75  

Karlsruhe Schule, Spielplatz, Sex: Bordell-Eröffnung verärgert Anwohner

In der Karlsruher Nordweststadt sorgt die Eröffnung eines Rotlicht-Etablissements für Unruhe. Im Gewerbegebiet des 11.000 Einwohner großen Stadtteils eröffnet ein neues Laufhaus. Eltern und Anwohner sind verärgert, denn in unmittelbarer Nähe befinden sich eine Schule, ein Indoor-Spielplatz sowie eine Fußballhalle.

Die Schule, die in unmittelbarer Gehreichweite liegt, ist über ihren neuen Nachbarn alles andere als glücklich. Sie kritisiert, dass es vorab keinerlei Informationen zur Eröffnung des Laufhauses gab; möchte namentlich allerdings nicht auftreten. Man habe erst von dem Vorhaben erfahren, als entsprechende Banner und Beschriftungen an dem Gebäude angebracht worden seien, so die Verantwortlichen gegenüber ka-news. Man habe keinerlei Möglichkeit gehabt, auf die Betreiber zuzugehen. 

Hilfe erhofft sich die Schule nun von der Stadt Karlsruhe. "Wir haben darum gebeten, die Zulassung eines Bordells in unmittelbarer Nähe einer Schule kritisch zu überdenken", heißt im Gespräch mit ka-news. Einige Eltern haben eine Online-Petition ins Leben gerufen. Sie fürchten um das Wohl der Schüler: Das Laufhaus wird sieben Tage die Woche jeweils ab 10 Uhr geöffnet haben - und damit auch während der Schulzeiten. Die Eltern fordern Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup und den Gemeinderat in ihrer Petition auf, eine Schließung des Bordells zu erwirken. 

"Ich kann mein Unverständnis kaum in Worte fassen"

Kritik kommt auch von ka-news-Lesern. "Es handelt sich bei dem Gebiet um ein kleines Gewerbegebiet, in dem auch überdurchschnittlich viele Menschen wohnen, insbesondere Familien mit Kindern, die ihren Betrieb vor Ort haben", schreibt ein ka-Reporter an die Redaktion. Die Werbung auf Autos und Anhängern, die vor dem Eingang des Bordells, aber stellenweise auch in Seitenstraßen stehen, empfindet er als aufdringlich. 

"Ich bin schockiert und kann mein Unverständnis kaum in Worte fassen", ärgert sich auch ein weiterer ka-Reporter. Das Laufhaus sei dank großer Werbung nicht zu übersehen - und das in unmittelbarer Nähe zu einer Schule. "Wie um alles in der Welt kann die Stadtverwaltung auf die Idee kommen, einem Bordell neben einer Schule eine Gewerbeerlaubnis zu erteilen?" 

Fahrzeuge mit Werbung stehen vor dem Bordell, aber vereinzelt auch in Seitenstraßen.
Fahrzeuge mit Werbung stehen vor dem Bordell, aber vereinzelt auch in Seitenstraßen. |

Stadt sieht keinen Handlungsspielraum 

Mit den Vorwürfen konfrontiert, weist die Stadt darauf hin, dass ihr in diesem Fall die Hände gebunden seien. Es ist nicht das erste Mal, dass ein entsprechendes Etablissement in dieses Haus zieht. Die Baugenehmigung für das Bordell im Gewerbegebiet der Nordweststadt wurde bereits 2011 von den zuständigen Behörden erteilt. Die Genehmigung war nach Aussage der Stadt zu erteilen, "da es sich um eine zulässige Nutzung in einem Gewerbegebiet handelt." 

Öffentlich-rechtliche Gründe, die gegen den Bau eines Bordells sprechen, standen laut Stadt nicht entgegen. Das Bauordnungsamt habe daher bei seiner Entscheidung keinen Spielraum gehabt. Nachdem Beschwerden eingegangen waren, hatte ein Mitarbeiter des Bauordnungsamts die Werbung des Bordells in Augenschein genommen. Sein Ergebnis: Die Werbung bewege sich in einem Rahmen, der für ein Gewerbegebiet zulässig sei. Die Stadt geht nicht von einer Gefährdung für Kinder aus. Eine Stellungnahme der Bordellbetreiber steht bislang noch aus. 

Die Online-Petition der Eltern und Anwohner gibt es unter folgendem Link. 

Mehr zum Thema
Let's talk about Sex - in Karlsruhe: Sex, Sexualität und Erotik in Karlsruhe und der Region: angefangen von Themen wie der Erotikmesse Karlsruhe, sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, dem Geschäft mit dem Sex bis hin zu Themen wie Pornos - ist die Jugend over-sexed und der Frage: wie wird man heutzutage eigentlich aufgeklärt?
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (75)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   stoersender
    (1380 Beiträge)

    15.07.2017 10:50 Uhr
    Scheinheilig
    sind die, die einen auf moralisch sauber machen und heimlich dann in den Puff gehen.

    Prostitution ist legal. Und würde sie verboten, wäre sie dennoch nicht zu verhindern. Auch in Ländern wo offiziell verboten existiert Prostitution. Ja, selbst in den zutiefst religiösen islamischen Ländern gibt es sie, man nennt es dann Ehe auf Zeit. Auch 1 Stunde ist eine Zeiteinheit.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   EmilyHobhouse
    (1431 Beiträge)

    15.07.2017 06:33 Uhr
    Entsetzt!
    Mich wundert das allerdings überhaupt nicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Kanzler
    (180 Beiträge)

    14.07.2017 20:48 Uhr
    SPD/Mentrup
    Und wieder mal steht die SPD mit dem Bundestagskandidaten Marsa Parwi und seinem Lehrmeister OB Mentrup
    auf dem Schlauch. Weiß angeblich nicht wie man sich diesem Problem annehmen soll. So etwas gibt es nur in Karlsruhe wo Gesetze, Regeln und Anstand keine Rolle spielen. Dem um Hilfe rufenden Bürger wird suggeriert alles mögliche getan zu haben. Mir scheint es eher so das Mentrup und seine SPD bei den Amtsgeschäften heillos überfordert ist. Mit einem OB Wellenreuther wäre solche eine Schande nicht passiert ! Und Lehrling Parsa Marvi schaut tatenlos zu....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    14.07.2017 23:46 Uhr
    Was haben Sie erwartet?
    Aber Siehaben die Sache absolut richtig analysiert!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   666Michel666
    (5 Beiträge)

    14.07.2017 18:43 Uhr
    Stadt Karlsruhe
    Zu einigen vorherigen Kommentaren:

    Das Gewerbegebiet war früher ein Mischgebiet, weshalb hier sehr viele Menschen wohnen. Das ist in einem Mischgebiet zulässig. Die Stadt hat den Charakter des Gebietes geändert, weil sie erlauben wollte, dass sich ein Fast Food-Restaurant ansiedelt. Das wäre in einem Mischgebiet nicht erlaubt gewesen. Für alle Wohneinheiten gilt aber Bestandsschutz, auch wenn sich der Charakter des Gebietes ändert.

    Die Frage ist meines Erachtens nicht, ob ein Bordell im Gewerbegebiet grundsätzlich zulässig ist. Sondern warum es die Stadt Karlsruhe offenbar kein bisschen interessiert, wo sich das Bordell ansiedelt. Gibt es echt keinen anderen Standort als direkt gegenüber von einem Schulhof? Dass hier "die Hände gebunden sind", ist meiner Meinung nach eine glatte Lüge. Im Strafgesetzbuch ist das Bewerben von Prostitution in der Nähe von Kindern und Jugendlichen untersagt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   malerdoerfler
    (6056 Beiträge)

    14.07.2017 18:27 Uhr
    Und was machen die Schüler über 18
    in den Freistunden?

    Das ist doch ein Gymnasium, oder?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   stoersender
    (1380 Beiträge)

    14.07.2017 18:38 Uhr
    Falls die
    dieses Etablissement besuchen machen sie in der Zeit wenigstens keinen Blödsinn grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    14.07.2017 17:22 Uhr
    Da war doch schon vorher ein Bordell drin.
    Allerdings sah das von außen eher so nach Saunaclub aus, also kein Laufhaus.

    Die Aufregung der Johannes Kepplerschule verstehe ich nicht. Die ist weit entfernt und der größte Betrieb im Bordell dürfte in den Abendstunden sein - da sind keine Schüler mehr in der Schule.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   nordlicht
    (16 Beiträge)

    14.07.2017 23:02 Uhr
    Schwachsinn
    So einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    15.07.2017 03:28 Uhr
    Was genau gefällt Ihnen
    an meinem Kommentar nicht?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 7 8 (8 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.