erinnern sich nur sehr dunkel an den Erste-Hilfe-Kurs, den sie im Rahmen ihrer Führerscheinprüfung besuchen mussten. Anders Viktor Litau: Als im Oktober letzten Jahres ein Jugendlicher von einer S-Bahn in Karlsruhe angefahren wurde, reagierte der Busfahrer als einziger vor Ort sofort und reanimierte den schwer verletzten Jungen. Heute zeichnete die Stadt Karlsruhe ihn mit einer, von Winfried Kretschmann unterschriebenen, Urkunde für seine Heldentat aus.

Am Donnerstag, 18. Oktober, letzten Jahres wurde der 14-Jähriger mit seinem Fahrrad an der ÖPNV-Haltestelle "Mühlburger Feld" von einer Straßenbahn erfasst. Viktor Litau, der in einer entgegenkommenden Bahn saß, kam dem schwerverletzten Jungen nach eigenen Aussagen als einziger Passant sofort zu Hilfe geeilt.

Mergen: "Viele Bürger sollten sich ein Beispiel nehmen"

"Er brachte den stark aus dem Mund blutenden Jungen geistesgegenwärtig in eine stabile Seitenlage, um ein Abfließen des Blutes zu ermöglichen", erklärt Erste Bürgermeisterin Margret Mergen am Donnerstag. "Dann setzte plötzlich die Atmung aus - schließlich gelang mir mit einer Herz-Lungen-Massage sowie mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung die Reanimation", schildert Litau, der selbst eine kleine Familie hat, weiter. Dadurch habe der VBK-Mitarbeiter laut Mergen den Notärzten, die wenige Minuten später erschienen, vorbildlich zugearbeitet. "Herr Litau reagierte mit einer Selbstverständlichkeit, die leider vielen Bürgern in solchen Situation fehlt", so die Erste Bürgermeisterin weiter.

Aus eben diesem Grund regte das Polizeipräsidium Karlsruhe an, das vorbildliche Verhalten des 27-jährigen Lebensretters auszuzeichnen. "Ministerpräsident Winfried Kretschmann war auf eine Anfrage hin sofort bereit, eine öffentliche Anerkennung auszusprechen", so Mergen. Neben der Urkunde ehrte die Stadt den VBK-Mitarbeiter mit einem Geldgeschenk: "Wir wollen so alle motivieren, sich ein Beispiel zu nehmen und eventuell die Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen - viele erinnern sich leider nicht mal mehr an die richtige Durchführung lebensrettender Maßnahmen", betont Mergen. Das Unfallopfer konnte sich in der Zwischenzeit von seinen schweren Kopfverletzungen erholen.

Siehe auch:

Mühlburger Feld: 14-Jähriger von Straßenbahn erfasst und lebensgefährlich verletzt

Mehr zum Thema
Straßenbahnunfälle in Karlsruhe: Unfälle, Umleitungen, Verspätungen - aktuelle Nachrichten zur Verkehrslage im AVG-, VBK- und KVV-Netz in Karlsruhe.
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  •   suesselotte
    (36 Beiträge)

    23.05.2013 22:17 Uhr
    Respekt und Anerkennung
    von mir für Herrn Litau, der vorbildlich gehandelt hat. Ich wüsste nicht, ob ich beim Hinzukommen zu einem Unfall so schnell richtig handeln würde - rein aus Aufregung und Unsicherheit heraus.
    Toll!
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  •   Itsme
    (147 Beiträge)

    23.05.2013 18:41 Uhr
    Und die Stadt oder wer auch immer
    haben dann noch mehr als ein halbes Jahr gebraucht, um die damals untauglichen, provisorischen Übergang über die Schienen (Baustellengitter leicht verschiebbar) durch die üblichen Gatter zu ersetzen. Ich spekuliere mal, dass der Unfall, wäre die richtige "Schranke" vorhanden gewesen, nicht passiert wäre.
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