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Karlsruhe In der Karlsruher Innenstadt sollen weniger Autos fahren - 4 Ideen wie das gelingen könnte

Bis zum Jahr 2030 soll jedes dritte Auto aus den Städten verschwinden - dieses Ziel hat sich das Land Baden-Württemberg gesetzt. Wie geht Karlsruhe vor, um den Kfz-Verkehr in der Stadt zu reduzieren? Die Ideen reichen von Einfahrverboten über eine City-Maut bis hin zu autofreien Sonntagen. Ein weiterer Vorschlag ist, den Lieferverkehr innerhalb der Stadt auf Lastenräder oder Elektroautos zu beschränken.

Zu viel Verkehr auf den Straßen ist in der Innenstadt ein dauerhaftes Problem. Lange Staus an den Ampeln, überfüllte Parkhäuser und die Geräuschkulisse lärmender Motoren. Die Autos im Stadtgebiet zu reduzieren, dieses Ziel ist im Klimaschutzkonzept der Stadt Karlsruhe fest verankert. Am Dienstag, 28. April, hat der Gemeinderat dem Konzept mit überwiegender Mehrheit zugestimmt. Welche Maßnahmen standen  zur Debatte, um den Verkehr einzudämmen? 

Zu viel Verkehr in der Innenstadt bringt zahlreiche Probleme mit sich. | Bild: Paul Needham

1. Einfahrverbote und eine City-Maut

Aus dem Klimaschutzkonzept stammt die Idee der City-Maut. Wer in der Stadt gerne mit dem Auto unterwegs ist, darf erst einmal aufatmen: Eine Maut für die Innenstadt wird es vorerst nicht geben. "Die Ausweisung einer City-Maut ist bislang mangels einschlägiger Rechtsgrundlagen nicht möglich", so die Begründung im Klimaschutzkonzept. 

Andere Länder haben eine Mautpflicht in Städten allerdings bereits umgesetzt: So gilt sie in London, Stockholm oder Mailand. Eine Option für Karlsruhe wäre, Verbrennungsmotoren im Stadtgebiet komplett verbieten. Dies wird derzeit laut dem Klimaschutzkonzept jedoch nicht als sinnvoll erachtet. 

2. Autofreie Sonntage und eine autofreie Woche

Die Innenstadt an einzelnen Tagen komplett für den motorisierten Individualverkehr zu sperren - das fordert die Fraktion der Karlsruher Linken. Sie schlagen vor, an verkaufsoffenen Sonntagen und in der europäischen Mobilitätswoche zu testen, wie es in der Fächerstadt ohne ein einziges Auto auf den Straßen aussehen würde. Konkret betroffen wäre die Woche vom 16. bis 22. September und Sonntag, 11. Oktober.

Autos auf Karlsruher Straßen (Symbolbild)
Autos auf Karlsruher Straßen (Symbolbild) | Bild: Paul Needham

Doch die Autos in der Innenstadt dürfen nicht aus Umweltgründen komplett zurückgedrängt werden. "Eine Verkehrsbeschränkung oder ein Verkehrsverbot setzt stehts eine besondere örtliche Gefahrenlage voraus", so die Stadt Karlsruhe in einer Stellungnahme. Möglich wäre jedoch die Umsetzung der autofreien Tage im Rahmen eines sogenannten "Reallabors". Es wäre ein Testlauf um zu sehen, welche Auswirkungen eine kfz-freie Innenstadt haben könnte. Denkbar wäre dies frühestens im Jahr 2021. 

3. Lieferverkehr in der Innenstadt per Rad oder Bahn

In der Innenstadt drängen sich Läden dicht an dicht. Besonders auf der Kaiserstraße, Karlsruhes "Shoppingmeile", aber auch in den zentralen Einkaufszentren der Stadt. Der Handel sorgt für zusätzlichen Verkehr, denn die Ware muss angeliefert werden.  Das Problem: "Ein Großteil der Innenstadtgeschäfte wird mittlerweile über Paketdienstleister beliefert, die den ganzen Tag über verkehren und vorgegebene Belieferungszeitfenster oftmals ignorieren", heißt es im Klimaschutzkonzept Karlsruhe. 

Um den Lieferverkehr zu reduzieren, sollen die Warenströme gebündelt und gegebenenfalls auf die Schiene verlagert werden.  Wo heute Straßenbahnen fahren, könnte ab 2025 eine "Güter-Tram" die Geschäfte beliefern.  Das Projekt mit dem Namen "RegioKArgo" steht derzeit noch in den Startlöchern. 

Auf den innerstädtischen Schienen könnte nicht nur Personen- sondern auch Güterverkehr Einzug erhalten. | Bild: Thomas Riedel

Zwei weitere Vorschläge für weniger Transporte in der Innenstadt stehen im Raum: Denkbar wäre etwa die Vorgabe, dass eine weitere Verteilung von Gütern in der Innenstadt nur mit Lastenrädern oder Kleinelektrofahrzeugen erfolgen darf. Auch eine Abriegelung mit modernen Pollern, die bei Bedarf durch zugelassene Auslieferfahrzeuge geöffnet werden können, wäre eine Option.

4. Erste Schritte - Tests mit vorübergehenden Sperrungen

Die Stadt hat im letzten Jahr bereits einen Verkehrsversuch gewagt und den Zirkel der Innenstadt Karlsruhe mehrere Monate für Autos gesperrt.  Nun stehen die zwei nächsten Tests in Aussicht: Geplant sind zum einen intelligente Poller im Passagehof, zum anderen eine Sperrung für den Kfz-Verkehr in der Erbprinzenstraße zwischen Herren- und Bürgerstraße. So steht es im Klimaschutzkonzept.

Seit Ende Juli ist der Karlsruher Zirkel für den Kfz-Verkehr gesperrt. | Bild: Stephanie Meyer

In der politischen Diskussion ist zudem ein Autoverbot in der Südlichen Waldstraße. Dort ansässig sind vor allem Kunsthandwerker, Designer und kleine Möbelläden. Während einiger der Händler den Vorschlag begrüßen, werten ihn andere als "Katastrophe". Indem der Verkehr aus der Straße verbannt wird, soll sie für Fußgänger und potentielle Kunden attraktiver werden. 

Welche Maßnahmen sollen am Ende umgesetzt werden? Um dies zu entscheiden, wird ein Raum- und Mobilitätskonzepts für die Innenstadt erarbeitet. Dafür hat die Stadtverwaltung eine Stelle für zwei Jahre bewilligt bekommen und wird ein externes Fachbüro beauftragen. Ein erstes Grobkonzept soll noch im Jahr 2020 stehen - ein Jahr später die Details geklärt und die ersten Ideen in Realität erprobt werden. 

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  •   andip
    (10393 Beiträge)

    04.05.2020 08:37 Uhr
    ??
    Welche Läden lassen sich den mehrmals täglich ihre Ware per Paketpost zusenden?
    Das dürfte doch in den allermeisten Fällen eher kontraproduktiv sein, anstatt sich einmal eine Grosslieferung zuschicken zu lassen.
    Und falls mal ein Autoverbot kommen sollte, wie soll das mit denen gemacht werden, die in der Innenstadt wohnen und da irgendwo einen Wagen besitzen und den auch benutzen müssen/wollen?
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  •   Chris23
    (540 Beiträge)

    04.05.2020 08:53 Uhr
    Du hast häufig kein Zentrallager ...
    ... von dem die Ware kommt, sondern wirst inzwischen häufig direkt von dem einzelnen Produzenten beliefert (auch wenn die Bestellung evtl noch einen dritten zwischen Geschaltet hat). Und die Lagerkapazität selbst in dem Geschäften ist auch gering, das heißt du willst in Idealfall das nachgeliefert bekommen was du in 1-2 Tagen verkaufst. Das müssen dann keine Riesenpakete sein.
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  •   Nachteule
    (791 Beiträge)

    04.05.2020 08:21 Uhr
    „Lieferverkehr innerhalb der Stadt auf Lastenräder oder Elektroautos beschränken“
    Komplett weltfremd. Eigentlich muss man da gar nicht mehr weiterlesen, weil klar ist, dass dieser Artikel von Ideologen für Ideologen geschrieben wurde, die sich von der Realität nicht stören lassen. Denn inzwischen ist doch bekannt, welche Probleme DHL bei der Zustellung von Paketen mit ihrem Elektroscooter hat. Und dann die Lastenfahrräder - DER Witz schlechthin und dazu muss man nun wirklich nicht mehr sagen als „ein unhandliches und unpraktisches Produkt von Träumern für Träumer“... grinsen grinsen grinsen

    Noch ein Wort zum Thema Chancengleichheit zwischen Autofahrern und Fahrradfahrern. Ich bin sehr dafür, auch Fahrräder mit Nummernschildern zu versehen, damit Rabauken auf zwei Rädern identifizierbar sind und Verkehrsverstöße genauso geahndet werden können, wie bei Autofahrerrn.
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  •   Chris23
    (540 Beiträge)

    04.05.2020 08:45 Uhr
    Elektrofahrzeuge sind weniger das Prob
    Ich kenn mich mit dem Problemen des Scooters nicht so aus, aber die UPS Flotte ist sehr solide - der antrieb prinzipiell auch das sollte weniger das Prob sein dort einen vernünftigen Wagen zu finden. Die Logistik mit dem Umpacken würde aber imho sehr viel unnötige Arbeit machen, und das kostet auch Energie und nicht nur beim Menschen zwinkern
    Ich finde die City Maut sehr intressant, und nicht nur aus ökologischen Aspekten. Dann kommen die Leute die unbedingt müssen immernoch noch in die Stadt, aber viele überlegen ob sie es doch anders hinbekommen. Wenn man für die Luft mehr Elektro haben möchte, kann man dort auch das osloer Modell nehmen bei dem E-Autos deutlich weniger zahlen.
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  •   ALFPFIN
    (7221 Beiträge)

    04.05.2020 08:11 Uhr
    Also,
    ja nicht die Schienen auf der Kaiserstraße herausreißen, wir brauchen die für die Gütertram und das schon bald. Immerhin, das edle Pflaster zum Flanieren so neben der Gütertram kann man sich dann sparen. Da würde ich doch vorschlagen, wir lassen die Schienen oben, um uns Fahrgäste zu transportieren und unten fahren die Gütertrams, wird aber teuer, Umlegung der Kosten für das U-Bähnle.
    Wenn Lastenfahrräder die Güter zu den Geschäften transportieren, können wir oben interessiert den Lastenfahrräderstau beobachten, da ja auch nur zu bestimmten Zeiten angeliefert werden soll.
    Alle Waren können nicht von den Seitenstraßen her angeliefert werden.
    Vor 200 Jahren haben die Handelsleute die Waren noch mit Pferdefuhrwerk oder mit dem Eselskarren transportiert. Gut, mit dem Flanieren auf der Kaiserstraße wäre es dann auch nix
    Eine Pferdeäpfelsteuer analog zur Hundesteuer wäre aber schon fällig. 😊
    Vielleicht wird ja auch ein vernünftiges Konzept entwickelt.
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  •   schmidmi
    (2585 Beiträge)

    04.05.2020 09:44 Uhr
    Die Ideen der Gütertram oben rum
    gefällt mir! Spart auch einen Haufen Geld beim Umbau der Stadt...
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