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Karlsruhe Schule, Spielplatz, Sex: Bordell-Eröffnung verärgert Anwohner

In der Karlsruher Nordweststadt sorgt die Eröffnung eines Rotlicht-Etablissements für Unruhe. Im Gewerbegebiet des 11.000 Einwohner großen Stadtteils eröffnet ein neues Laufhaus. Eltern und Anwohner sind verärgert, denn in unmittelbarer Nähe befinden sich eine Schule, ein Indoor-Spielplatz sowie eine Fußballhalle.

Die Schule, die in unmittelbarer Gehreichweite liegt, ist über ihren neuen Nachbarn alles andere als glücklich. Sie kritisiert, dass es vorab keinerlei Informationen zur Eröffnung des Laufhauses gab; möchte namentlich allerdings nicht auftreten. Man habe erst von dem Vorhaben erfahren, als entsprechende Banner und Beschriftungen an dem Gebäude angebracht worden seien, so die Verantwortlichen gegenüber ka-news. Man habe keinerlei Möglichkeit gehabt, auf die Betreiber zuzugehen. 

Hilfe erhofft sich die Schule nun von der Stadt Karlsruhe. "Wir haben darum gebeten, die Zulassung eines Bordells in unmittelbarer Nähe einer Schule kritisch zu überdenken", heißt im Gespräch mit ka-news. Einige Eltern haben eine Online-Petition ins Leben gerufen. Sie fürchten um das Wohl der Schüler: Das Laufhaus wird sieben Tage die Woche jeweils ab 10 Uhr geöffnet haben - und damit auch während der Schulzeiten. Die Eltern fordern Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup und den Gemeinderat in ihrer Petition auf, eine Schließung des Bordells zu erwirken. 

"Ich kann mein Unverständnis kaum in Worte fassen"

Kritik kommt auch von ka-news-Lesern. "Es handelt sich bei dem Gebiet um ein kleines Gewerbegebiet, in dem auch überdurchschnittlich viele Menschen wohnen, insbesondere Familien mit Kindern, die ihren Betrieb vor Ort haben", schreibt ein ka-Reporter an die Redaktion. Die Werbung auf Autos und Anhängern, die vor dem Eingang des Bordells, aber stellenweise auch in Seitenstraßen stehen, empfindet er als aufdringlich. 

"Ich bin schockiert und kann mein Unverständnis kaum in Worte fassen", ärgert sich auch ein weiterer ka-Reporter. Das Laufhaus sei dank großer Werbung nicht zu übersehen - und das in unmittelbarer Nähe zu einer Schule. "Wie um alles in der Welt kann die Stadtverwaltung auf die Idee kommen, einem Bordell neben einer Schule eine Gewerbeerlaubnis zu erteilen?" 

Fahrzeuge mit Werbung stehen vor dem Bordell, aber vereinzelt auch in Seitenstraßen.
Fahrzeuge mit Werbung stehen vor dem Bordell, aber vereinzelt auch in Seitenstraßen. |

Stadt sieht keinen Handlungsspielraum 

Mit den Vorwürfen konfrontiert, weist die Stadt darauf hin, dass ihr in diesem Fall die Hände gebunden seien. Es ist nicht das erste Mal, dass ein entsprechendes Etablissement in dieses Haus zieht. Die Baugenehmigung für das Bordell im Gewerbegebiet der Nordweststadt wurde bereits 2011 von den zuständigen Behörden erteilt. Die Genehmigung war nach Aussage der Stadt zu erteilen, "da es sich um eine zulässige Nutzung in einem Gewerbegebiet handelt." 

Öffentlich-rechtliche Gründe, die gegen den Bau eines Bordells sprechen, standen laut Stadt nicht entgegen. Das Bauordnungsamt habe daher bei seiner Entscheidung keinen Spielraum gehabt. Nachdem Beschwerden eingegangen waren, hatte ein Mitarbeiter des Bauordnungsamts die Werbung des Bordells in Augenschein genommen. Sein Ergebnis: Die Werbung bewege sich in einem Rahmen, der für ein Gewerbegebiet zulässig sei. Die Stadt geht nicht von einer Gefährdung für Kinder aus. Eine Stellungnahme der Bordellbetreiber steht bislang noch aus. 

Die Online-Petition der Eltern und Anwohner gibt es unter folgendem Link. 

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  •   nordlicht
    (16 Beiträge)

    15.07.2017 12:35 Uhr
    Sorry
    Entschuldigen Sie bitte, ich hatte gar nicht Ihren Beitrag gemeint, sondern einen anderen. Ich weiß nicht, wie das passiert ist. Ich werde die Redaktion bitten, diesen Kommentar zu löschen. Ich bin zwar nicht ganz Ihrer Meinung, aber ich respektiere sie selbstverständlich. Ohne mich in dieser Szene auszukennen, bezweifele ich allerdings, dass das Geld dort "ehrlich" verdient wird. Grundlage dieses "Geschäfts sind u.a. Menschenhandel und Erpressung. Schauen Sie mal auf die Homepage von "Mission Freedom" http://mission-freedom.de/unsere-arbeit/
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    15.07.2017 13:10 Uhr
    Das kann passieren, kein Problem.
    Ich bin auch kein Freund von Bordellen oder Prostitution.
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  •   Mondgesicht
    (2493 Beiträge)

    14.07.2017 15:38 Uhr
    Die Lebenserfahrung zeigt
    dass häufig diejenigen Männer, die am lautesten gegen das Sexgewerbe, Prostituierte und Freier wettern, selbst gerne mal solche Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Heimlich und versteckt natürlich, man will ja nach außen die saubere Weste zeigen.

    Und Frauen, die gegen Prostitution wettern, tun das oft aus Angst, dass der brave Ehemann bei einer der jungen attraktiven Damen vorbeischaut.

    So, liebe Moralisten, sieht das wahre Leben aus.
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  •   skynet
    (115 Beiträge)

    14.07.2017 15:27 Uhr
    Meine Güte
    Was sich hier wieder aufgeregt wird.
    Alles was einem selbst nicht passt, muss halt verboten werden.

    Es ist doch totaler Quatsch, dass alle Frauen, die als Prostituierte arbeiten dazu gezwungen werden.
    Klar gibt es solche Fälle, wie es in anderen Branchen auch illegales Treiben gibt. Es sind genug Gesetze da, dies zu unterbinden.
    Aber nein, man muss ja natürlich gleich ein Generalverbot erteilen, weil eben nichts sein kann, was nicht ins persönliche Weltbild passt. Hat ja beim Alkohol in den USA früher auch schon so toll geklappt.
    Im Verbote fordern sind wir Deutschen vermutlich Weltmeister.

    Zum Thema: ich frage mich viel mehr, warum denn eine Schule im Gewerbegebiet liegt?
    Die Situation ist hier scheinbar einfach Pech. Aber wenn das Laufhaus nicht direkt an das Schulgebäude grenzt, so dass die Schüler dadurch gestört werden könnten, gibt es doch auch eigentlich kein Problem.
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  •   ALFPFIN
    (7492 Beiträge)

    14.07.2017 13:12 Uhr
    @ Sodele
    Zur Info aus Wikipedea grinsen
    Ein Laufhaus ist ein Bordell, in dem Prostituierte ein Zimmer angemietet haben. Wenn sie für einen Freier bereit sind, steht ihre Tür offen. Teilweise sitzen sie auch in oder vor den Zimmertüren.
    Die Freier können durch die Gänge des Hauses laufen (daher der Name Laufhaus), um mit den Damen in ihren Zimmern zu verhandeln.
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  •   stoersender
    (1377 Beiträge)

    14.07.2017 13:22 Uhr
    Das hätt ich
    auch ohne Wikipedia beantworten können grinsen grinsen
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  •   Rahmdieb
    (717 Beiträge)

    14.07.2017 12:33 Uhr
    Und die Schillerschule?
    Sieht aus als sei das Laufhaus an der Ecke Boschstr./Daimlerstr. und das dürfte doch (zumindest) Luftlinie die gleiche Entfernung wie von der Schillerschule zur Brunnenstraße sein.
    Warum regt sich den da keiner auf? Haben die Eltern der dortigen Kinder vielleicht andere Erfahrungen?
    Vielleicht können die ja Tipps in den Nordwesten der Stadt geben.
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  •   oststaedtler
    (281 Beiträge)

    14.07.2017 12:20 Uhr
    Meiner Meinung ist das Problem vielmehr...
    ...dass solche Einrichtungen auch automatisch übles kriminelles Gesindel anziehen, was aus meiner Sicht eine wesentlich größere Gefahr für Schulkinder darstellt...
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  •   sodele
    (184 Beiträge)

    14.07.2017 12:06 Uhr
    Heisst das Laufhaus
    weil dort was läuft??
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  •   Rambazamba
    (350 Beiträge)

    14.07.2017 09:57 Uhr
    Nichts Schlimmes
    Erinnert sich jemand an das "Pussy Cat" in Rheinau? Das war auch eine Mischung aus Unterhaltung, Oben-ohne-Bar, Freudenhaus. Da hingen immer Bilder mit barbusigen Frauen und die Servicemitarbeiterinnen wohnten dort zum Teil. Als Kinder (1980er) haben wir die Bilder angekuckt, die Frauen in Arbeitskleidung gesehen und von unseren Eltern erfahren, was dort vor sich geht. Natürlich nur von außen. Lustig war, wenn sich der ein- oder andere Nachbar ganz auffällig unauffällig zur Hintertür geschlichen hat...
    Schädigungen hat von uns Kindern niemand davon getragen, sondern eher einen gesunden Eindruck von dem, was eben auch zur Gesellschaft gehört.
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