17  

Karlsruhe Gefahr Bahnübergang: Polizei Karlsruhe kämpft gegen Autofahrer-Leichtsinn

Immer wieder kommt es in Karlsruhe zu Unfällen zwischen Autos und Straßenbahnen. Vor allem die beiden Stadtteile Dammerstock und Rüppurr sind nun in den Fokus gerückt. Der Grund: An mehreren Bahnübergängen häufen sich die Unfälle. Polizei und Bahnbetreiber wollen das jetzt ändern.

Mehrere Bahnübergänge in den Stadtteilen Dammerstock und Rüppurr bereiten Joachim Zwirner Sorgen. Er ist der Leiter des Referats Verkehr beim Polizeipräsidium Karlsruhe und kennt die Unfallschwerpunkte in der Fächerstadt. Seit Jahresbeginn 2016 wurden in diesen beiden Karlsruher Stadtteilen insgesamt elf Verkehrsunfälle gezählt - und das allein an den dortigen fünf Bahnübergängen. Dabei wurden vier Menschen schwer und zwei leicht verletzt, erklärt Zwirner am Montag bei einem Pressegespräch. 

Hauptunfallursache: "grober Leichtsinn"

Damit haben sich die Unfälle an den fünf Bahnübergängen zwischen Dammerstock und der Battstraße nach Einschätzung der Polizei und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) deutlich erhöht. "Wir stellen leider immer wieder fest, dass vielen Verkehrsteilnehmern weder die Bedeutung von Andreaskreuzen oder Sicherungsanlagen richtig bekannt ist, noch das tödliche Risiko, wenn sie verbotswidrig die Gleise überqueren, um vielleicht die  Fahrstrecke abzukürzen", erklärt AVG-Eisenbahnbetriebsleiter Müller die Problematik an unbeschrankten Bahnübergängen. 

Die meisten Unfälle an den betroffenen Haltestellen entstehen laut Zwirner aber vor allem durch den "groben Leichtsinn" der zumeist ortsansässigen Autofahrer. Diese würden immer wieder Verkehrsregelungen missachten und teilweise sogar verbotswidrig abbiegen.

Kein Kavaliersdelikt wie Zwirner am Montag deutlich macht - bei diesen Verkehrshandlungen gehe es um nichts weniger als um Leben oder Tod. Wie vielen Autofahrern dies nicht bewusst ist, zeigte sich am Montag vor Ort am Übergang der Bahnhaltestelle Ostendorfplatz. Innerhalb von 20 Minuten bogen allein  zwei Autofahrer trotz Verbot von der Stadt kommend nach rechts ab. Polizei und AVG wollen jetzt handeln.

Neue Schilder und vermehrte Kontrollen 

Um die Unfallzahl an diesen Kreuzungen zu minimieren, wurden nach einer "Bahnübergangsschau" im März dieses Jahres einige Maßnahmen umgesetzt: "In Absprache mit der Stadt Karlsruhe wurden Beschilderung und Fahrbahnmarkierung an den Bahnübergängen angepasst," erklärt Zwirner am Montag. Die Verkehrszeichen, vor allem das Andreaskreuz, sollen an diesen Stellen besser zur Geltung kommen. Einige wurden versetzt, andere erneuert.

Bahnübergang Ostendorfplatz
Joachim Zwirner, der Leiter des Referats Verkehr beim Polizeipräsidium Karlsruhe, und Wilfried Müller, Eisenbahnbetriebsleiter der AVG, informieren über die Unfallproblematik. | Bild: Melissa Betsch

Hinzu kommen verstärkte Polizeikontrollen an den Bahnübergängen: "Die Kontrollen zeigen Wirkung. Vor allem an der Nürnberger Straße gibt es eine deutliche Verbesserung der Situation," so Zwirner. Wird ein Autofahrer beim verkehrswidrigen Abbiegen erwischt, können die Konsequenzen bis zur Haftstrafe reichen: Bei einem Unfall mit "Folgeschäden an Verkehrsmitteln oder Personen", droht dem Schuldigen eine mehrmonatige Haftstrafe.

Einem ortskundigen Falschabbieger kann Vorsatz unterstellt werden - nach Paragraph 315 des Strafgesetzbuches wird dann von einem "gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr" ausgegangen. Damit sei die Gefängnisstrafe nicht unter einem halben Jahr anzusetzen. Bei folgenlosen Verstößen kommt es aus einem Milderungsgrund zu einer Geldstrafe von bis zu 60 Euro. 

Mehr zum Thema
Straßenbahnunfälle in Karlsruhe: Unfälle, Umleitungen, Verspätungen - aktuelle Nachrichten zur Verkehrslage im AVG-, VBK- und KVV-Netz in Karlsruhe.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (17)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   bier2
    (884 Beiträge)

    15.08.2017 09:04 Uhr
    das sind zig am Tag
    gerade von der Rastatter Straße (vom Kofler kommend) links über die Gleise in die Tulpenstraße. Ich fahre da täglich vorbei. Fast jedesmal wenn ein Auto vor mir ist biegt das verbotenerweise links ab.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   master-of-comment
    (3832 Beiträge)

    15.08.2017 15:42 Uhr
    Ist aber auch eine dämliche Kreuzung.
    Wenn Du zur Tulpenstraße rüberwillst oder stadteinwärts auf die Herrenalber Straße, musst Du erst eine Tour durch Alt-Rüppurr machen. Soll natürlich keine Rechtfertigung für die Verstöße sein.

    Übrigens ist bier am Steuer auch verboten ... zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bier2
    (884 Beiträge)

    16.08.2017 10:20 Uhr
    falsch, bier am Steuer ist nicht verboten
    solange man unter 0,3 bleibt. Es gibt kein Gesetz das einem verbietet
    während der Fahrt ein Schluck bier zu sich zu nehmen..
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bier2
    (884 Beiträge)

    15.08.2017 19:46 Uhr
    grüner Pfeil rechts ab
    und direkt wenden, wo ist das Problem?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   heikoka
    (310 Beiträge)

    15.08.2017 08:59 Uhr
    Damit sei die Gefängnisstrafe nicht unter einem halben Jahr anzusetzen.
    .. dem Richter möchte Ich die Hand schütteln, der das mal durchzieht grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Peacemaker
    (423 Beiträge)

    15.08.2017 11:05 Uhr
    Ach was, die wahren Bösen sind die Radfahrer.
    Sieht man doch jeden Tag aufs Neue.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   heikoka
    (310 Beiträge)

    15.08.2017 11:49 Uhr
    .. die sind aber wendiger :-)
    Sind sich wohl Ihrer geringeren Überlebenschancen bewusst und daher viel seltener in den Schlagzeilen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.