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Karlsruhe Fertigstellung naht: "Knielingen 2.0" ist bald mit der Bahn erreichbar

Knielingen entwickelt sich weiter: Mit "Knielingen 2.0" hat der Stadtteil in den vergangenen Jahren ein neues Wohnquartier bekommen. Eines hat bisher allerdings gefehlt: Eine Straßenbahn-Anbindung. Die gute Nachricht: Nach 19 Monaten Bauzeit soll die Verlängerung der Linie 2 zum 30. November dieses Jahres fertiggestellt werden.

Aus einem ehemaligen Militärgelände mach ein Wohngebiet mit Anschluss an das Straßenbahn-Netz - diese Idee hat es in Karlsruhe schon lange gegeben. Seit den 80er-Jahren reiften Überlegungen heran, die Bahnlinie in Knielingen zu verlängern.

Zwei Bauphasen fehlen noch

Weil allerdings unter anderem die dort stationierten amerikanischen Streitkräfte Bedenken hatten, wurde das Projekt auf Eis gelegt - bis zum Jahr 2010 die Planungen wieder konkret wurden. Noch einmal rund neun Jahre, genauer gesagt bis zum 29. April 2019, dauerte es allerdings, bis auf Worte endlich Taten folgten und die Verlängerung der Tramlinie 2 mit dem Spatenstich besiegelt wurde.

Danach geht alles aber umso schneller: Wie der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) auf Nachfrage von ka-news.de erklärt, trennen nur noch zwei Bauphasen "Knielingen 2.0" von seinem endgültigen Anschluss an das Karlsruher Straßenbahnnetz.

Das Wohngebiet Knielingen 2.0, im Vordergrund die neuen Straßenbahnschienen bis hin zur Wendeschleife.
Der Stadtteil "Knielingen 2.0" ist inzwischen ein gut besiedeltes Wohngebiet geworden. Da ist eine Straßenbahnanbindung unabdingbar. | Bild: Carmele / TMC - Fotografie

"Viele Bereiche sind schon sehr weit fortgeschritten", erklärt KVV-Sprecher Michael Krauth. So seien die Schienen innerhalb des neuen Wohnquartiers bereits verlegt worden. Ausgangspunkt der 1,5 Kilometer langen und rund 14 Millionen Euro teuren Verlängerung ist die aktuelle Endhaltestelle Siemensallee.

Kreisverkehr muss noch angeschlossen werden

Künftig folgen hierauf dann die vier barrierefreien Haltestellen "Sudentenstraße", "Pionierstraße", "Egon-Eiermann Allee" und "Knielingen Nord". Die Haltestelle "Lassallestraße", an der die Bahnen kurz hinter der Siemensallee im Moment noch wenden, wird zurückgebaut.  

Vier neue Haltestellen sollen im Karlsruher Stadtteil Knielingen entstehen.
Vier neue Haltestellen sollen im Karlsruher Stadtteil Knielingen entstehen. |

Auch der Kreisverkehr an der Kreuzung Siemensallee/Sudetenstraße, an der die Bahnen künftig abbiegen werden, ist schon zu erkennen. Mit dem Bau des Runds hatte man absichtlich gewartet, bis die Rheinbrücken-Sanierung abgeschlossen war, um den Anwohnern keine doppelte Verkehrsbelastung zuzumuten. "Was jetzt noch fehlt, ist der Anschluss der Schienen aus östlicher und südlicher Richtung an den Kreisel", erklärt Krauth.

Die zweigleisige Neubaustrecke beginnt in der Siemensallee in Höhe des heutigen Gleiswendedreiecks an der Lassallestraße, führt künftig in Mittellage noch weiter durch die Siemensallee, schwenkt dann an der Kreuzung mit der Sudetenstraße nach Nordosten und folgt dieser Straße rund 750 Meter bis zur Einmündung der Egon-Eimermann-Allee.
Die zweigleisige Neubaustrecke beginnt in der Siemensallee in Höhe des heutigen Gleiswendedreiecks an der Lassallestraße, führt künftig in Mittellage noch weiter durch die Siemensallee, schwenkt dann an der Kreuzung mit der Sudetenstraße nach Nordosten und folgt dieser Straße rund 750 Meter bis zur Einmündung der Egon-Eimermann-Allee. | Bild: Stadt Karlsruhe

30. November ist Stichtag

Dieser finale Lückenschluss wird nun in den letzten beiden Bauphasen ausgeführt, die sich zwischen dem 14. September und dem 30. November erstrecken. "Die Anzahl der Fahrspuren für den Autoverkehr sollen nach Bauende aber erhalten bleiben", so der KVV-Sprecher.

Die Wendeschleife in der Egon-Eiermann-Allee im Wohngebiet Knielingen 2.0
Die Wendeschleife in der Egon-Eiermann-Allee im Wohngebiet Knielingen 2.0 | Bild: Carmele / TMC - Fotografie

Denn: Bis auf die Sudetenstraße verfügten alle Straßen schon vorher über einen begrünten Mittelstreifen, auf dem Schienen und Masten Platz gefunden haben. In der Sudetenstraße wurden dafür Quer- in Längsparkplätze umgewandelt. Bis zum Ende des Jahres werden die über 2.500 "Knielingen 2.0er" dann endlich mit der lang ersehnten Bahn-Anbindung in die Innenstadt fahren können.

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  •   FCKSUV
    (426 Beiträge)

    14.09.2020 14:53 Uhr
    Würde eine spätere Verlängerung in Richtung Miro
    aus topographischen Gründen (Grabenbruch) ausscheiden?
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  •   kommentar4711
    (2666 Beiträge)

    14.09.2020 15:42 Uhr
    ANTWORT AUF "WÜRDE EINE SPÄTERE VERLÄNGERUNG IN RICHTUNG MIRO"
    Kann mir nicht vorstellen, dass es da genug Fahrgast-Potenzial gibt, als dass sich das lohnen würde.
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  •   mueck
    (11748 Beiträge)

    14.09.2020 16:55 Uhr
    !
    Miro = Erdölraffinerie = Haben wir bald keins mehr von und brauchen wir bald auch nicht mehr
    -> Neuer Standort für die Rheinstadt 2.0, war auch schon am Rande des Räumlichen Leitbilds kurz Thema, dann sollte man die Linie verlängern können = Trasse freihalten.
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  •   labbapaloema
    (84 Beiträge)

    14.09.2020 13:49 Uhr
    Neubaugebiet
    In Oberreut hat es vor 25 - 30 Jahren hervorragend geklappt. Damals wurde die Verlängerung der Linie 1 rechtzeitig mit Beginn der Umsetzung des Neubaugebiets errichtet. Dass dies in Knielingen 2.0 nicht gleichermaßen angegangen wurde, ist zugleich schlampig wie traurig!
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  •   kommentar4711
    (2666 Beiträge)

    14.09.2020 11:11 Uhr
    Stummel hinter der Wendeschleife?!
    Sieht auf den Bildern so aus, als würde es noch einen Gleis-Stummel über die Wendeschleife hinaus geben. Welcher Sinn steckt da dahinter?
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  •   mueck
    (11748 Beiträge)

    14.09.2020 12:00 Uhr
    !
    Abstellgleis, gibt's an vielen Wendeschleifen
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  •   lynx1984
    (3311 Beiträge)

    14.09.2020 08:02 Uhr
    Viel zu spät!
    Das Wohngebiet besteht seit 12 Jahren!
    Kinder die zum Einzug noch in den Kindergarten gingen fahren nun selbst Auto. Solche verspäteten Planungen führen dazu, dass der Zweit- und Drittwagen längst vor der Haustür auf den Straßen stehen. Gezwungenermaßen.
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  •   haku
    (4161 Beiträge)

    14.09.2020 13:12 Uhr
    Schau dir mal auf GoogleEarth die Bebauung vor 11 Jahren an
    Da stand noch gar nichts von Knielingen 2.0
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  •   lynx1984
    (3311 Beiträge)

    14.09.2020 15:23 Uhr
    Mai 2008
    Im Mai 2008 wurden die ersten Grundstücke verkauft und relativ direkt bebaut. Damals haben Bauherren, Bauunternehmen und die Bauämter alle noch ein Interesse an raschen Fertigstellungen gehabt... 6 Monate Bauzeit waren da teilweise schon lang! Von Fertighäusern wollen wir erst gar nicht sprechen...
    Ende 2008 wurde das Einkaufszentrum dort errichtet.
    Alles ohne Bahnlinie natürlich. Zum Jahreswechsel 2009 wäre die Einweihung der Bahnlinie rechtzeitig genug gewesen. So hätte man auch nicht im Bestand bauen müssen und noch höhere Kosten damit verursacht wie jetzt (trotz Freihaltetrasse)

    Ändert alles nichts an der Kernaussage: Die Autos stehen nun vor den Häusern. Die letzten Arbeitsplatzwechsel wurden ggf. nun auch unter dem Gesichtspunkt gemacht "erreiche ich ja gut mit dem Auto" und nicht "hat Straßenbahnanschluss"... Gewohntheiten sind seit >10 Jahren so da.
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  •   kommentar4711
    (2666 Beiträge)

    14.09.2020 15:37 Uhr
    ANTWORT AUF "MAI 2008"
    Und was schon fast in Vergessenheit geraten ist: Im Brauhaus 2.0 gab es davon das Lindenbräu, und der damalige Eigentümer hat die nicht eingehaltenen Versprechen in Bezug auf die Straßenbahn-Linie als einen der Hauptgründe für die Geschäftsaufgabe genannt. Jaja, lange ist es her...
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