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Umgestaltung vorerst verschoben: Durlacher Postplatz bleibt wie er ist

Eine Umgestaltung des Postareals rund um die Gritznerstraße wünschen sich die Durlacher und ihr Ortschaftsrat schon lange. In der Aprilsitzung des Durlacher Ortschaftsrates sollte nun endlich Bewegung in die Sache kommen. Schließlich erfüllt der Parkplatz dort zwar seine Pflicht, optisch macht das Areal aber schon lange keinen repräsentativen Eindruck mehr.

Dietmar Schaber, der Bereichsleiter Straßenwesen im Tiefbauamt der Stadt Karlsruhe, stellte mögliche Verbesserungen vor, wies aber auch darauf hin, dass sich großflächige Umgestaltungen dort als eher schwierig erwiesen haben. "Viel lässt sich hier nicht machen", erklärte er. "Wir haben einige Zwangspunkte, die uns einschränken: Vom Wuchs der Baumwurzeln bis hin zur Baulichkeit." Einige Dinge wären – so die Meinung des städtischen Amtes – jedoch recht zügig umsetzbar. Etwa der niveaugleiche Ausbau, die Verschönerung der Straßen- und Platzbeläge oder etwa eine bessere Durchwegung und Erschließung des Parkplatzes – besonders von Südosten zur Post hin.

Allerdings seien dies eher Kleinigkeiten, die an der Gegebenheit des Platzes nicht viel ändern würden, waren sich der Straßenbauexperte und das kommunale Gremium einig. "Ein weitaus größerer Wurf könnte uns gelingen, wenn das Postareal mit in das geplante Sanierungsgebiet am Durlacher Ortseingang eingeschlossen würde", so Schaber.

Durlach Postareal
Das Postareal soll umgestaltet werden (rot), doch erst, wenn Fördermittel vom Land da sind. Dann könnte sich der gesamte Stadteingang von Durlach verändern. | Bild: Screenshot Google Maps/ka-news

Große Umgestaltung nur als Landessanierungsprojekt

Wie der Ortschaftsrat in seiner Märzsitzung vom Stadtplanungsamt erfuhr, könnte ein mögliches förderungswürdiges Sanierungsgebiet nicht nur das Bahnhofsumfeld einschließen, sondern bis zur Grenze Bienleintor-, Kelterstraße in die Pfinztalstraße hineinreichen und über die Amalienbad-, Ernst-Friedrich- und Bleichstraße zurück an die Durlacher Allee führen.

Damit wäre auch eine große Umgestaltung des Postplatzes – dann auch mit potenziellen Änderungen in der Verkehrsführung – möglich, ebenso wie eine Sanierung der alten Festhalle, obwohl für die mittlerweile auch schon eine Verlegung an den Stachus (zwischen Bahnhof und Durlacher Allee) für alle Beteiligten durchaus vorstellbar ist. 

Straßenkreuzung Durlach
Direkt an den Durlacher Ortseingang könnte die Festhalle wandern. | Bild: Paul Needhem

All das jedoch ist bisher noch Zukunftsmusik und würde auf jeden Fall noch dauern. Selbst wenn eine Bewerbung als "gefördertes Landessanierungsgebiet" dieses Jahr noch umgesetzt werden könnte, würde es noch mindestens fünf Jahre bis zur Umsetzung dauern. Man stehe nun in Vorgesprächen mit dem Regierungspräsidium, frühestens im Frühjahr 2021 könne man mit einer Entscheidung über die Förderungswürdigkeit des Sanierungsgebietes rechnen. Bis 2023 könnte dann ein konkretes Sanierungskonzept ausgearbeitet werden, erfuhr der Ortschaftsrat bereits im März aus dem Stadtplanungsamt.

Durlacher Bahnhof
Ein förderungswürdiges Sanierungsgebiet würde nicht nur das Bahnhofsumfeld einschließen. | Bild: Julia Zok

Planungen vorerst gestoppt

Dennoch beschloss das Gremium, die "kleine Lösung" für den Postplatz erst einmal zu stoppen und abzuwarten, ob das Gelände Teil eines möglichen Sanierungsgebietes wird. "Warten wir erst einmal ab und verschieben den Beginn dieser Baumaßnahme", fasste Ortsvorsteherin Alexandra Ries zusammen. "Wir gehen in Gespräche mit dem Stadtplanungsamt und lassen uns über die Chancen dieser Bewerbung und den zeitlichen Ablauf informieren." Ihr Vorschlag erfuhr Zustimmung aus allen Fraktionen, zumal man auch dem Bürger nur schwerlich erklären könne, warum man dort im Extremfall innerhalb von wenigen Jahren mehrmals bauen und sanieren würde.

ka-news Hintergrund: Im Rahmen des Landessanierungsplans (LSP) wurden seit 1971 rund 7,3 Milliarden Euro ausgeschüttet. Über 3.120 Sanierungs- und Entwicklungsgebiete konnten so bearbeitet werden, um städtebauliche Missstände zu beheben - für die Entwicklung von Städten und Gemeinden. 
Aktuelle Förderschwerpunkte in Baden-Württemberg sind unter anderem:
> Schaffung von Wohnraum durch Umnutzung
> Sicherung und Verbesserung des sozialen Zusammenhalts
> Maßnahmen zur Anpassung vorhandener Strukturen an den demografischen Wandel
> Profilierung der kommunalen Individualität 
> Sicherung und Erhalt denkmalpflegerisch wertvoller Bausubstanz
> Neustrukturierung und Umnutzung baulich vorgenutzter Brachflächen  
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Kommentare (1)
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  •   Rundbau-Gespenst
    (10068 Beiträge)

    23.04.2018 18:30 Uhr
    fehlen in Durlach etwa noch
    Dutzende leerstehende Büroobjekte, weil man den Ortseingang sanieren möchte?
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