58  

Karlsruhe Straßenstrich in Durlach: Kondom-Müll stört Anwohner

Benutzte Kondome, verknüllte Tücher, Spuren menschlicher Notdurft: Nach getaner "Arbeit" hinterlassen Prostituierte und ihre Freier in Karlsruhe oft kein schönes Bild. Bieten sie sich in der Nähe eines Wohngebietes an, stört Anwohner aber nicht nur die Vermüllung. Allein die Tatsache, dass Kinder täglich mit den leichtbekleideten Frauen konfrontiert werden, sorgt für Unmut - wie gerade in Durlach-Aue.

Die CDU Durlach nahm sich deshalb Ende November des Themas an - im Januar soll darüber im Ortschaftsrat diskutiert werden.

Straßenstrich: AG Rotlicht beobachtet 15 Orte

Viel Neues ist jedoch nicht zu erwarten, denn die Prostituierten stehen im Bereich der Fiduciastraße und Wachhausstraße in Durlach-Aue ganz legal. Außerhalb des Sperrbezirks dürfen sie sich in deutschen Städten mit mehr als 35.000 Einwohnern überall anbieten - so lange der Kinder- und Jugendschutz nicht gefährdet wird, auch im Wohngebiet. "Natürlich schauen die Damen auch darauf, wo guter Umsatz zu machen ist", erläutert Kriminalhauptkommissar Sandro Dinges. Er leitet bei der Karlsruher Polizei die Arbeitsgruppe Rotlicht und kennt die Problematik ganz genau.

Wie er berichtet, ist die Fiduciastraße etwa seit Juli zum Standort einiger Prostituierten geworden. "Sie stehen nicht jeden Tag dort, aber hin und wieder", sagt er im Gespräch mit ka-news. Auch das Umspannwerk beim Oberwaldstadion und das Zündhütle seien beliebte Anlaufstellen. "Wir beobachten zur Zeit etwa 15 Orte in Karlsruhe, wo Straßenprostitution stattfindet."

Polizei und Ordnungsamt sind dabei die Hände gebunden: Um den Straßenstrich einzudämmen, fehlt eine verbindliche Rechtsgrundlage. "Zudem ist das Gewerbe anerkannt", erläutert auch Ute Donisi vom Ordnungsamt. Also setzt man in der Fächerstadt auf Dialog. "Wenn Prostituierte beispielsweise neben einer Schule oder einem Kindergarten stehen, bitten wir sie - notfalls mit einem Platzverweis - den Standort zu wechseln." Der Kinder- und Jugendschutz müsse gewahrt werden. Meist werde man sich aber ohnehin einig, schließlich wollten die Prostituierten ihrerseits kein großes Aufsehen erregen.

"Das Ganze geschieht ja bewusst unauffällig", bestätigt auch Dinges. Weder seien die Prostituierten auf Lärm aus, noch wollten sie mit irgendjemandem Ärger. "Die Vermüllung ist aber leider ein Problem." Zudem fühlten sich immer wieder Anwohner gestört. Hier hat aber auch die Polizei nur eingeschränkt Möglichkeiten zu handeln. "Stellen sie sich an einer anderen Stelle auf, könnte es wiederum andere Anwohner stören", so Dinges. Damit verursache man lediglich eine Verlagerung des Problems. Donisi merkt außerdem an, dass Standorte außerhalb des Wohngebietes meist an ein Naherholungsgebiet grenzten: Dort ärgerten sich dann Freizeitsportler und Familien über die Frauen.

70 Prostituierte jährlich auf dem Karlsruher Straßenstrich

Laut Polizei gebe es grundsätzlich die Möglichkeit, Straßenprostitution im Einvernehmen mit der Stadt auf einen bestimmten Bereich einzugrenzen, wo weder Anwohner gestört noch Kinder und Jugendliche gefährdet würden. Ein fester Straßenstrich sozusagen. Diesem Beispiel ist im August die schweizer Stadt Zürich gefolgt und eröffnete sogar gleich einen "Sex-Drive-In" für Freier.

In Karlsruhe bieten sich derzeit etwa 20 bis 25 Straßenprostituierte gleichzeitig an - über das Jahr veteilt etwa 70. Drei von vier sind ausländischer Herkunft. Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe gibt es insgesamt etwa 380 Prostituierte. Da im Gewerbe ein starker Wechsel stattfindet, sind es übers Jahr verteilt rund 800 Personen. Sie arbeiten in zehn Bordellen, 82 Wohnungen sowie SM-Studios und Saunaclubs. In Gemeinden mit weniger als 35.000 Einwohnern ist die Prostitution in Baden-Württemberg verboten.

Der Karlsruher Sperrbezirk wird derzeit von folgenden Straßen begrenzt: Mendelssohnplatz, Ludwig-Erhard-Allee, Wolfartsweierer Straße, Gottesauer Platz, Georg-Friedrich-Straße, Karl-Wilhelm-Platz, Durlacher-Tor, Kaiserstraße, Waldhornstraße, Zirkel, Herrenstraße, Karlstor, Kriegsstraße, Ettlinger-Tor-Platz, Ettlinger Straße, Rüppurrer Straße, Stuttgarter Straße, Sybelstraße, Luisenstraße, Morgenstraße, Wielandstraße und Rüppurrer Straße. Erst im April 2011 war der Bezirk per Gemeinderatsbeschluss leicht erweitert worden.

Mehr zum Thema Prostitution in Karlsruhe:

Straßenstrich in Durlach: CDU sorgt sich um Anwohner

Karlsruher stöhnen über Straßenstrich: 55 Prostituierte bieten sich an

Gemeinderat: Kein Runder Tisch "Prostitution" für Karlsruhe

Missglückter Raub an einer Prostituierten: 28-Jähriger festgenommen

Überfall im Rotlichtmilieu: Prostituierte 300 Meter von Auto mitgeschleift

Mehr zum Thema
Let's talk about Sex - in Karlsruhe: Sex, Sexualität und Erotik in Karlsruhe und der Region: angefangen von Themen wie der Erotikmesse Karlsruhe, sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, dem Geschäft mit dem Sex bis hin zu Themen wie Pornos - ist die Jugend over-sexed und der Frage: wie wird man heutzutage eigentlich aufgeklärt?
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (58)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   dipfele
    (5863 Beiträge)

    15.01.2014 20:21 Uhr
    aber...
    .... die Damen sind sehr nett, winken den Autofahren freudig zu. Von den gequält drein schauenden Frauen in der Stadt kann man das nicht behaupten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (21 Beiträge)

    30.12.2013 17:49 Uhr
    Fixer wird von Dame angebaggert
    "Hallo - bist ´n netter Typ! Haste ´n bisschen Knete?"
    "Nee - hab mir gerade ´nen Schuss verpasst.“
    „Da haste was verpasst!“
    „Glaub nich! Hättest höchsten früher komm´ solln – jetze bin ich blank!"
    „Ach was! Unsereiner kommt nicht mehr. Man wartet, dass es schnell vorbei ist.“
    (Aus "Leidgenossen zwischen Krummer Lanke, Reichstag und Gedächtniskirche")
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1 Beiträge)

    18.12.2013 23:36 Uhr
    Warum stört der Müll?
    Ich verstehe das Müllproblem nicht, was sind schon ein paar benutzte Kondome und verknüllte Taschentücher gegen den Unrat, der sich täglich um Fast Food Restaurants sammelt? Da geht keiner auf die Barrikaden. Dabei schadet diese ungesunde Ernährungsweise der Gesellschaft viel mehr als ein bisschen Prostitution … zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (195 Beiträge)

    10.12.2013 13:23 Uhr
    Steter Tropfen hölt den Stein.....
    Es ist schon erstaunlich was Polizei und KOD zu den Anfragen von ka-news sagen. Herr KHK Dinges, Ihre Aussage "Sie stehen nicht jeden Tag dort, aber hin und wieder", ...... ist schlicht falsch ! Sie stehen jeden Tag und sehr oft ab 17:30 / 18:00 Uhr! Sehr geehrte Frau Donisi haben Sie jemals die Polizeiverordnung der Stadt Karlsruhe zum Schutz der öffentlichen Anlagen
    (Grünanlagenverordnung) gelesen??? Könnte eine Hilfe sein.
    Wenn die Polizei und der KOD keine Handhabe gegen Illegale Müllentsorgung und das Verrichten der Notdurft in Grünanlagen hat, dann haben wir in Zukunft ein sehr großes Problem!
    Die Aussagen der zuständigen Behörden zu diesem Thema sind inakzeptabel und unverschämt.
    Im Umkehrschluss heisst das für die Bürger in Karlsruhe werft euren Müll in Landschaft und am besten kackt man noch daneben! Kontrolliert vernünftig und stetig, dann hat man auch eine Handhabe. Alle paar Tage daran vorbei zu fahren ist nicht genug. Steter Tropen hölt den Stein.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   frari66
    (3920 Beiträge)

    10.12.2013 11:32 Uhr
    Wertstofftonnen hinstellen . . .
    Latex kann man recyclen -> http://www.latexrecycling.com/
    Am Ende verdient die Stadt noch mit grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1170 Beiträge)

    10.12.2013 11:07 Uhr
    Filmt doch dort einfach
    und / oder macht Bilder von den Leuten dort. grinsen

    Besoffene die Bumsen wollen sind halt einfach Assi. Karlsruhe - viel vor volle Kondome dahinter.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   yokohama
    (3444 Beiträge)

    09.12.2013 18:20 Uhr
    Prostitution verbieten
    und Freier bestrafen. Skandinavien als Vorbild nehmen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   franky4you
    (1330 Beiträge)

    16.12.2013 16:42 Uhr
    Also wenn ein paar Erwachsene mit irgendwas nicht zurecht kommen
    dann verbieten wir das, wieso das inzwischen als grün gestrichene Ökochristliche Walze durch D walzt, weiß ich nicht und auch nicht warum Ossiland dann so froh über den Mauerfall war, außer Honi hatte halt doch Recht!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1 Beiträge)

    10.12.2013 14:34 Uhr
    Prostitution verbieten!!!
    seid Ihr bescheuert? Sollen wieder Kinder, Mädchen und Frauen vergewaltigt werden? Denn dann schnellt die Vergewaltigungsrate wieder in die Höhe.
    Meine Achtung vor diesen Frauen die das tun!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (21 Beiträge)

    30.12.2013 18:02 Uhr
    Dann ran an die "Buletten!
    Sie sind doch ´ne Frau!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 (6 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.