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Karlsruhe 30 Millionen Euro für Karlsruhes neues Sport-Mekka? Gemeinderat stimmt zu - Stadt darf Bauentwurf planen

Lange war es ruhig um das Gelände an der Unteren Hub in Durlach. Nun kommt wieder Bewegung in den dort von der Stadt Karlsruhe geplanten Sportpark. Das Landschaftsarchitekten-Büro von "HDK Dutt und Kist" wurden in der Vergangenheit mit einer neuen Planung beauftragt. Auf Grundlage dieser veränderten Planung soll nun ein Bebauungsplan entworfen werden. Voraussetzung: die Zustimmung des Karlsruher Gemeinderates am Dienstag.

Vier Fußballfelder, zwölf Tennisplätze, drei Beachvolleyball-Felder, zwei Sporthallen, ein Vereinsheim, eine Sport-Kita, ein Parkdeck und vieles mehr, alles verbunden durch eine große Allee - ein Sport-Mekka mitten in Karlsruhe und bald Heimat mehrerer Durlacher Vereine? So sind zumindest die Planungen der Stadtverwaltung, die am Dienstag den Gemeinderat um Zustimmung für das Projekt "Sport- und Freizeitcampus Durlach, Untere Hub" bittet.

Die Idee für das Projekt besteht schon länger. Bereits im Jahr 2014 fasste der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss, aus dem Gelände im Norden Durlachs einen solchen Sportpark zu errichten. Er soll die neue Heimat der Fußballvereine ASV und DJK Durlach, der Turnerschaft Durlach und des Tennisklubs Durlach werden. Auf dem Gelände des ASV und des DJK am Pfinzufer soll dann neuer Wohnraum für ungefähr 840 Einwohner entstehen.

Neue Planung - das hat sich seit 2018 verändert

2018 wurden dann ein erster Entwurf des Büros" HDK Dutt und Kist" für den neuen Sportpark vorgestellt. Dieser wurde nun - nach Feedback und Kritik der Öffentlichkeit - in einer "vertiefenden Planung" überarbeitet. Geändert hat sich in den Entwürfen dabei einiges:

  • Geringere Flächenplanung: Durch die vertiefende Planung wurde die benötigte Fläche um zirka 17 Prozent reduziert. Diese Ersparnis sei laut Stadt "eine wesentliche Grundlage für die Durchführung des Bebauungsplanverfahrens, da sie die Belange der Betroffenen möglichst weit berücksichtigt", heißt es in der Beschlussvorlage des Gemeinderats.
  • Die räumliche Anordnung der Tennisplätze, der Kita, der privaten Sportflächen, der Stellplätze sowie der Standort der Ersatzhalle der Turnerschaft mit den dazugehörigen Spielfeldern (jetzt westlich der Dreifeldsporthalle) wurden neu geplant.
Untere Hub
Untere Hub | Bild: Schwitalla
  • Aufgrund der geäußerten Bedenken der Öffentlichkeit bezüglich des Fluchtverhaltens von Pferden soll nun in großen Teilen auf den Reitparcours verzichtet werden. Eine Passage für Reiter im südöstlichen Bereich soll nach wie vor möglich sein.
  • Die Größe der Kita wird von acht Gruppen auf sechs reduziert.
  • Alle Fußballfelder weisen eine Mindestgröße von 68 auf 105 Meter nach. Eines der Fußballsportfelder könnte optional auch mit zwei zusammenhängenden Kleinspielfeldern belegt werden.
  • Die Anzahl der Parkplätze wird gegenüber der bisherigen Planung auf 270 reduziert. Darüber hinaus soll im Bebauungsplan die Option für weitere Stellplätze für den Fall der erhöhten Nachfrage entlang der B10 und ein Parkdeck mit einer maximalen Höhe von zirka sieben Meter vorgesehen werden.
Neu: So sieht der überarbeitete Entwurf für den Sportpark aus.
...und so sieht der Anfang 2020 überarbeitete Entwurf für den Sportpark aus. | Bild: Dutt & Kist

Wann rollen die ersten Bagger?

Diesen Änderungen soll nun der Karlsruher Gemeinderat am Dienstag zustimmen. Auf Grundlage dieser neuen Planung will die Stadtverwaltung einen Bebauungsplan entwerfen. Insgesamt sollen dann 30 Millionen Euro in das Gelände zwischen Autobahn und B 10 investiert werden.

Wann die beteiligten Durlacher Vereine ihre neue Heimat beziehen dürfen, steht allerdings noch nicht fest. Über das genaue Bebauungsverfahren soll laut aktuellem Stand im dritten Quartal 2022 beraten werden - sofern die Stadträte am Dienstag ihre Zustimmung geben. Der Durlacher Ortschaftsrat hatte den geänderten Plänen bereits in seiner Sitzung am 10. Februar einstimmig zugestimmt.

17:33"Untere Hub" spaltet den Gemeinderat

Der Karlsruher Gemeinderat hat über den Sportpark in der unteren Hub in Durlach abgestimmt. Dabei wurde die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung mit einer mehrheitlichen Zustimmung angenommen. 27 Stadträte stimmten für einen Bauentwurf auf Grundlage der aktualisierten Planung, 17 dagegen, zwei Stadträte enthielten sich. Damit macht das Projekt einen weiteren Schritt in Richtung Umsetzung. 

Während der Debatte im Gemeinderat überraschte die Grünen-Fraktion. Johannes Honné, der für seine Fraktion sprach, entsagte dem Projekt - entgegen seiner Partei-Kollegen im Durlacher Ortschaftsrat - die Zusage. "Wir zeigen dem Projekt heute die Rote Karte", so Honné deutlich. Grund für die Entscheidung der Grünen-Fraktion sei vor allem der enorme Flächenverbrauch, der für den Sportpark veranschlagt ist. Dieser sei auch in der neuen Planung weiterhin zu hoch, so der Grünen-Politiker. 

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  •   tom1966
    (1380 Beiträge)

    24.02.2021 11:32 Uhr
    "Sooo weit weg..."
    ist es nicht, das ist richtig, es sind geschätzt ca. 1 km, für Erwachsene kein Thema, sofern kein sperriges Gerät transportiert werden muss.
    Mir geht es aber um Kinder im Grundschulalter und knapp darüber, die müssen durch eine wenig bevölkerte Gegend laufen. Ich selbst habe leider keine Kinder, kann mir aber vorstellen, dass einige Eltern schon bei dem Gedanken, ihr Kind müsse da lang laufen, in Panik verfallen und es dann lieber mit dem Auto zum Training fahren.

    Aus diesem Grund ziehe ich Sportanlagen, die näher an den Wohngebieten sind, vor.
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  •   mueck
    (12188 Beiträge)

    24.02.2021 12:58 Uhr
    !
    Nur gut die Hälfte bis ins Zentrum des Sportparks!
    Und einsam ist die Gegend nicht mehr, wenn da mehrere Sportvereine gebündelt werden.
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  •   kommentar4711
    (3109 Beiträge)

    24.02.2021 11:18 Uhr
    Sorry, nicht durchdacht
    Sorry, aber die Argumentation halte ich für nicht durchdacht. Klar können "Sportler" den Weg schaffen. Aber wo ich hier echt massive Probleme sehe sind zum einen der Schulsport (Leichtathletik etc.) und eben der Nachwuchs. Für den Nachwuchs ist es auf jeden Fall eine Hausnummer, da mit dem Rad oder zu Fuß raus fahren zu müssen.
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  •   mueck
    (12188 Beiträge)

    24.02.2021 13:00 Uhr
    !
    Schulsport habe ich in der alten Heimat nur direkt an der Schule "genossen".
    Wie kommt man denn allgemein von der Schule zum Schulsport, wenn keine Räumlichkeiten an der Schule selbst vorhanden sind?
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  •   kommentar4711
    (3109 Beiträge)

    24.02.2021 13:06 Uhr
    ANTWORT AUF "!"
    Ich kenne es eben so, dass man gerade im Sommer für die Leichtathletik oder zum Schwimmen dann zu Fuß oder mit dem Rad zum nächsten Stadion bzw. dem Schwimmbad läuft oder fährt. Je weiter weg die Sportstätte von der Schule ist, desto problematischer... Zum einen was die Gefährdung angeht, zum anderen dann aber eben auch was das zeitliche angeht. Sind die Schüler pro Weg 10 Minuten länger unterwegs, gehen effektiv 20 Minuten weg von der Sportstunde.
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  •   tom1966
    (1380 Beiträge)

    24.02.2021 10:51 Uhr
    Wohnen zentral
    Ist schon richtig, aber was ist mit den Kindern, die dort aufwachsen, wo sind Sport- oder Spielplätze zur freien Nutzung?
    Ich bin in der Innenstadt aufgewachsen und wir waren in wenigen Minuten am Engländerplatz und hatten dort einen Spiel- und einen Bolzplatz. Von beidem ist heute nicht mehr viel übrig - sehr kinderfreundlich!
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  •   LaWi
    (5 Beiträge)

    23.02.2021 21:15 Uhr
    Prima Klima
    Das ist ein schwarzer Tag für Durlach. Zusammen mit der geplanten Bebauung Im Säuterich fallen die letzten grünen Flächen in Durlach weg. Offensichtlich ist den Fraktionen mit Ausnahme der Grünen das Stadtklima und der Naturschutz und die Biodiversität vollkommen egal. Die Untere Hub ist eine wichtige Frischluftschneise für Karlsruhe und Durlach. Im Flächennutzungsplan wurde die Bebauung als kritisch eingestuft. Ausgleichsflächen sind keine in Sicht. Es gibt bislang weder ein gemeinsames Konzept der Vereine, noch steht ein Finanzierungskonzept. Das nächste Milliongrab ist beschlossen aber es sind ja nur weitere Steuergelder die hier sinnlos verschleudert werden. Dass auf den freiwerdenden Flächen für die normal verdienenden Menschen bezahlbaren Wohnraum gebaut wird halte ich für eher unwahrscheinlich.Auch zeigt der Gemeinderat mit diesem Beschluss deutlich, was ihnen die regionale Landwirtschaft in Karlsruhe bedeutet. Sie sollten endlich anfangen an zukünftige Generationen zu denken!
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  •   LaWi
    (5 Beiträge)

    23.02.2021 21:05 Uhr
    Prima Klima
    Das ist ein schwarzer Tag für Durlach. Zusammen mit der geplanten Bebauung Im Säuterich fallen die letzten grünen Flächen in Durlach weg. Offensichtlich ist den Fraktionen mit Ausnahme der Grünen das Stadtklima und der Naturschutz und die Biodiversität vollkommen egal. Die Untere Hub ist eine wichtige Frischluftschneise für Karlsruhe und Durlach. Im Flächennutzungsplan wurde die Bebauung als kritisch eingestuft. Ausgleichsflächen sind keine in Sicht. Es gibt bislang weder ein gemeinsames Konzept der Vereine, noch steht ein Finanzierungskonzept. Das nächste Milliongrab ist beschlossen aber es sind ja nur weitere Steuergelder die hier sinnlos verschleudert werden. Dass auf den freiwerdenden Flächen für die normal verdienenden Menschen bezahlbaren Wohnraum gebaut wird halte ich für eher unwahrscheinlich. Auch zeigt der Gemeinderat mit diesem Beschluss deutlich, was ihnen die regionale Landwirtschaft in Karlsruhe bedeutet. Sie sollten endlich anfangen für zukünftige Generationen zu denken!
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  •   LaWi
    (5 Beiträge)

    23.02.2021 21:03 Uhr
    Prima Klima
    Das ist ein schwarzer Tag für Durlach. Zusammen mit der geplanten Bebauung Im Säuterich fallen die letzten grünen Flächen in Durlach weg. Offensichtlich ist den Fraktionen mit Ausnahme der Grünen das Stadtklima und der Naturschutz und die Biodiversität vollkommen egal. Die Untere Hub ist eine wichtige Frischluftschneise für Karlsruhe und Durlach. Im Flächennutzungsplan wurde die Bebauung als kritisch eingestuft. Ausgleichsflächen sind keine in Sicht. Es gibt bislang weder ein gemeinsames Konzept der Vereine, noch steht ein Finanzierungskonzept. Das nächste Milliongrab ist beschlossen aber es sind ja nur weitere Steuergelder die hier sinnlos verschleudert werden. Dass auf den freiwerdenden Flächen für die normal verdienenden Menschen bezahlbaren Wohnraum gebaut wird halte ich für eher unwahrscheinlich.
    Auch zeigt der Gemeinderat mit diesem Beschluss deutlich, was ihnen die regionale Landwirtschaft in Karlsruhe bedeutet.
    Sie sollten endlich anfangen für mehrere Generationen zu denken!
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  •   baeuerchen
    (675 Beiträge)

    23.02.2021 16:31 Uhr
    wozu gibt es Naturschutz?
    Luxusproblem, sollen die anderen mal machen.

    Diese Ignoranz ist nur noch zum K....

    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eugh-naturschutz-klage-deutschland-101.html

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/zu-wenig-wildnis-deutschland-setzt-vorschriften-nicht-um-a-01776f09-eb4a-4e24-8113-6288d69e34c4

    Klima- und Bodenschutz auch egal.

    Dann kann man den Folgegenerationen nur viel Glück wünschen
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