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Karlsruhe/Stuttgart Ausbau läuft: Verkehrsbetriebe setzen auf Einsatz von Dashcams

Die Karlsruher Bahnen werden mit Frontkameras ausgestattet. Damit sollen Gefahrensituationen besser analysiert werden. Wie der Betrieb der Dashcams aussehen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Die Bahn bremst, ein Fahrgast stürzt und verletzt sich. Was ist passiert? Diese Frage mussten bislang Augenzeugen beantworten. Doch wenn es nach den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) geht, dann kommen bald auch elektronische Hilfsmittel zum Einsatz. Bereits 2016 wurden daher erste Frontkameras in Bahnen eingebaut.

Seither hat man sich bemüht, die rechtliche Situation zu klären. Daher wurde im Jahr 2016 der Landesdatenschutzbeauftragte in Baden-Württemberg um Rat gefragt. Hier wurde das Thema untersucht - immerhin nimmt die Kamera während der Fahrt mögliche personenbezogene Daten auf.

Vielzahl an Bahnen hat Dashcams

Unabhängig von der Diskussion habe man aber mittlerweile den Einbau der Dashcams voran getrieben. So seien mittlerweile nicht nur die Testfahrzeuge, sondern auch viele weitere Niederflurbahnen mit diesen Frontkameras ausgestattet. Nur in Betrieb sind sie noch nicht, so der Pressesprecher der VBK, Nicolas Lutterbach, im Gespräch mit ka-news.

Man sei überzeugt, dass die Geräte für den Betrieb zugelassen werden. Immerhin seien die Bilder, die mit diesen Kameras aufgezeichnet werden, von einer so schlechten Auflösung, sodass weder Kennzeichen noch Gesichter zu erkennen seien. Das ist auch gar nicht nötigt, wie der Sprecher weiter angibt. Immerhin seien die Kameras nicht etwa zur Strafverfolgung, sondern nur zur Klärung von Sachverhalten bestimmt.

Aufnahmen sollen Aufklärung erleichtern

Als Beispiel nennt er die Situation, wenn die Bahn von einem Auto geschnitten wird und anschließend eine Schnellbremsung durchführen muss. Wenn sich dann ein Fahrgast verletzt, sei dies eine Angelegenheit für die Versicherung. Und um dort die Arbeit zu erleichtern, könnten die Videoaufnahmen herangezogen werden. Dabei geht es aber nicht darum den Autofahrer zu finden, sondern nur den Grund für die Bremsungen festzustellen.

Beim Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg ist die Akte VBK noch nicht geschlossen. Nachdem im Jahr 2016 die erste offizielle Anfrage von den Verkehrsbetrieben eintraf, waren noch einige Fragen offen. Hierzu bezogen die VBK im Oktober 2017 Stellung. Der nächste Schritt?

Prüfung vor Ort soll offene Fragen klären

"Demnächst schauen wir uns die Situation mal vor Ort an", so Datenschutz-Experte Axel Breithut. Eine pauschale Antwort, ob der Betrieb möglich ist, gibt es nicht. Entscheidend sei immer der Einzelfall. Erst nach der Vor-Ort-Prüfung sei die Frage aus Sicht der Landesdatenschutzbeauftragten zu beantworten, ob und wie der Betrieb der Dashcams aussehen kann. Grundsätzlich verbieten kann die Einrichtung den Betrieb der Kameras ohnehin nicht: "Wir genehmigen nicht, wir sind nur beratend tätig", erläutert Breithut.

So wird er am Ende der Prüfung eine Empfehlung aussprechen, an die sich die VBK aber nicht halten müssen. Diese Empfehlung kann beispielsweise enthalten, wann die Kameras in Betrieb sind, also erst bei einer Bremsung oder dauerhaft. Weiter wird die Art der empfohlenen Speicherung festgeschrieben oder die Auflösung der Kameras.

Einsatzbeginn wird sich noch Monate ziehen

Bis der Betrieb startet, werden aber noch einige Monate ins Land ziehen. So geht Breithut davon aus, dass der Prozess noch bis zum Sommer andauern wird. Aber dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Kameras dann die ersten Bilder vor der Bahn aufnehmen.

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  •   Beiertheimer
    (1018 Beiträge)

    19.02.2018 11:19 Uhr
    Es fahren ja jetzt schon
    einige kostenlos durch die Gegend.
    Und den Rest den ich jetzt gerne Schreiben würde verkneife ich mir.
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  •   Gast0810
    (2 Beiträge)

    19.02.2018 10:40 Uhr
    ....
    Die Sicherheit wird mit Sicherheit sehr abnehmen durch diese Leute, man nennt sie auch Pendler. Jetzt mal ehrlich, wer sich Bahnfahren bisher nicht leisten konnte oder wollte, der wird sich sonst wie fortbewegt haben? ^^
    Finde es ist eine gute Sache, der ÖPNV ist für den Kunden einfach zu teuer und in Karlsruhe dazu äußerst unzuverlässig. Finde aber dass man 1€ pro Ticket verlangen kann, dafür dann aber in alle Richtungen 1 oder 2 Stunden fahren kann. So wie in spanischen Großstädten zB üblich.
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