Es gibt gute Nachrichten: Die Sieben-Tages-Inzidenz in Karlsruhe ist am Sinken. Um genau zu sein, liegt der Wert im Stadtkreis bei 1201,2 und im Landkreis bei 1310,1. Auch in Baden-Württemberg werden zunehmend rückläufige Fallzahlen registriert.

167 fehlende Mitarbeiter im Pflege- und Funktionsdienst

Doch anders als bei anderen Krankenhäusern, verzeichnet das Karlsruher Klinikum wieder steigende Zahlen bei den Intensivpatienten. "Wir hatten letzte Woche drei oder vier Covid-Intensivpatienten. Diese Woche sind es acht. Das ist eine Verdopplung der Intensivbetten", berichtet der medizinische Geschäftsführer des Klinikums, Michael Geißler auf einer Pressekonferenz am Freitag.

Eine wirkliche Entlastung in den Krankenhäusern steht inmitten der Omikron-Welle noch weiter aus.
Eine wirkliche Entlastung in den Krankenhäusern steht inmitten der Omikron-Welle noch weiter aus. | Bild: Oliver Dietze/dpa

Nach Angaben des Klinikums befindet sich das Durchschnittsalter der Corona-Patienten bei 67,5 Jahren. Ein weiteres Problem: Durch die Omikron-Variante können 167 Personen aus dem Pflege- und Funktionsdienst nicht zur Arbeit kommen. 

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"Die Personalsituation ist aufgrund von Erkrankungen, Quarantäne und Tätigkeitsverboten nach wie vor angespannt. Dies wirkt sich weiterhin auf die Leistungsfähigkeit aus, so dass nach wie vor noch kein Normalbetrieb möglich ist", erläutert die Pflegedirektorin, Elvira Schneider. Das heißt: Ausfallendes Personal auf der einen Seite und zunehmende Intensivkapazitäten auf der anderen Seite. Auf Dauer eine gefährliche Kombination?

"Kein Alarmzeichen, sondern eine Beschreibung"

"Eine bestimmte Obergrenze an Intensivbetten gibt es bei uns nicht. In der dritten Welle haben wir gesagt, dass wir 15 bis 16 Corona-Intensivbetten betreiben können. Mit den Personalausfällen ist diese Zahl aber kaum zu erreichen. Wir würden aktuell an eine Grenze bei 12 bis 13 Betten kommen", erläutert der Klinik-Chef auf Nachfrage der Redaktion. Würde es jedoch soweit kommen, müssten Covid-Patienten aus Karlsruhe wieder ins Cluster verlegt werden. 

Ärzte und Pfleger betreuen einen Patienten auf der Covid-19-Intensivstation im SRH Waldklinikum in Gera.
Ärzte und Pfleger betreuen einen Patienten auf einer Covid-19-Intensivstation. | Bild: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Einen Blick in die Zukunft möchte Geißler allerdings nicht abgeben. Der Grund: Die Situation stelle nur "eine Momentaufnahme" dar, die in der nächsten Woche wieder "ganz anders" aussehen könnte.

"Das ist kein Alarmzeichen, sondern ist als Beschreibung zu verstehen. Das muss man einfach weiter beobachten", sagt Geißler und ergänzt: "Wenn aber die generelle Impfpflicht nicht kommt, dann werden wir im nächsten Winter in die nächste Welle laufen und dann gehen die gleichen Diskussionen wieder von vorne los."

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