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Wo sich einst die Karlsruher Straßenbahnen Wagen an Wagen reihten, stand in der vergangenen Woche ein bunt bemalter Bauwagen im Mittelpunkt. Der Verein Slow Food in Karlsruhe feiert die Taufe seines Slow Mobils. "Darin sollen gesunde, einfache und schmackhafte Gerichte mit Kindern an Schulen und Kindergärten zubereitet werden", erläuterte Joachim Fischer, Leiter des Schul- und Sportamts, in seinen Grußworten. Kinder seien von Natur aus neugierig. Deshalb wolle man diese Neugier nutzen, um ihnen gesundes Essen nahe zu bringen.

Die ersten Slow Mobil habe es in München und Frankfurt gegeben, erzählt Ingried Ukas-Post, Erste Vorsitzende von Junior Slow Karlsruhe, dem Verein, der extra für die Realisierung des Karlsruher Slow Mobils ins Leben gerufen wurde. "Wir haben uns gedacht, was Frankfurt und München können, können wir auch. Die Arbeit, die dahintersteckt haben wir aber unterschätzt", bekennt sie. Umso mehr freue sie sich, dass das Mobil jetzt fertig sei und auf seinen ersten Einsatz warte.

Hände wachen, Schürze umbinden und los gehts

Cornelia Hübner, Schatzmeisterin von Slow Food Karlsruhe, freute sich vor allem über die tatkräftige Unterstützung, die der Verein von zahlreichen Unternehmen in der Region erhalten habe. Diese hätten nicht nur einen finanziellen Beitrag geleistet, sondern hätten die Ausstattung des Bauwagens entworfen, ihn ausgebaut und die Möbel und Geräte eingebaut. Auch das nötige Koch- und Esszubehör werde gespendet. "Das Slow Mobil ist nicht nur eine rollende Küche, sondern auch ein Ess- und Lernzimmer."

Ein besonderes pädagogisches Konzept stecke hinter dem Projekt, betont Gudula List, Zweite Vorsitzende des Vereins. "Das Slow Mobil ist eine kleine Bildungseinrichtung mit ganzheitlichem Anspruch." Hände waschen, Schürzen umbinden und Mützen aufsetzen und jeder bekommt seine Aufgabe. "Zusammenarbeit ist gefragt. Jedes Kind hat seine eigene Verantwortung", erläutert List.

"Bildungseinrichtung mit ganzheitlichem Anspruch"

Auch das soziale Lernen soll im Bauwagen nicht zu kurz kommen. "Die Kinder sollen sich damit auseinandersetzen, mit welchem Gemüse sie arbeiten, wo es herkommt und wie es abgebaut wird." Darüber könne man auch mit Kindern schon sprechen, versicherte sie. Damit habe das Projekt auch Einfluss auf die Eltern, wenn die Kinder ihnen davon erzählten, was sie im Slow Mobil gelernt haben.

Seinen ersten Einsatz wird das Slow Mobil in Kürze an der Ettlinger Schillerschule haben. Schulen und Kindertagesstätten können das Mobil für die Kochveranstaltungen auf der Webseite des Vereins Junior Slow buchen. Dort finden Interessierte zudem weitere Informationen zum pädagogischen Konzept und können für das Projekt spenden.

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