Mit an Bord des Einweihungszuges waren viele Ehrengäste, darunter als Vertreterin des Bundes Staatssekretärin Julia Klöckner, Ministerpräsident Kurt Beck, die Germersheimer Bundes- und Landtagsabgeordneten, der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich sowie die Verbands- und Ortsbürgermeister aus dem Kreis Germersheim.

Seit heute rollen die Stadtbahnen planmäßig von Germersheim über Wörth bis in die Karlsruher Innenstadt. In seinem Grußwort im Deutschen Straßenmuseum in Germersheim lobte der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich die schnelle Umsetzung des Projekts: "In der Oberleitung ist jetzt Strom, die Haltestellen sind fertig, die Signale stehen auf 'grün': Das nenne ich eine Punktlandung exakt nach Fahrplan."

Die Stadtbahn S51 fährt von Germersheim zum Karlsruher Westbahnhof, dann zum Vorplatz vor dem Hauptbahnhof und von dort als S52 weiter zum Karlsruher Markplatz und zurück nach Germersheim. Die Linie S52 fährt von Germersheim nach Wörth und dann über Knielingen zum Karlsruher Marktplatz. Von dort fährt sie als S51 weiter zum Karlsruher Hauptbahnhof und zurück nach Germersheim. Zwischen Germersheim und Wörth bedient die S51 sämtliche Haltestellen, die Linie S52 hält als Eilzug in jedem Ort nur einmal.

Rund 50 Millionen Euro kostete das Verkehrsprojekt inklusive der Fahrzeuge. Von den förderfähigen Baukosten in Höhe von 35 Millionen Euro übernimmt der Bund 60 Prozent, das Land Rheinland-Pfalz 25 Prozent. Den Restbetrag, immerhin rund 25 Millionen, tragen der Kreis Germersheim und die Kommunen. "Besonders erfreulich ist, dass wir die Baukosten gegenüber der Vertragsgrundlage mit den Kommunen um sechs Millionen Euro reduzieren konnten", freut sich AVG-Geschäftsführer Walter Casazza.

Sechs komplett neue Haltepunkte - "Wöth Nord" erst ab Ende 2011

Die bestehenden Bahnhöfe Jockgrim", "Rheinzabern, Rülzheim, Bellheim und der Haltepunkt Sondernheim wurden zeitgemäß umgebaut. Komplett neu errichtet hat die AVG die Haltepunkte "Rheinzabern Alte Römerstraße", "Rheinzabern Rappengasse", "Rülzheim Freizeitzentrum", "Bellheim Am Mühlbuckel", "Germersheim Süd/Nolte" und "Germersheim Mitte/Rhein". Der Haltepunkt "Wörth Nord" geht erst Ende 2011 in Betrieb. Alle Bahnhöfe verfügen laut Kreisverwaltung Germersheim über einen barrierefreien Zugang. Außerdem wurden mehrere zusätzliche "Park&Ride"-Flächen sowie "Bike&Ride"-Stellplätze gebaut, wo Pendler ihre Autos oder Motorräder abstellen können.

Insgesamt hat die AVG 3.000 Meter Bahnsteigkanten verbaut, 1.000 Fahrleitungsmasten gesetzt, 60 Kilometer Fahrdraht aufgebaut, der mit Vogelschutzeinrichtungen versehen ist, 2.500 Meter Geländer und Zäune gesetzt, einen elf Kilometer langen Kabelkanal gelegt, 17 Kilometer Kabelkanal instandgesetzt und 100 Kilometer Kabel verlegt. Auch musste die Signal- und Bahnübergangstechnik angepasst werden. In Spitzenzeiten waren dafür 150 Arbeitskräfte gleichzeitig im Einsatz.

"Alle Bürgerinnen und Bürger der Region können die neu gewonnene Mobilität nutzen und zählen dadurch zu den Gewinnern. Die Stadtbahn ist ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Zukunftsentwicklung unseres Kreises", bilanzierte am Samstag Landrat Brechtel den Neubau. Als kleines Dankeschön war am Samstag ab 12.30 Uhr ein kostenloser Pendelverkehr zwischen Wörth und Germersheim geboten. Im Halbstundentakt konnte bis 20 Uhr die Strecke in der Stadtbahn erkundet werden.

Der Fahrplan für die Strecke ist im Internet unter www.kvv.de abrufbar.
 

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