In den allermeisten Fällen ist Zivilcourage ein löbliches Verhalten , doch auch hier gibt es Regeln und Gesetzte, an die sich Bürger halten müssen. Zuletzt wurde ein möglicher Täter nach einer versuchten Vergewaltigung in Bretten von einer Gruppe Zeugen verprügelt. Ähnlich erging es einem 20-jährigen Mann, als er versuchte, am Karlsruher Schlossplatz Handys zu klauen.

Ermittlungen in beiden Fällen

Die Folge: Sowohl gegen die Täter als auch gegen die eingreifenden Personen wurden Anzeigen erstattet und Ermittlungen eingeleitet. In solchen Fällen spricht die Polizei im Gespräch mit ka-news.de von "Notwehrüberschreitung." 

Polizei räumt Schlossgarten am Wochenende
Bild: Thomas Riedel

Zwar dürfen Zeugen potenzielle Täter bis zum Eintreffen der Polizei am Tatort festhalten, wie eine Sprecherin der Polizei erklärt, doch "einfach jemand verprügeln geht natürlich zu weit. Generell gilt das Prinzip der Verhältnismäßigkeit."

Der Begriff der Notwehrüberschreitung 

Der Begriff der Notwehrüberschreitung wird unter Paragraf 33 des Strafgesetzbuches (StGB) erklärt. Die Deutsche Anwaltshotline erklärt den Begriff auf ihrer Website folgendermaßen:

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"Es handelt sich beispielsweise dann um eine Notwehrüberschreitung, wenn eine Person, die angegriffen wird ihren Angreifer nicht nur erfolgreich und endgültig abwehrt, sondern ihn darüber hinaus, aus Furcht vor einem weiteren Angriff, schwer verletzt oder sogar tötet. Es muss immer eine tatsächliche Notwehrlage bestehen."

Polizei räumt Schlossgarten am Wochenende
Bild: Thomas Riedel

Oder einfach: "Man sollte nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen", wie es eine Polizeisprecherin salopp formuliert. Als Zeuge solle man versuchen die Beteiligten zu trenne und zu beruhigen. Gelingt es nicht einen möglichen Täter bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten, sollte versucht werden sich Details der Person zu merken. 

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"Hatte er ein Tattoo, welche Schuhe oder welche Markenklamotten hat er getragen sind Details die uns die Arbeit deutlich einfacher machen und für Zeugen sicherer sind." Und: "Wenn jemand entwischt, gibt es von der Polizei keinen Ärger. Gerade wenn Täter bewaffnet oder aggressiv sind, sollten Zeugen nicht unter Einsatz ihres Lebens helfen.  Wichtiger ist es, sich in einer ernsten Situation um das Opfer zu kümmern."