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Karlsruhe Mehr Rasen statt Asphalt: Die Karlsruher Innenstadt soll im Sommer künftig kühler und grüner werden

Gibt es in der Karlsruher Innenstadt in Zukunft große Flächen an Blumen und Rasen, ähnlich dem Friedrichsplatz vor dem Naturkundemuseum? Geht es nach der Fraktion Die Linke, könnte diese Frage bald mit "Ja" beantwortet werden. Sie fordert von der Stadtverwaltung um Oberbürgermeister Frank Mentrup eine konkrete Strategie zur Entsiegelung von Flächen in der Innenstadt.

Nach einem langen Winter freuen sich die Karlsruher über die ersten kräftigen Sonnenstrahlen in der Fächerstadt. Doch spätestens im Sommer wird der Aufenthalt im Freien in der Innenstadt für viele Karlsruher schnell zur Qual.

Sommer in der Innenstadt werden zur Tortur

Der Grund: Die in den letzten Sommern extrem hohen Temperaturen, die auch in der Karlsruher Innenstadt für eine kaum zu ertragene Hitze sorgten. Das Problem hier: Betonflächen, Gebäude, gepflasterte Straßen, von denen es in der Karlsruher City nicht zu wenige gibt.

Diese sogenannte Versiegelung verstärkt die Aufheizung der Straßen und Plätze noch einmal, Ein Faktor, so argumentiert die Gemeinderatsfraktion von Die Linke. Deshalb möchte sie nun aktiv gegen die Versiegelung des Bodens vorgehen und eine Entsiegelung von Flächen in der Stadt vorantreiben.

Dazu stellt die Fraktion um Lukas Bimmerle nun einen Antrag im Gemeinderat. In diesem fordert sie drei konkrete Dinge von der Stadtverwaltung: 

  1. Die Stadtverwaltung stellt eine Kartierung der aktuell versiegelten Flächen in der Stadt vor und stellt dar, aus welchen baulichen Gründen eine Versiegelung der entsprechenden Flächen durchgeführt wurde.
  2. Die Stadtverwaltung führt für die Innenstadt eine detaillierte Analyse durch, welche derzeit versiegelten, öffentlichen Flächen entsiegelt werden können und welche finanziellen Aufwendungen hierfür notwendig wären.
  3. Die Stadtverwaltung wird beauftragt eine Entsiegelungsstrategie für die Stadt zu entwerfen, um auf die stärker werdenden Hitzewellen im Sommer vorbereitet zu sein und ein angenehmes Stadtklima zu schaffen.

"Aktuelle Maßnahmen halten nur den Status quo"

"Die aktuellen Maßnahmen der Stadt zur Entsiegelung sind für uns nicht ausreichend und es gibt aktuell keine Informationsgrundlage und keine Strategie, um Flächen aktiv zu entsiegeln", sagt Bimmerle im Gespräch mit ka-news.de.

"Mit dem Antrag wollen wir eine attraktive Lebensqualität erhalten, welche die bereits vorhandenen Grünflächen nicht bieten können. Wir brauchen dafür deutlich mehr Grün und deutlich weniger Asphalt."

Bild: PS

Neben der Abkühlung der Innenstadt erwarten Bimmerle und seine beiden Fraktionskolleginnen einen besseren Abfluss des Regenwassers und eine erhöhte Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. "Wir brauchen auch in den Einkaufsstraßen Zonen, die attraktiv sind", findet Bimmerle. 

"Haben die Möglichkeit, eine komplett neue Innenstadtentwicklung zu betreiben"

Und welche Zonen sind hierfür geeignet? "Mittelfristig, durch die Realisierung der Kombilösung, kann ich mir die Kaiserstraße gut vorstellen. Wir haben die Möglichkeit, eine komplett neue Innenstadtentwicklung zu betreiben. Hier haben wir enormes Potenzial für Entsiegelung und für grüne Flächen", erklärt der Wirtschaftsingenieur.

Eine Fläche, wo ein solches Potenzial Bimmerle zufolge verschwendet wurde, ist der neue Marktplatz. "Die Situation hier ist natürlich bedauerlich. Wir haben unser Bestes gegeben, zumindest noch ein paar Bäume auf den Platz zu bekommen, aber hier scheiden sich in Sachen Stadtplanung die Geister", so der Stadtrat. "Es gibt, aber noch viele Möglichkeiten in der Stadt und es wird immer Konflikte geben." 

Noch ein weiter Weg zu gehen

Bevor es aber an anderen Stellen konkret wird und große Blumen- oder Rasenflächen die Schienen in der Kaiserstraße ersetzen können, bedarf es an ausreichend Planung und finanziellen Möglichkeiten. Denn: Im aktuellen Haushaltsjahr sind keine Mittel für eine aktive Entsiegelung vorgesehen, dies soll sich nach Meinung der Linken im nächsten Jahr ändern. "In den letzten Beratungen hatten wir den Antrag für 200.000 Euro gestellt, damit wäre schon viel erreicht", findet Bimmerle. 

Frühlingsbepflanzung in warmen, feurigen Farben am Friedrichsplatz. So könnte es bald an mehreren Stellen in Karlsruhe aussehen.
Frühlingsbepflanzung in warmen, feurigen Farben am Friedrichsplatz. So könnte es bald an mehreren Stellen in Karlsruhe aussehen. | Bild: Stadt Karlsruhe / Gartenbauamt

Doch auch bis die gewünschten Mittel bewilligt werden können, ist es noch ein weiter Weg. Zunächst einmal wird über den Antrag der Fraktion Anfang Juli im Planungsausschuss diskutiert. Hier wird dann auch die Stadt ihre Antwort zum Antrag präsentieren, die liegt aktuell nämlich noch nicht vor. Ob die Verwaltung dann aktiv Schritte der Entsiegelung gehen muss, entscheidet nach Beratung im Ausschuss der Gemeinderat. 

"Klimawandel wartet nicht"

"Ich hoffe natürlich das die Verwaltung dem Antrag positiv gestimmt ist, immerhin geht es hier um den Klimaschutz in Karlsruhe und ich habe auch schon von den anderen Fraktionen viel Sympathie für dieses Thema wahrgenommen", sagt Bimmerle und ergänzt: "Um eine Strategie zu entwickeln, wird es Unterstützung geben. Die Frage der Finanzierung ist davon angesichts der Haushaltslage eine andere."

Doch auch vor dem Hintergrund der leeren Kassen im Rathaus möchte Bimmerle das Thema nicht klein machen. "Es ist ein mittelfristiges Thema und es gibt natürlich viele Themen, an denen wir arbeiten - es ist schwer, diese zu priorisieren. Aber wir brauchen jetzt einen klaren Fahrplan, was bis 2030 passieren soll und da sollten wir im nächsten Haushalt einen ersten Schritt gehen. Denn der Klimawandel wartet nicht." 

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Kommentare (37)
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  •   UngueltigDannZuLang
    (252 Beiträge)

    14.05.2021 19:33 Uhr
    Wer hat
    KA zur Betonwueste gemacht? Dass hier kein Baum mehr waechst? Weil kein Platz mehr fuer Wurzeln ist? In der Innenstadt meine ich. Zum Glueck gibt es den Schlossgarten und den Hardtwald.
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  •   dipfele
    (5874 Beiträge)

    14.05.2021 22:24 Uhr
    Auch die Linken hatten.....
    komischerweise als erklärte Gegner der Kombi im Sommer 2015 für das Abholzen der Platanen in der Kaisertrasse gestimmt. Der Beschluss war EINSTIMMIG !!. Übrigens auch die Grünen. Die wurden dann mit einer Bürgermeisterstelle belohnt. Statt Zürgelbäumlein englischer Rasen in der Flaniermeile.
    Bimmerle sollte lieber mal nachfragen, wer verantwortlich für die extarordinaire Kostensteigerung der Kombi verantwortlich ist und in die Fussstapfen seines Vorgängers treten.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (252 Beiträge)

    15.05.2021 05:15 Uhr
    Ich weiss halt auch nicht alles
    Und ich habe lang nichts mehr von Ihnen gelesen. Ich hoffe nur, sie sind nicht inzwischen Querdenker geworden. Will Sie nicht beleidigen. Ich bin mir sogar sicher, dass nicht.
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  •   müllermeier
    (103 Beiträge)

    14.05.2021 15:23 Uhr
    dann sollen die Linken
    die Grünflächen bitte auch wässern, düngen, pflegen auf Ihre eigenen Kosten. Vielleicht machen sie dann auch gleich einen Vorschlag zur Hundekotverwertung? Mein Vorschlag wäre auch: man könnte ja den neu teurer gepflasterten Marktplatz rückbauen und zu einem Rasengrünplatz machen (Ironie aus). Fragt sich dann nur, wohin mit den Fressbuden, wenn schon wieder gesperrt werden muss.....
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  •   patenting13
    (8 Beiträge)

    14.05.2021 18:02 Uhr
    Au ja!
    Bitte mit dem Marktplatz beginnen. Eine Bewässerung gibts ja dort schon in weiser Voraussehung!
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  •   patrickkk
    (2050 Beiträge)

    14.05.2021 15:13 Uhr
    ...
    Reines gelaber Herr Mentrup.

    Hier wurde in den letzten 3 Jahren Asphaltiert, Betoniert, versiegelt und gefällt. Mitten in der Oststadt sind rießige grünflächen auf Wunsch dieses Rathauses verschwunden.

    Und jetzt solls grüner werden. Lügner.
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  •   Kiwi
    (508 Beiträge)

    15.05.2021 10:09 Uhr
    Hallo patrickkk
    Und jetzt solls grüner werden. Lügner.
    Alles Grün anstreichen so hat jeder seine Freude.
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  •   andip
    (11063 Beiträge)

    14.05.2021 15:38 Uhr
    ??
    Seit wann gehört Herr Mentrup zu den Linken?
    Die bzw. ein Herr Bimmerle haben den Antrag gestellt.
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  •   patrickkk
    (2050 Beiträge)

    14.05.2021 15:46 Uhr
    ...
    Ja dieser Antrag ist von den Linken, und denen kann ich wenig vorwerfen weil die in der Gemeinderatssitzung tatsächlich gegen die Versiegelung hier in der Oststadt gestimmt haben.

    Aber Herr Mentrup redet da auch permanent drüber, er wurde hier nur nicht gefragt. Und er redet viel und schön. Und die Taten sind dann wieder andere.

    (Ich hätte mein Kommentar klarer schreiben sollen, Entschuldigung)
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  •   myopinions
    (1245 Beiträge)

    14.05.2021 12:44 Uhr
    ............wenn dann die Innenstadt
    nach der Vorstellung des grüngesteuerten roten Oberbürgermeisters autofrei ist, wenn die Geschäfte allesamt pleite sind, wenn kaum ein Mensch mehr "in die Stadt" geht, dann kann man ja die grüne "Aufhübschung" starten, allerdings wird man sich fragen: für wen eigentlich?
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