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Karlsruhe "Neue Chance für die Verkehrswende": KIT erprobt neue Ideen zur Mobilität der Zukunft

Auf welche Weise Menschen künftig mobil sein wollen, können sie in Karlsruhe bald mitbestimmen. Unter Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sollen Bürgern zu ihren Vorstellungen befragt werden, Vorschläge von Wissenschaftlern beraten und umgesetzte Entwürfe auch in der Praxis testen. "Wir gehen ganz massiv in den Dialog", kündigte Frank Gauterin vom KIT-Zentrum Mobilitätssysteme am Dienstag an.

Karlsruhe ist einer der Standorte des neu gegründeten Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft (DZM) mit Hauptsitz in München. Es soll Konzepte für eine zukunftsgerichtete Mobilität erarbeiten.

In Karlsruhe sollen beim Projekt "Country to City Bridge" Verkehr auf dem Land und in der Stadt zusammengebracht werden. Dabei geht es laut Gauterin darum, Vorteile beider Seiten zu verknüpfen. So sei auf dem Land ein eigenes Auto nötig und ermögliche große Flexibilität.

In der Stadt sei der öffentliche Nahverkehr sinnvoller. Nutzer könnten so die Fahrzeit für andere Aufgaben nutzen und bräuchten sich auch nicht um Instandhaltung und Wartung der Fahrzeuge kümmern.

Den "harten Bruch" vermeiden

Das Projekt ist noch nicht genehmigt, ein genauer Startpunkt unklar. Daher skizzierte Gauterin nur vage, dass es unter anderem um autonomes Fahren und neue Formen der Infrastruktur gehen soll. "Wir haben gute Ideen", sagte er. Zunächst müsse aber herausgefunden werden, was Bürger wollen und was für Betriebe interessant ist. Nach KIT-Angaben geht es darum, "den harten Bruch zwischen motorisiertem Individualverkehr und klassischem öffentlichen Verkehr" zu vermeiden.

Autonome Minibusse wie "Olli" könnten uns 2050 direkt vor der Haustür abholen.
Autonome Minibusse wie "Olli" könnten uns 2050 direkt vor der Haustür abholen. | Bild: Melanie Hofheinz

Mobilitätsforschung ist in Karlsruhe kein neues Thema: Unter anderem wurden in diesem Jahr bei einem bundesweiten Pilotprojekt autonom fahrende Minibusse ohne vorgegebene Strecken und auf Anfrage der Kunden getestet. Forschungen wie das neue Projekt sind aus Sicht der Leiterin der DZM-Geschäftsstelle, Julia Schmid, "eine noch nie da gewesene Chance für die Verkehrswende". Wie groß das Interesse daran ist, machten auch viele Anfragen von Start-ups deutlich - also junger Unternehmen, die auf dem Gebiet einsteigen wollen.

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  •   Fideldi
    (2 Beiträge)

    24.11.2021 22:04 Uhr
    Sinnvoll!
    Es ist eine super Idee, gerade weil wenn ein Bus mal ausfällt, man nachjustieren kann und nur wenig Verspätung hat.
    Fände es gut, wenn die KVV sich dieser annimmt. Als mal Langstreckenbahnen o. Busse ausgefallen sind war das ärgerlich, da kein Busunternehmen mehr freie Busse zur Verfügung hatte.
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  •   Fideldi
    (2 Beiträge)

    24.11.2021 21:59 Uhr
    Sinnvoll!
    Die Verkehsbetriebe würden Gutes daran tun, sich für diese Idee auszusprechen. Denn- Es gibt zu wenig Busse in und um Karlsruhe (falls eine Bahn in Langstrecke ausfällt).
    Wäre bestimmt gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit wäre das dann auch etabliert. Es würde mich erfreuen mit so einem E-Bus herum zu fahren.
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  •   Chris23
    (751 Beiträge)

    24.11.2021 10:52 Uhr
    Ist zwar nicht neu Ringverkehr
    ... Wäre aber auch in Karlsruhe von Vorteil, wie wäre es mit einen Nahverkehr um Karlsruhe herum anstatt das der Nahverkehr nur durch geht.
    Als Beispiel von Stupferich nach Waldbronn brauch man in der Regel über eine Stunde (~3km Strecke), da man zuerst in die Innenstadt und dann nach Waldbronn fährt. War früher mit Durlach/hagsfeld auch nicht besser, wenn auch nicht ganz so krass.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (782 Beiträge)

    24.11.2021 10:43 Uhr
    Also
    bzgl. der "Country to City Bridge" würde ich als Sofortmaßnahme vorschlagen:
    - üble Schleichwege auf ampelumgehenden Direktrouten durch Wohngebiete [wo sie z.B. Schulwege von Grundschülern kreuzen] unterbinden (Hirschstr. zwischen Ebert- und Kriegstraße; Henriette-Obermüller-Str.; ...);
    - mit Firmen in Kontakt treten, damit diese Mitarbeiterparkplätze und -zuschüsse abbauen und statt dessen E-Bikes + ÖV-Tickets etc. fördern ;
    - im Regionalverband dafür werben, dass auch Umlandgemeinden die dortige Dominanz des Autos bei der Gestaltung der Verkehrswege und Abstellflächen zu hinterfragen beginnen.
    - Klar machen, dass in der Stadt die Verkehrswege und Parkoptionen nicht in erster Linie dem Belieben von Autofahrern aus dem Umland angepasst werden, sondern den Bedürfnissen und Wünschen der hier lebenden Menschen (mit Augenmerk auf Gruppen wie Kinder, Senioren, Behinderte), Wählern und Steuerzahlern.
    PS: Hand auf Herz, kein Pendler wechselt den Arbeitsplatz, wenn Alternativen da sind zwinkern
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  •   dipfele
    (5989 Beiträge)

    24.11.2021 02:02 Uhr
    Country to City....
    .... so was von geschwollen. Gibt es kein Deutsches Wort für Stadt- Land-Verbund?
    So lange es in Karslruhe die VBK und Verkehrsplanung nicht hinbekommt, eine Tür an Tür Umsteigestelle zwischenbahn und Bus herzustellen, ist alles geschwätzt.
    Erst mal das Vorhandene optimieren, bevor mit neuen Gedankenwürmern operiert wird. Frau Schmid und herr gauterin sollten bevorzugt die Schwachstellen im System analisieren.
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  •   Reger
    (760 Beiträge)

    23.11.2021 16:58 Uhr
    Autonomes Fahren
    Alles gut und schön. Doch das autonome Fahren halte ich für eine überflüssige Schnappsidee. Was soll daran fortschrittlich sein?
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  •   AhmedDerAufklärer
    (782 Beiträge)

    24.11.2021 10:50 Uhr
    Also
    z.B.
    - weniger Unfälle
    - kein Rasen und keine Tempoüberschreitung mehr
    - weniger Stress, weniger Hektik
    - Zugang auch für Menschen ohne Führerschein
    - ggfs. Bündelung von Fahrten (je nach Konzept)
    - Einsparungen (Fahrer) > hat natürlich Vor- und Nachreiche und zahlreiche u.a. wichtige soziale Aspekte, wie früher die Einführung des Fließbandes oder der Fabrik statt Manufaktur > Fortschritt ist immer auch Umbruch, Risiko und Chance.
    ...
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  •   schoenix
    (478 Beiträge)

    23.11.2021 18:56 Uhr
    Man könnte die Fahrzeuge ...
    ... z.B. Tag und Nacht herumfahren lassen ohne dass man Fahrer braucht.
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