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Karlsruhe Wasserqualität in Karlsruher Badeseen: Warum regelmäßige Kontrolle so wichtig ist

Ende Juli flossen in den Bodensee bei Friedrichshafen Fäkal-Bakterien ins Wasser. Die Folge: 133 Erkrankte, die im See gebadet hatten. Gerade in der Badesaison ist die regelmäßige Kontrolle des Wassers sehr wichtig, um den Badegästen eine gute Qualität zu garantieren. Dafür sind Stefan Steinhauer und sein Team vom Gesundheitsschutz im Landkreis Karlsruhe zuständig - damit auch in Zukunft bedenkenlos in den Badeseen der Region gebadet werden kann.

Sommerzeit ist Badezeit - und am liebsten werden die heißen Tage doch am See verbracht. Damit Badegäste auch weiterhin in den 23 offiziellen Badeseen im Landkreis Karlsruhe unbeschwert schwimmen können, wird regelmäßig die Wasserqualität kontrolliert.

Mindestens fünf Proben pro See

Ab dem 1. Mai beginnen die offiziellen Kontrollen des Wassers. Bis September werden dann an den Seen mindestens fünf Proben genommen. "Diese entnehmen wir immer im Flachwasserbereich, also etwa 30 bis 40 Zentimeter vom Strand entfernt", erklärt Stefan Steinhauer vom Gesundheitsamt Karlsruhe bei einem Besuch am Grötzinger Badesee. Diese Stelle sei die "schwächste im See", weil das Wasser dort den größeren Schwankungen ausgesetzt ist und somit auch am anfälligsten für Keime und Bakterien ist. 

Kollege Stefan Halter entnimmt Wasserproben aus dem See. | Bild: Paul Needham

Jeden Tag sind Stefan Steinhauer und seine Kollegen vom Gesundheitsschtz unterwegs, nehmen Proben, werten die Ergebnisse aus. Nachdem die Probe entnommen wurde, wird das Wasser im Labor in Stuttgart auf coliforme Keime, wie zum Beispiel Enterokokken oder E.coli Bakterien, also Fäkalbakterien, sowie auf Cyanobakterien, sogenannte Blaualgen, untersucht. Außerdem werden Wasser- und Lufttemperatur gemessen, sowie Sauerstoffwerte und der PH-Wert des Wassers.

"Sollten Auffälligkeiten erkennbar sein, wenn die Anzahl der Bakterien zum Beispiel viel zu hoch ist, wird die Zahl der Proben auf zehn pro Saison erhöht. Das kann bei sehr schlimmen Werten im Extremfall auch zur Sperrung des Sees führen", so Steinhauer im ka-news.de-Interview. 

Fast alle Badeseen haben ausgezeichnete Wasserqualität

In und um Karlsruhe haben laut der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) fast alle Badeseen eine ausgezeichnete Wasserqualität. Einzige Ausnahme: der Baggersee Weingarten. "Der See in Weingarten wurde leider herabgestuft", erzählt Steinhauer. Im Jahr 2017 war das Wasser noch mit "ausgezeichneter" Qualität verzeichnet, seit 2018 mit "gut".

Stefan Steinhauer vom Gesundheitsamt Karlsruhe erklärt den Vorgang zur Kontrolle der Wasserqualität. | Bild: Paul Needham

Der Sachgebietsleiter des Gesundheitsschutzes erklärt das so: "Die Bewertungen erfolgen immer im Vier-Jahres-Zyklus. Die Gesamtbewertung des Sees erfolgt also anhand der 20 Werte, die in den vier Jahren gemessen werden. Im Bereich um Weingarten waren starke Unwetter, die anscheinend so massiv waren, dass viel Dreck und Verunreinigungen ins Wasser gespült wurde. Bei der Probe wurden dann etliche Fäkalkeime festgestellt, sodass der See in seiner Gesamtbewertung deshalb zurückgestuft werden musste."

Trotzdem sei die Qualität des Wassers immer noch sehr gut und Steinhauer betont, dass er dennoch "bedenkenlos auch im Weingärtner See baden" würde.

 

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Kann das dem Badesee Buchtzig in Ettlingen auch passieren?

Das schwere Unwetter am Abend des 6. August traf vor allem Ettlingen. Aber hat das Unwetter auch negativen Einfluss auf die Wasserqualität des Badesees Buchtzig? "Aktuell geben das die Werte nicht her, die waren vorher sehr gut", versichert Steinhauer. 

Trotzdem war der See vom 7. bis 8. August für Badegäste gesperrt. Grund waren umgefallene Bäume im Bereich des Strandes und der Liegewiesen. "Zur Sicherheit für die Badegäste hat die Gemeinde so entschieden, auch in Rücksprache mit uns, den See zu sperren, bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind", fügt Steinhauer hinzu.

Der beliebte Badesee Buchtzig in Ettlingen
Der Badesee Buchtzig in Ettlingen war aufgrund des Sturms am 6. August zwei Tage gesperrt - mittlerweile ist das Baden aber wieder erlaubt. | Bild: (ps)

Hitzewellen begünstigen Bakterienwachstum

Vor allem in den letzten Wochen war es sehr heiß in Karlsruhe und Umgebung - für viele ist da der Sprung in den Badesee eine erfrischende Abkühlung. Doch durch die steigenden Temperaturen erwärmen sich auch die Gewässer zunehmend.

Neben dem PH-Wert wird das Wasser auch auf den Sauerstoffgehalt, die Temperatur und natürlich auf Keime und Bakterien getestet. | Bild: Paul Needham

Laut Stefan Steinhauer sind länger anhaltende Hitzeperioden immer als kritisch einzustufen: "Das ist für einen See immer ein Problem, bei kleineren umso mehr als bei größeren. Die Bakterien fühlen sich dann besonders wohl im Wasser und vermehren sich. Vor allem Blaualgen sind da eine Gefahr. Grundsätzlich befinden sich diese Cyanobakterien zwar in jedem Gewässer, aber bei massiver Vermehrung können die für den Menschen gefährlich werden."

Wie jeder Badegast den See sauber halten und was es sonst zu beachten gilt, erklärt Stefan Steinhauer im Video-Interview: 

 

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