Seit wenigen Tagen sind Polizisten als "Masken-Kontrolleure" in Bus und Bahn im Einsatz. Mit dieser Aufgabe hat das Innenministerium Baden-Württemberg die Polizeipräsidien verpflichtet. Den Auftakt macht das Präsidium Aalen: Hier sind seit Donnerstag, 13. August, die Beamten auf Streifzügen in den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.

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Das Polizeipräsidium Aalen macht den Anfang: Polizisten als "Masken-Kontrolleure". | Bild: Thomas Riedel

Wer in der Öffentlichkeit die Maskenpflicht missachtet, kann mit einem Bußgeld zwischen 25 und 250 Euro belangt werden. Laut Medienberichten des Südwestrundfunks (SWR) soll die Untergrenze nun jedoch angehoben werden. Wer künftig gegen die Corona-Vorschrift verstößt, den könnte eine Mindeststrafe von 100 Euro erwarten. Die Obergrenze von 250 Euro bleibt bestehen.

Polizei Karlsruhe: "Gefährliche Nachlässigkeit"

Der Grund: "Unser Eindruck ist, dass sich allgemein immer mehr eine gefährliche Sorglosigkeit und Nachlässigkeit einschleicht, auch in Bussen und Bahnen", so Karlsruher Polizeisprecher Raphael Fiedler auf Nachfrage von ka-news.de. Derzeit sind in der Fächerstadt noch die Verkehrsbetriebe selbst für die Einhaltung der Pflicht zur Mund-Nase-Abdeckung verantwortlich. Das soll sich künftig ändern. 

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Mehr Personal wird für die Polizeikontrollen im ÖPNV nötig sein. (Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

Wann werden auch in Karlsruhe Polizisten die Maskenpflicht im ÖPNV durchsetzen? "Wir warten die in Aalen gewonnenen Ergebnisse und Erfahrungen ab, um dann in eigene Aktionen einzusteigen", so Karlsruher Polizeisprecher Raphael Fiedler auf Nachfrage von ka-news.de. Ein konkretes Datum, ab wann die Beamten zu den Einsätzen aufbrechen, könne derzeit noch nicht genannt werden. 

Einsatzkräfte werden an anderer Stelle abgezogen

Die Kontrollen im ÖPNV bedeuten für das Polizeipräsidium einen erhöhten Personalbedarf. "Wir ziehen Einsatzkräfte aus verschiedenen Einheiten, zum Beispiel aus Polizeirevieren, dem Einsatzzug oder auch der Kriminalpolizei zusammen", erklärt Fiedler. 

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(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

Sobald die Polizeipräsenz in Bahnen und Bussen der Stadt angelaufen ist, müssen sich Regelbrecher in Acht nehmen. Wer bei den Kontrollen ohne Maske erwischt wird, den erwartet eine Anzeige aufgrund Ordnungswidrigkeit.

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Für die Ausstellung von Bußgeldbescheiden sind im nächsten Schritt die Bußgeldstellen der Kommunen verantwortlich. Führen die betroffenen Personen keinen Mund-Nase-Schutz mit sich, wird ihnen darüber hinaus die Weiterfahrt untersagt und unter Umständen ein Platzverweis ausgesprochen. 

Polizisten
Die Polizei ist für das Durchsetzen der Corona-Verordnung zuständig. (Symbolbild). | Bild: Thomas Riedel

Doch selbst Personen mit mitgeführtem Gesichtsschutz können von den Beamten des Regelverstoßes bezichtigt werden. "Eine falsche Trageweise, zum Beispiel eine Bedeckung, die unter die Nase gezogen ist, ist mit einem Fehlen der Maske gleichzusetzen", so Polizeisprecher Raphael Fiedler. 

Erst am vergangenen  Dienstag haben Polizeibeamte in Karlsruhe drei junge Männer, die in der Straßenbahn wegen Pöbeleien und Verunreinigungen aufgefallen waren, unter anderem wegen des fehlenden Mund-Nasenschutzes zur Anzeige gebracht.

 
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