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Karlsruhe Mehr Wohnraum in freien Zwischenräumen? Wo Nachverdichtung möglich und sinnvoll ist

Bis zum Jahr 2030 fehlen in der Fächerstadt etwa 20.000 Wohneinheiten, denn Karlsruhe ist ein beliebter Wohnort, der stetig wächst. Doch wo soll und kann - gerade in der Innenstadt - noch gebaut werden? Das Zauberwort heißt "Nachverdichtung". Jeder mögliche Bauplatz soll bestmöglich genutzt werden.

Karlsruhe braucht neue Wohnflächen, und das am besten möglichst schonend, wenn es um die Flächenressourcen der Stadt geht. Doch wo kann dann noch neuer Wohnraum entstehen? Nachverdichtung und Innenentwicklung könnten Abhilfe schaffen. Nun hat die SPD-Fraktion des Karlsruher Gemeinderates in der Mai-Sitzung einen Antrag an die Stadtverwaltung gestellt. Darin fordern die Stadträte, dass die Stadt einen Leitfaden erarbeitet, der die Innenentwicklung und Nachverdichtung reguliert und in die richtigen Bahnen lenkt.

Für das Karree zwischen der Frühlingsstraße und der Ludwig-Erhard-Allee hat die Stadt Pläne.
2017: Zwischen der Frühlingsstraße und der Ludwig-Erhard-Allee entstehen neue Gebäude. (Archivbild) | Bild: Peter Eich

"Dieser Leitfaden soll zur Stärkung von Transparenz und Optimierung von Planungsprozessen dienen", so die SPD in ihrem Antrag weiter. Der Grund: So sollen frühzeitig Ängste, Misstrauen und Sorgen der Bürger abgebaut werden. "Er soll auch dazu beitragen, Widerstände zu überwinden", schreibt die SPD weiter in ihrer Begründung zum Antrag.

"Das Thema anzugehen, ist aus Sicht der Stadtverwaltung in jedem Fall wichtig zu forcieren", so die Stadt in ihrer Antwort an die SPD-Fraktion. Derzeit seien aber keine Kapazitäten für einen solchen Leitfaden vorgesehen. 

Neues Projekt um Wohnflächen besser zu erkennen

Jedoch verweist die Stadt Karlsruhe auf ein geplantes Projekt: den Wohnpotenzialatlas (KaWoPA). "Mit Hilfe eines externen Gutachtens sollen bis 2019 mögliche Innenentwicklungspotenziale im gesamten Stadtgebiet gesichtet werden und deren Aktivierbarkeit bewertet werden", schreibt die Stadtverwaltung weiter. Im Fokus liegen dabei vor allem Garagenhöfe, aber auch Flächen, die im Vorfeld von der Stadt im Innenbereich gesichtet worden sind. 

Garagen könnten aufgestockt werden. | Bild: Corina Bohner

Zudem soll laut Stellungnahme der Stadt auch ein 3-D-Modell der Fächerstadt zum Einsatz kommen: "So sollen gezielt Aufstockungsmöglichkeiten aufgezeigt werden!" Bis Ende des Jahres sollen diese Potenzialflächen vorliegen und bis zum Frühjahr 2019 bewertet werden. "Diese Ergebnisse sollen bis Mitte des nächsten Jahres dann im 'Karlsruher Wohnpotenzialflächenatlas mit Aktivierungsleitfaden' zusammengefasst werden", so die Stadtverwaltung weiter.

Kontraste alt/neu im Wohnviertel der südl. Flugplatzsiedlung
Südliche Flugplatzsiedlung: Zwischen den Häusern ist viel Platz - auch für neue Wohnbauten? | Bild: Tim Carmele

Bürger sollen informiert werden

Dennoch ist die Stadt unsicher, inwieweit der Antrag der SPD, einen Leitfaden für die Innenentwicklung die Akzeptanz der Bürger fördern könnte. Daher wurde der Antrag an den Gemeinderat zurück in den Planungsausschuss verwiesen, das haben die Stadträte in der Mai-Sitzung abgestimmt. 

Doch die Stadt Karlsruhe will und muss nachverdichten. Daher möchten die Verantwortlichen eine Broschüre auf den Markt bringen: "Um die im Flächennutzungsplan angedachten Dichten für die Wohnbauflächen zu veranschaulichen, wird der Nachbarschaftsverband eine Broschüre mit 'best practice'-Beispielen unterschiedlicher Wohndichten veröffentlichen", so die Stadt abschließend in ihrer Stellungnahme. So sollen den Anwohnern Ängste und Sorgen genommen werden. 

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  •   Nachteule
    (950 Beiträge)

    03.06.2018 11:10 Uhr
    Südliche Flugplatzsiedlung - ein schönes Foto
    Da wo jetzt die Bäume zu sehen sind, soll ein neuer Wohnblock hin. Aber nicht nur dort. Bis zu 20 neue Wohnblocks sollen alleine in der August-Bebel- und der Kußmaulstraße zwischen die schon bestehenden Wohnblocks gepackt werden. Auf Flächen wo heute Wiesen sind und Bäume stehen. "Behutsame Nachverdichtung" nennt das die Stadt auf ihrer Internetseite. Ich nenne das: Puren Zynismus !
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  •   Flugplatzsiedlung
    (1 Beiträge)

    03.06.2018 18:12 Uhr
    Kein Platz für neue Wohnbauten
    ich wohne in der Flugplatzsiedlung un da gibt es kein Platz für neue Wohnräume, auf jeden Fall nicht in der August Bebel Str , Kußmaulstr. und in der Stresemanstr. Hier sind sowieso die Wohnhäuser einfach eingeengt,wo sollten die neuen enstehen??????????Wird dann kein Grünen mehr, keine Bäume und keine Spielplätze mehr. Das ist einfach unvorstellbar. Auf was sollten wir uns freuen? Auf dicke Wände??? Unvorstellbar. Es sollte hier nicht gebaut werden!!!!!!!!!!!!!!!1
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  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    03.06.2018 12:51 Uhr
    Den sozial Schwächsten
    noch mehr sozial Schwache vor die Nase setzen, Ghettobildung nach französischem Vorbild, scheinbar sollen auch bei uns Banlieues entstehen. So viel zur "sozialen Durchmischung", baut doch im Märchenviertel oder auf dem Geigersberg ein paar Sozialwohnungen, da ist auch noch Platz. Oder etwas außerhalb von KA, in den schicken Eigenheimsiedlungen der Vororte im Speckgürtel. zwinkern

    Gerade die Sonntagszeitung gelesen, 4 Zimmer-Whg. zu vermieten, 115 qm, nur an Einzelperson oder Paar. Ergo: Kinder unerwünscht. Mal schauen ob eure Hauskatzen euch den Hintern abwischen wenn ihr mal im Altersheim seid. grinsen
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    03.06.2018 22:08 Uhr
    Wer sagt,
    dass die Kinder das machen? Die Altersheime (darf man das überhaupt noch sagen?) sind voll von wahnsinnig einsamen Menschen die Familie haben. Die Frage ist eben ob sie auch kommen oder grade mit dem Staat in einem Rechtsstreit sind wer die Pflegekosten bezahlt...wenn du dich auf deine Kinder verlässt bist du verlassen. Da ist ein Hund oder eine Katze ein wesentlich treuerer Gefährte. Die lassen dich nie im Stich.
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  •   Woisfaschdalles
    (37 Beiträge)

    03.06.2018 08:17 Uhr
    gibt schon noch freie Flächen
    Solange das Bauordnungsamt und die Städteentwicklung der Stadt Karlsruhe bei freien Wohn-/Mischgebieten so starke Restriktionen einbaut, wie z. B. im Baugebiet Winterroth in Palmbach hat Karlsruhe sicherlich nicht das vordringliche Interesse einer Besiedelung (egal ob Gewerbe oder Privat). Das Mischgewerbegebiet gibt es seit 2004 und es sind gerade mal 3! Bauplätze bebaut. Auf einer sogenannten Ausgleichsfläche, die alle restlichen Grundstücksinhaber mit erwerben müssen/mussten, ist geplant, dass auf 25.000 qm ganze vier Pferde die Natur retten sollen, obwohl jeder Neubau nur mit einem Flachdach mit Begrünung gebaut werden darf. Weitere Vorgaben und Einschränkungen der Stadt macht das Gebiet relativ uninteressant.
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  •   Anonymous
    (48 Beiträge)

    03.06.2018 00:11 Uhr
    Parkplätze...?
    ..., für was? Bald geht's nicht nur dem Diesel an den Kragen sondern allen, und schon ist das Problem gelöst! Sch... Grünen-Politik!
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  •   Anonymous
    (48 Beiträge)

    03.06.2018 08:03 Uhr
    Kamele...
    hier zu halten grenzt an Tierquälerei! Was die Grünen wohl wieder dazu sagen werden?
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  •   Svetogor
    (322 Beiträge)

    03.06.2018 11:24 Uhr
    .
    Naja, dann müsstest ja die Zausel alle in die Wüste schicken. Sind doch alles selber Kamele.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (960 Beiträge)

    03.06.2018 00:27 Uhr
    Und?
    Die mobile Zukunft liegt bei Kamelen. Geht doch anderswo auch.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (960 Beiträge)

    02.06.2018 23:44 Uhr
    "Nachverdichtung"....
    allein die Wortgebung....
    Lässt nichts gutes ahnen.
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