Die Studie des Landes regt ein Gesamtkonzept an, das verschiedene Maßnahmen umfasst, die die Sicherheit der Fahrradfahrer im Straßenverkehr gewährleisten. Dass ein solches dringend nötig sei, zeige die aktuelle Unfallstatistik mit Radfahrerbeteiligung des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Obwohl die Zahl der Unfälle, in die Radler verwickelt waren, seit einigen Jahren zurückgehe, sei die Zahl von knapp 500 Unfälllen im Jahr 2010 nach wie vor zu hoch. Laut Polizeistatistik sind 31 Prozent aller Verunglückten in Karlsruhe Radfahrer.

"Geisterfahrer" auf der falschen Spur

Als Hauptursache für die Unfälle nennt die Karlsruher Polizei "falsche Fahrbahnbenutzung". Zudem fallen dort, wo Polizisten kontrollieren, die Drahteselfahrer negativ auf, die bei rot über die Straße fahren. Von den 1.823 Verstößen, die Beamte im vergangenen Jahr festgestellt haben, waren Rotfahrten der Häufigste. Selbst nachdem die Kontrolleure die Verkehrssünder auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht hatten, konnten sie nicht unbedingt auf ein Einsehen hoffen.

Vergangenen Mittwoch hatte das Radlerforum unter der Leitung von Baubürgermeister Michael Obert den Radverkehr in Karlsruhe und die in der Studie genannten Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert. Dem Expertengremium gehören Vertreter des Gemeinderates sowie Mitglieder von Verbänden und Initiativen an, die sich mit den Belangen von Verkehrsteilnehmern beschäftigen. Dort stellte das Stadtplanungsamt beispielhafte Ideen aus anderen Städten zur Verkehrssicherheit vor. Hierzu zählen verschiedene Markierung auf Radwegen, die radelnde "Geisterfahrer" auf die richtige Spur bringen wollen oder an das Einschalten des Lichts erinnern sollen.

Gutes Serviceangebot und infrastrukturelles Angebot für Radler

Ein weiterer Diskussionspunkt im Forum waren diebstahlsichere Abstellanlagen. Über solche verfüge Karlsruhe bisher noch nicht in ausreichender Zahl. Das hielte viele Radler davon, mit dem Fahrrad beispielsweise in die Innenstadt oder an den Hauptbahnhof zu fahren. Das Radlerforum bat zudem um eine Liste der Einbahnstraßen, die für den Radverkehr gegenläufig befahrbar sind. Die Landesstudie hatte in der Fächerstadt einen vergleichsweise geringen Anteil an für Radfahrer geöffneten Einbahnstraßen festgestellt.

Positiv sieht die Untersuchung des Landes beispielsweise das Serviceangebot für den Radverkehr sowie die zahlreichen infrastrukturellen Angebote, die das Radfahren in Karlsruhe begünstigen. Auch den Radwege-Mängelbogen hebt die Studie hervor. Für diesen und das darauf folgende, schnelle Reagieren der Stadt gab es Lob vom Radlerforum. Dies schließt ebenso das städtische Handeln nach Anrufen bei der Sauberkeitshotline unter 0721/133-7082 mit ein.

Dunkel-Ampeln sollen Rotlichtverstöße reduzieren

Die ersten Verbesserungen ist die Stadt bereits angegangen. Eine Arbeitsgruppe hat begonnen, das Konzept "Winterdienst auf Radwegen" zu überarbeiten. Außerdem wird es im Stadtgebiet künftig vermehrt so genannte Dunkel-Ampeln geben. An diesen müssen Radler und Fußgänger nicht mehr auf Grün warten und dürfen bei scheinbar ausgeschaltener Ampel über die Straße gehen.

Wer jedoch beim Queren der Fahrbahn unsicher ist, kann die Ampel auf Knopfdruck aktivieren und auf grün warten. Die Stadt geht davon aus, dass diese Maßnahme Rotlichtverstöße reduzieren kann. Über 20 geeignete Standorte wurden im Stadtgebiet ausgemacht. 14 "normale" Ampeln werden noch in diesem Frühjahr durch Dunkel-Ampeln ersetzt.

Die Baustellen, die auch in diesem Jahr zu Engstellen auf den Karlsruher Straßen führen, betreffen teilweise auch die Fahrradfahrer und wie schnell und direkt diese im Straßenverkehr vorankommen. Aktuelle Information zu den Baustellen hat die Stadt für Radler auf ihrer Internetseite zusammengefasst.