Die Fahrt durch die Fußgängerzone ist verboten und alternative Strecken sind für Ortsunkundige kaum auszumachen. Bleibt nur, das Fahrrad durch die Fußgängerzone, die nur wenige hundert Meter lang ist, zu schieben.

Da Straßenbahnen dort aber mit 25 km/h fahren dürfen und auch Taxi- und Lieferfahrten unter bestimmten Umständen erlaubt sind, falle es den Bürgern schwer, die Notwendigkeit dieses Radfahrverbots, das im Übrigen nur an Werktagen zwischen 10 und 20 Uhr gilt, einzusehen. Folge davon: Keiner hält sich an das Verbot - zumal es, so warfen die Grünen unterstützend ein, auch keine akzeptable Alternativroute für Radfahrer gebe.

Alternativrouten für den Radverkehr müssen her

Man solle das Verbot aufheben und stattdessen Schilder mit der Aufschrift "Radfahrer - bitte langsam fahren" anbringen, fordert die FDP. Ohnehin könne man auf dem schlechten und nichtausgefugten Pflaster auf diesem Abschnitt der Pfinztalstraße als Radfahrer kaum schnell und damit rücksichtslos unterwegs sein, erklärte FDP-Ortschaftsrat Günther Malisius in seiner Stellungnahme.

Die Stadtverwaltung, insbesondere das Ordnungsamt, zeigt sich von diesem Antrag wenig begeistert. Der betroffene Abschnitt der Pfinztalstraße unterliege der vom Gemeinderat der Stadt Karlsruhe erlassenen Satzung über "Sondernutzungen in den Fußgängerbereichen". "Als erlaubnisfreie Sondernutzung sind Lieferungen von 8 bis 11 Uhr, Grundstückszufahrten und Radverkehr von 20 Uhr bis 10 Uhr des Folgetages sowie an Sonn- und Feiertagen zugelassen", und um das zu ändern, müsse der Gemeinderat eine Änderung dieser Satzung, die genauso auch in der innerstädtischen Kaiserstraße gilt, beschließen.

Nur in Fußgängerzonen, in denen kein Straßenbahnverkehr herrsche sei der Radverkehr ganztägig erlaubt, so das Amt. Der Querschnitt der Pfinztalstraße sei zudem zu gering um Bahn, Zuliefer-, Fuß, und Radverkehr rund um die Uhr zu verkraften, daher sieht das Amt die Freigabe für den Radverkehr kritisch.

Antrag abgelehnt

Auch die anderen Ortschaftsräte konnten sich dem Antrag der FDP-Fraktion nicht anschließen, während CDU und SPD vehement ablehnten, da man seit Jahrzehnten versuche, die Fußgängerzone von Auto- und Radverkehr freizuhalten, sehen die Grünen das Thema differenzierter und fordern sinnvolle Alternativrouten. So konnte der Vorschlag der FDP am Ende nur zwei Ja-Stimmen aus der eigenen Fraktion erhalten und wurde bei fünf Enthaltungen deutlich abgelehnt. Letztlich könne man etwas nicht nur deshalb erlauben, weil sich ohnehin niemand an ein Verbot hält.

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