In den letzten Tagen hätten sich die Anfragen, "Giulia" in irgendeiner Art und Weise in Karlsruhe behalten zu können, vermehrt, so Oberbürgermeister Frank Mentrup am Donnerstag in seiner Fest-Ansprache zum Tunneldurchstich. Die Tunnelvortriebsmaschine sei der Stadt inzwischen ans Herz gewachsen - aber dennoch: die 1.300 Tonnen schwere Maschine muss zurück nach Schwanau. Seit Freitag wird sie am Mühlburger Tor demontiert.

Bleiben Tübbinge in der Stadt?

Überlegungen, zumindest das für den Karlsruher Untergrund maßgefertigte Schneidrad als späteres Kunstwerk oder Ausstellungsobjekt zu behalten, schiebt Mentrup einen Riegel vor. Allein dieses würde sich im Kostenrahmen von zirka 250.000 Euro bewegen - eine Ausgabe, die in keinem Verhältnis stünde. Zumal das 120-Tonnen schwere Werkzeug entsprechend transportiert und aufgestellt werden müsste. "Wir müssen 'Giulia' ziehen lassen, aber wir behalten ja den Tunnel", so Mentrup.

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"Vorstellbar" ist hingegen, Tübbinge oder einzelne Schneidwerkzeuge von der Herstellerfirma zu kaufen und in Karlsruhe zu behalten. Von den einzelnen Tunnelsegmenten (Tübbinge) befinden sich derzeit noch einige unbenutzt in der Stadt. Mögliche Einsatzgebiete? "Vielleicht auf einem Kinderspielplatz", sagt Mentrup im scherzhaften Unterton.

Tunnel soll 2018 fertig sein

Für Bürger soll es noch einen Tag der offenen Baustelle geben, mit welchem der erfolgreiche Tunnelbau gemeinsam gefeiert wird. Vielleicht auch eine Möglichkeit, sich von "Giulia" zu verabschieden. Die Demontage der Tunnelmaschine wird noch einige Monate in Anspruch nehmen.

In einem ersten Schritt werden zunächst Schneidrad und Schild von "Giulia" aus dem Zielschacht am Mühlburger Tor geborgen. Dann wird der Rest der Maschine, die sogenannten Nachläufer, zurück zum Durlacher Tor gezogen, dort auseinander gebaut und zurück zum Hersteller verbracht.

Nach erfolgreiche Demontage des Tunnelbohrers beginnt der Aushub des Erdreichs aus den Haltestellen und der Abbruch der Tunnelringe. Es folgt der Bau der Wände und Bodenplatten. In den letzten Schritten wird die Tunnelröhre und die Haltestellen mit Gleisen, Haltestellen, Fahrleitung und Signaltechnik sowie mit Treppen und Aufzügen ausgestattet. Die Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels ist für Dezember 2018 vorgesehen.

Übrigens: So sah es aus, wenn Tunnelbohrer "Giulia" unter Tage richtig loslegte: Hier geht's zum Video!  

 
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