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Karlsruhe Künftig mehr Geld fürs Parken in Karlsruhe zahlen? "Ich bin beschämt, über was wir hier diskutieren"

Es war das Topthema im vergangenen Gemeinderat am Dienstag: die Erhöhung der Parkgebühren für die Tarifzonen eins und zwei. Die Karlsruher Fraktionen sind hierbei gespalten - die einen sehen die Erhöhung als Baustein eines Gesamtkonzepts und als Notwendigkeit, um die Innenstadt attraktiver zu machen. Die anderen empfinden es zu Zeiten der Corona-Pandemie als eine Unmöglichkeit. ka-news.de hat für euch die Stimmen der Stadträte zusammengefasst.

"Es passt gut zur Corona-Zeit, dass wir das nicht zum 1. Januar entscheiden, sondern erst zur Hälfte des Monats", beginnt Oberbürgermeister Frank Mentrup die Debatte am Dienstag - und erntet daraufhin prompt von einigen Gemeinderatsmitgliedern Gelächter.

Der Grund: Nicht alle sind mit der Erhöhung, die von der Stadtverwaltung vorgelegt wurde, einverstanden. Die Beschlussvorlage sieht fast eine Verdopplung der Preise in den Tarifzonen vor - bei Tagestickets sogar noch mehr, nämlich 15 Euro statt 6 Euro. Das Problem: Würden Letztere erhöht, dann beträfe dies auch die Parkplätze von Einrichtungen wie Krankenhäusern und Altenheimen.

Nach einer erhitzen Debatte ist klar: Die Parkgebühren werden tatsächlich teurer: Tagestickets kosten künftig zwar nur zehn statt wie geplant 15 Euro, die Erhöhung in der Tarifzone 1 - von 2,50 Euro auf vier Euro pro 60 Minuten - bleibt allerdings bestehen. Parkhäuser, so Mentrup, werden von dieser Maßnahme aber nicht betroffen sein.

Grüne und Linke mit Erhöhung zufrieden

Grüne-Stadtrat Johannes Honné empfindet die Beschlussvorlage der Stadt und damit die Parkpreis-Erhöhung als gerechtfertigt. Er sei "zufrieden",  halte den Vorschlag der Stadt für "vertretbar und umsetzbar", sagt er. "Wir erhoffen uns davon, dass weniger Autos draußen herumstehen und die Menschen auf den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen oder in die Parkhäuser fahren", ergänzt Honné.

Bild: Grüne Karlsruhe

Dem Argument, dass somit aber dem Einzelhandel geschadet werde, entgegnet der Stadtrat mit einem Gegenbeispiel: "Es heißt immer, dass die Geschäfte darunter leiden. Aber als es damals hieß, dass die Kaiserstraße autofrei werden soll, gab es erst einen riesen Aufschrei und anschließend hat man dann gemerkt, dass es so doch ganz gut ist."

Bild: PS

Ähnlich sieht das auch die Linke-Fraktion. "Es erweckt beinahe den Eindruck, als ob die Parkgebühren beinahe zur Schicksalsfrage des Einzelhandels aufgebauscht werden", erklärt Stadtrat Lukas Bimmerle. Aber: "Wenn wir Milliarden dafür ausgeben, um die U-Bahn und die Straßen unteririsch anzulegen, dann ist es nur konsequent, wenn wir den Verkehr, zugunsten einer attraktiveren Innenstadt, herausdrängen."

Petra Lorenz: "Ich bin beschämt, über was wir hier diskutieren"

Dem allerdings widerspricht Freie Wähler/Für Karlsruhe-Stadträtin und ehemalige OB-Kandidatin Petra Lorenz vehement: "Ich bin beschämt, über was wir hier in so einer Zeit diskutieren - über eine exorbitante Erhöhung von Parkgebühren", sagt sie am Dienstag in der Debatte vor der Gemeinderatsentscheidung.

Bild: Carmele / TMC-Fotografie

"Es dreht sich nicht um den Niedergang des Einzelhandels, der wird irgendwie seinen Weg gehen, aber haben Sie mal gesehen, wer da bei den Krankenhäusern parkt? Da zahlt jemand, der zur Chemo muss, in Zukunft 15 Euro am Tag. Da frag ich mich, wie sozial ist das?"

CDU: "Von so einer Maßnahme sollten wir erst einmal die Finger lassen"

Tilmann Pfannkuch, Fraktionsvorsitzender der CDU, kann dem zwar beipflichten, betont aber, dass seine Fraktion einer "angemessenen" Erhöhung im Prinzip nicht abgeneigt sei.

Tilman Pfannkuch (Fraktionsvorsitzender CDU Karlsruhe)
Tilman Pfannkuch (Fraktionsvorsitzender CDU Karlsruhe) | Bild: Jens Gottron

Dennoch: "Es war bisher Konsens, dass wir weitere Beschränkungen des Einzelhandels unterlassen, solange die Kombilösung noch nicht fertig ist. Das sollte doch Argument genug sein, dass wir von so einer Maßnahme erstmal die Finger lassen", so der CDU-Stadtrat.

Und weiter: "Da macht es auch keinen Unterschied, ob Sie, Herr Oberbürgermeister, formell darüber aufklären, dass die Gebühren erst zum Sommer hin steigen werden."

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Kommentare (35)
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  •   Ringo.Ginsterburg
    (128 Beiträge)

    27.01.2021 23:31 Uhr
    Ich wiederhole mich nur ungern,
    aber der Änderungsantrag der SPD, der dem vorigen Artikel zufolge angenommen wurde, begrenzt die Preisexplosion beim Tagesticket nur im Bereich von Krankenhäusern. Am Hauptbahnhof sowie im Bereich von Alten- und Pflegeheimen soll der Preis immer noch auf 15 Euro steigen.

    Siehe <https://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/getfile.php?id=623003&type=do&>.
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  •   Kartoffelsalat
    (563 Beiträge)

    27.01.2021 23:10 Uhr
    &#127359;
    Zitat von ka-news Die Beschlussvorlage sieht fast eine Verdopplung der Maximalparkdauer in den Tarifzonen vor - bei Tagestickets sogar noch mehr, nämlich 15 Euro.

    Also kann man jetzt doppelt so lang parken? 😉
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  •   mueck
    (12096 Beiträge)

    28.01.2021 08:37 Uhr
    Ja
    Ab sofort 48 Stunden pro Tag, nicht nur 24! zwinkern
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  •   Martin...
    (1 Beiträge)

    27.01.2021 21:40 Uhr
    Bin dafür.....nicht
    Die Ka Innenstadt ist doch schon tot. Erhöht ruhig die Parkgebühr. Dann habe ich noch mehr Grund die Innenstadt zu meiden und online zu bestellen.
    Nur weiter so ideenlos.
    Wie wäre es stattdessen mit einem preisgünstigem P+R.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (204 Beiträge)

    27.01.2021 21:23 Uhr
    Da
    klär ich mal auf.
    Verkehrswende geht nur mit angemessenen Parkgebühren, natürlich nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Puzzleteil eines Konzepts. Dazu gehören genauso mehr Platz für Radverkehr und Fußgänger; Ausweitung von Fußgängerzonen; besserer ÖV, verbesserte Ampelschaltungen für Radfahrer und Fußgänger, etc.
    In KA sind ca. 70% bis 80% der Bürger für die Verkehrswende (siehe Wahlen).
    Natürlich gibt es besonders laute Ewig Gestrige, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen (wollen).
    Da darf man sich nicht beirren lassen, liebe Politiker, liebe Verwaltung!
    Erfahrungen andersorts zeigen eine nach und nach stark zunehmende Zustimmung zur Verkehrswende bei konsequenter Umsetzung.
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