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Karlsruhe Im C-Areal in der Karlsruher Nordstadt tut sich was: Möglicher Baubeginn für etwa 1.300 Wohnungen erst Ende 2024

Im Kampf gegen den Wohnraummangel ist die Stadt Karlsruhe einen kleinen Schritt weiter. Das Land Baden-Württemberg übergibt eigene Flächen im Südteil des C-Areals an die Stadt. Die Bagger rollen allerdings frühestens Ende 2024. Dann soll es etwa zwei Jahre dauern, bis erste Mieter einziehen können.

Lange war es ruhig um das Projekt "Zukunft Nord" in der Karlsruher Nordstadt. Bereits im Sommer 2014 gab es einen ersten Infoabend für Bürger und Interessierte. Bei diesem stellte die GEM Ingenieurgesellschaft, der Investor des C-Areals, erste Pläne vor. Mittlerweile ist das Bebauungsplanverfahren in vollem Gange. Bis die neuen, dringend benötigten Wohnungen bezugsfertig sind, wird es allerdings noch eine ganze Weile dauern. Ein nächster kleiner Schritt hin zu mehr Wohnraum ist nun aber getan.

Bürgerbeteiligung für das Areal

Das Land hat signalisiert, die nötigen Flächen im Südteil des Gesamtareals der Stadt zur Verfügung zu stellen. "Wir wissen, wie dringend Wohnungen in Karlsruhe gebraucht werden. Und wir wollen als Land unseren Teil dazu beitragen, dass in der Nordstadt möglichst viel bezahlbarer Wohnraum entsteht", so Staatssekretärin Gisela Splett in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Finanzen in Baden-Württemberg.

Nordstadt Rahmenplan
In dem Bereich westlich der Erzbergerstraße, einschließlich des ehemaligen C-Areals der amerikanischen Streitkräfte, entsteht in den kommenden Jahren ein neues Wohngebiet. | Bild: Stadt Karlsruhe

Zuletzt gab es im Oktober 2018 einen Infoabend, an dem sich interessierte Bürger beteiligen konnten. Als nächsten Schritt berät der Planungsausschuss der Stadt über die eingegangenen Anregungen und Stellungnahmen der Teilnehmer. Voraussichtlich Ende 2020 folgt dann der Satzungsbeschluss. In diesem Verfahren können noch wesentliche Änderungen des Bebauungsplans beschlossen werden. 

Großteil des C-Areals soll Wohngebiet werden

Die Flächenübergabe ist auf Initiative der Verwaltung zurückzuführen wie die Stadt gegenüber ka-news bestätigt. In den letzten Jahren befand sich die Stadt darüber in langen und intensiven Verhandlungen mit dem Land. Wenn sich das Gelände im südlichen Teil des C-Areals dann im Besitz der Stadt befindet, sollen die Grundstücke an die Volkswohnung übertragen werden. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft könnte dort dann die Gebäude errichten, so die Stadt über die Pläne gegenüber ka-news. Um konkrete Aussagen über die Kosten treffen zu können, ist es laut Stadt allerdings noch zu früh.

Wilhemstraße Ost
Eine Baustelle. (Symbolbild) | Bild: Anya Barros

Im städtischen Bebauungsplanverfahren ist vorgesehen, einen Großteil des Areals als allgemeines Wohngebiet auszuweisen. Entlang der Erzbergerstraße ist eine Mischnutzung geplant: "Neben Wohnungen sollen dort Räumlichkeiten für Gewerbetreibende entstehen. Außerdem wird das Land dort bei Bedarf Interesse für die Unterbringung von Behörden anmelden", teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit. Für das Gesamtareal geht die Stadt von einer Bauzeit von rund anderthalb Jahren aus.

Wohnungen können frühestens 2027 bezogen werden

Im gesamten C-Areal sollen laut Stadt zirka 1.300 Wohnungen für rund 2.600 Einwohner entstehen. Vor allem Familien und ältere Menschen sollen im alten C-Areal ein neues Zuhause finden. "Wir wollen insbesondere junge Familien in der Stadt halten und für Fachkräfte von nah und fern attraktiv bleiben", sagt der Oberbürgermeister Frank Mentrup. Aktuell ist aber noch Geduld angesagt: Baubeginn ist frühestens Ende 2024. Bis die neuen Wohnungen bezugsfertig sind, dauert es wohl noch bis zum Jahr 2027. 

Dieser Artikel wurde nachträglich bearbeitet und angepasst.  

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  •   ALFPFIN
    (6515 Beiträge)

    06.01.2019 18:48 Uhr
    Baubeginn 2024
    und Bezug 2027. Da fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter, auch wenn wir noch ein paar heiße Sommer erleben. Und dann werden wieder eher Eigentumswohnungen gebaut und natürlich, darf nicht fehlen, mit Aufzug für das teure EAuto vor dem Küchenfenster, siehe Wohnungsbau des Familienheimes (ehemals gegründet von der kath. Kirche, Bauen für Familien mit kleinem Geldbeutel) in der Südost City.
    Und wenn das alles bebaut ist, wird wieder lange diskutiert, wo stellt man bezahlbare Wohnungen hin.
    Und dann, siehe oben.
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  •   Dunur
    (1 Beiträge)

    06.01.2019 18:48 Uhr
    ist der PRIVATE Haupt-Investor GEM der Flaschenhals?
    ist der PRIVATE Haupt-Investor und Groß-Flächenbesitzer GEM der Flaschenhals?
    Laut Sitzungsprotokoll https://www.karlsruhe.de/b3/bauen/projekte/rahmenplan/zukunftnord/info_juli/HF_sections/content/ZZlGxG1de9PSkb/ZZlIVL2E5IfQoT/Protokoll.pdf
    hat die GEM bereits KEIN Projekt in dieser Größenordnung durchgeführt.

    Auch der Fortschritt auf dem derzeitigen GEM-Projekt "Hofgarten-Karee" (nähe Klinikum/Moltke-Strasse)
    https://gem-ingenieure.de/entwicklung/hofgarten-karree-karlsruhe-2
    ist langsamer als erwartet...
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  •   Gegengerade1975
    (143 Beiträge)

    06.01.2019 16:54 Uhr
    hmm..
    vor ein paar Jahren wurde davon gesprochen, dass es 2017/18 losgeht, warum dauert das so lange???
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  •   lka
    (11 Beiträge)

    06.01.2019 14:23 Uhr
    Wie die Stadt das machen möchte?
    Diese Antwort bleibt sie bisher schuldig. Immerhin steckt hinter der GEM ein Großinvestor, der sich nicht gerne vorschreiben lässt, was er zu bauen hat: http://lka.tumblr.com/post/181203415186/zur-mehrheitsbeteiligung-der-cg-gruppe-an-der
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  •   ramius
    (175 Beiträge)

    06.01.2019 12:45 Uhr
    Wieso
    ist der Baubeginn erst 2024 und nicht 2019?
    Was macht die Stadtverwaltung bis dahin mit dem Gelände?
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  •   likeka
    (436 Beiträge)

    06.01.2019 13:35 Uhr
    Sie arbeitet.
    Bevor gebaut werden kann, muss erst Baurecht geschaffen werden. Dazu braucht es ein Bebauungsplanverfahren.
    Dann müssen die Grundstücke entsprechend der Planung neu an die bisherigen Besitzer zugeteilt werden (Umlegungsverfahren).
    Dazu kommt die Detailplanung der Infrastruktur und schließlich der Gebäude.
    Danach müssen die Bauarbeiten ausgeschrieben werden und dann gehts irgendwann los...
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    06.01.2019 14:21 Uhr
    Richtig,
    irgendwann...vielleicht...zwischen dem angesprochenen Chinamodell und den verfahren nach denen es hier abläuft ist noch ne Menge Luft. Genauso extremistisch wie in absolutistischen Staaten vorgeprescht wird wird hierzulande alles zerredet und zerplant um irgendwann mal den kleinsten möglichen Nenner zu finden. Man könnte grad glauben es handele sich um ein Bauvorhaben auf dem Mars. Fünf Jahre für einen Bebauungsplan für ein paar Wohnungen auf praktisch freiem Gelände, das ist ein Witz. Und mehr als 08/15 steht nachher auch nicht da, soll ja 'bezahlbar' sein.
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  •   likeka
    (436 Beiträge)

    06.01.2019 15:55 Uhr
    Da haben Sie recht!
    Ich finde, das geht auch alles viel zu lange!
    Da kann nur die Stadt wenig bis nichts machen, denn Planungsrecht ist ein Bundesgesetz...
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  •   Laetschebachschorsch
    (3129 Beiträge)

    06.01.2019 08:06 Uhr
    Wie kommt das eigentlich?
    Wenn ein Privatunternehmen Baumaßnahmen durchführt, dann dauert das einen Bruchteil der Zeit zum Vergleich zu einer Baumaßnahme der öffentlichen Hand. Das fällt hier an einigen Stellen auf. Und die Folgen sind auch verfehlte Kostenkalkulationen.
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  •   likeka
    (436 Beiträge)

    06.01.2019 13:21 Uhr
    Die GEM
    Die Entwicklungsgesellschaft GEM, die einen Großteil bebauen will, ist ein Privatunternehmen.
    Das ist "ganz normales" Planungsrecht, das geht immer so langsam.
    Erst musste in einem Planungswettbewerb eine Idee entwicklet werden, die wird dann überarbeitet, dieser Entwurf wird zu einem Bebauungsplanentwurf. Dann folgt ein realtiv langer Prozess, bis der Bebauungsplan rechtskräftig ist (u.a. werden auch Gutachten zu Lärm und Naturschutz, etc. angefertigt). Dazu kommt, dass die Bürger sich auch einbringen sollen. Zudem muss man die bestehenden Flächen umlegen, also neu verteilen auf die bisherigen Eigentümer. Dann müssen Infrastruktur und Gebäude im Detail geplant und ausgeschrieben werden, ...

    Alternativ geht das "System China": Ein von oben diktierter Entwurf wird gebaut - von einem staatlichen Unternehmen. Alles, was im Weg steht, kommt weg. Wem das nicht passt, der hat ruhig zu sein. Mit Grundstückseigentümern muss man sich dann auch nicht rumschlagen, etc.
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