60  

Karlsruhe Mehr Wohnraum in freien Zwischenräumen? Wo Nachverdichtung möglich und sinnvoll ist

Bis zum Jahr 2030 fehlen in der Fächerstadt etwa 20.000 Wohneinheiten, denn Karlsruhe ist ein beliebter Wohnort, der stetig wächst. Doch wo soll und kann - gerade in der Innenstadt - noch gebaut werden? Das Zauberwort heißt "Nachverdichtung". Jeder mögliche Bauplatz soll bestmöglich genutzt werden.

Karlsruhe braucht neue Wohnflächen, und das am besten möglichst schonend, wenn es um die Flächenressourcen der Stadt geht. Doch wo kann dann noch neuer Wohnraum entstehen? Nachverdichtung und Innenentwicklung könnten Abhilfe schaffen. Nun hat die SPD-Fraktion des Karlsruher Gemeinderates in der Mai-Sitzung einen Antrag an die Stadtverwaltung gestellt. Darin fordern die Stadträte, dass die Stadt einen Leitfaden erarbeitet, der die Innenentwicklung und Nachverdichtung reguliert und in die richtigen Bahnen lenkt.

Für das Karree zwischen der Frühlingsstraße und der Ludwig-Erhard-Allee hat die Stadt Pläne.
2017: Zwischen der Frühlingsstraße und der Ludwig-Erhard-Allee entstehen neue Gebäude. (Archivbild) | Bild: Peter Eich

"Dieser Leitfaden soll zur Stärkung von Transparenz und Optimierung von Planungsprozessen dienen", so die SPD in ihrem Antrag weiter. Der Grund: So sollen frühzeitig Ängste, Misstrauen und Sorgen der Bürger abgebaut werden. "Er soll auch dazu beitragen, Widerstände zu überwinden", schreibt die SPD weiter in ihrer Begründung zum Antrag.

"Das Thema anzugehen, ist aus Sicht der Stadtverwaltung in jedem Fall wichtig zu forcieren", so die Stadt in ihrer Antwort an die SPD-Fraktion. Derzeit seien aber keine Kapazitäten für einen solchen Leitfaden vorgesehen. 

Neues Projekt um Wohnflächen besser zu erkennen

Jedoch verweist die Stadt Karlsruhe auf ein geplantes Projekt: den Wohnpotenzialatlas (KaWoPA). "Mit Hilfe eines externen Gutachtens sollen bis 2019 mögliche Innenentwicklungspotenziale im gesamten Stadtgebiet gesichtet werden und deren Aktivierbarkeit bewertet werden", schreibt die Stadtverwaltung weiter. Im Fokus liegen dabei vor allem Garagenhöfe, aber auch Flächen, die im Vorfeld von der Stadt im Innenbereich gesichtet worden sind. 

Garagen könnten aufgestockt werden. | Bild: Corina Bohner

Zudem soll laut Stellungnahme der Stadt auch ein 3-D-Modell der Fächerstadt zum Einsatz kommen: "So sollen gezielt Aufstockungsmöglichkeiten aufgezeigt werden!" Bis Ende des Jahres sollen diese Potenzialflächen vorliegen und bis zum Frühjahr 2019 bewertet werden. "Diese Ergebnisse sollen bis Mitte des nächsten Jahres dann im 'Karlsruher Wohnpotenzialflächenatlas mit Aktivierungsleitfaden' zusammengefasst werden", so die Stadtverwaltung weiter.

Kontraste alt/neu im Wohnviertel der südl. Flugplatzsiedlung
Südliche Flugplatzsiedlung: Zwischen den Häusern ist viel Platz - auch für neue Wohnbauten? | Bild: Tim Carmele

Bürger sollen informiert werden

Dennoch ist die Stadt unsicher, inwieweit der Antrag der SPD, einen Leitfaden für die Innenentwicklung die Akzeptanz der Bürger fördern könnte. Daher wurde der Antrag an den Gemeinderat zurück in den Planungsausschuss verwiesen, das haben die Stadträte in der Mai-Sitzung abgestimmt. 

Doch die Stadt Karlsruhe will und muss nachverdichten. Daher möchten die Verantwortlichen eine Broschüre auf den Markt bringen: "Um die im Flächennutzungsplan angedachten Dichten für die Wohnbauflächen zu veranschaulichen, wird der Nachbarschaftsverband eine Broschüre mit 'best practice'-Beispielen unterschiedlicher Wohndichten veröffentlichen", so die Stadt abschließend in ihrer Stellungnahme. So sollen den Anwohnern Ängste und Sorgen genommen werden. 

Mehr zum Thema
Karlsruhes Zukunft | ka-news.de: Wohnen, Arbeiten, Freiraum, Klima und Mobilität - Karlsruhe richtet sich mit dem Räumlichen Leitbild strategisch auf die Zukunft aus. Erste Vorhaben und Projekte werden bereits verwirklicht. In diesem Dossier werden die aktuellen Entwicklungen zum Räumlichen Leitbild gesammelt und kritisch beleuchtet.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (60)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    02.06.2018 22:35 Uhr
    Immerhin
    wird das ja bei Neubauten gemacht. Aber es sagt sich immer so einfach. Wenn die Tiefgaragen mal zum Sanierungsfall werden, das ist übelst teuer.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Suedweschter
    (453 Beiträge)

    03.06.2018 18:24 Uhr
    Die Tiefgaragen werden unsere Kinder mal zum Wohnen brauchen
    Wenn das mit den steigenden Temperaturen so weitergeht ... :/
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pilsi57
    (296 Beiträge)

    02.06.2018 17:28 Uhr
    Einfach mal zur Kenntnis nehmen,
    dass wir kein Einwanderungsland wie z.B Kanada, Australien oder Neuseeland sind. Mit massig Platz. Aber anstatt dies zuzugeben werden dann lieber Frischluftschneisen in Wohngebiete oder wie in der Flugplatzsiedlung eben Bäume abgeholzt?
    Dann ist aber auch die ganze Klimadiskussion eine Lüge, denn wenn dem wirklich so ist, verdichtet man nicht nach ( bei Garagenhöfen habe ich noch Verständnis ).
    In die Höhe bauen und den eigenes Häuschen Wahnsinn eindämmen.
    Bin des öfteren in China privat, da geht man erstaunlicherweise den Weg mit Grünflächen, richtigen Parks mit Wasserläufen und kleinen Seen. Da wird zwar sehr in die Höhe gebaut, wer aber mal in so einem Hochhaus eine Wohnung angeschaut hat, ist sehr positiv überrascht. Hat mit unserer Plattenbauten und Wohnhochhäuser rein gar nichts gemein.
    Die Nachverdichtung kann die Probleme nicht lösen, nur wie ich eingangs schon erwähnt habe. Wir sind kein Einwanderungsland
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Suedweschter
    (453 Beiträge)

    03.06.2018 17:29 Uhr
    Weniger zu werden, täte unserer Umwelt gut
    In den Auswanderungsländern sollte man sich mal von China abgucken, wie Geburtenkontrolle geht. Niemand sollte mehr Kinder bekommen, als um die er sich hinterher kümmern und die auch versorgen kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pilsi57
    (296 Beiträge)

    03.06.2018 18:11 Uhr
    Richtig
    dürfte der einzige Weg zu sein, unseren Planeten zu retten. Der Generationenvertrag ist eine Sackgasse, nur hat unsere "Politikerelite" nicht den Mut dies zu kommunizieren.
    Auch in Punkto Infrastruktur sind die Chinesen schon um Lichtjahre voraus. Mit deren Hochgeschwindigkeitszügen zu fahren ist ein Genuss
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    03.06.2018 07:12 Uhr
    Parks........
    ....ich gehe davon aus, dass sich die Nutzer dieser Parks auch entsprechend zivilisiert verhalten.
    In KA gibt es ja auch Parks und Grillstellen, aber da gibt es auch immer wieder mal Exzesse.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pilsi57
    (296 Beiträge)

    03.06.2018 09:30 Uhr
    Richtig
    Keine Junkies, Kiffer, Alkoholkeichen. Es sind auch immer Leute unterwegs, die für den Bereich für Sauberkeit verantwortlich sind. Wie in den USA. Und es wird auch vom Staat auf die Leute eingewirkt, dass die Leute ihren Müll richtig entsorgen. Es ist selbst in den Megstädten sauberer als in Deutschland. Übrigends auch ein Grund, warum die Chinesen unseren grünen Punkt Plastikmüll nicht mehr abnehmen. Ausserdem müssen die teilweise sehr hübschen Mädchen und Frauen in Hot Pants oder kurzen Röcken keine Angst haben belästigt zu werden. Denjenigen würde es auch sehr schlecht ergehen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   yokohama
    (3449 Beiträge)

    02.06.2018 20:34 Uhr
    Deutschland
    ist ein bedeutenderes Einwanderungsland als Australien und Kanada, auch besiedelbare Fläche gibt es hierzulande mehr als dort. Im borealen Nadelwald, in der Tundra, Steppe und Wüste hat niemand vor Wohngebiete zu errichten, die einzigen in Frage kommenden Flächen liegen dort in dicht besiedelten Ballungsräumen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Suedweschter
    (453 Beiträge)

    03.06.2018 17:52 Uhr
    Quatsch mit Soße!
    Die Einwanderer der ersten Welle in den 60 ger und 70 ger Jahren, die aus Italien, Spanien, Portugal und Jugoslawien kamen sind schon längst wieder daheim oder deren Kinder und Enkel sind 100% eingedeutscht. Die, die danach kamen, wurden uns aufgezwungen, ratet mal von wem? Stichwort: Nato. Ansonsten wären die damals schon nicht hierhergekommen. Eine andere Sache sind die Nachfahren deutscher Familien in Russland, Kasachstan, Usbekistan, etc. Das waren allerdings eher Heimkehrer. Aber Einwanderer braucht hier niemand, außer diejenigen, die an ihnen Geld verdienen, z. B. die Vermieter, die sich freuen, wenn der Druck nicht nachlässt oder der Handel. Aber deswegen unsere Stadt zu verschandeln? No way!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    03.06.2018 22:03 Uhr
    Nicht ganz,
    grade die Enkelgeneration der Einwanderer aus einem ganz bestimmten Land wehrt sich grade gegen die Eindeutschung. Es gab dazu einen vieldiskutierten Vorfall im Vorfeld der Fussball WM.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 (6 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.