In den meisten der 70 Container herrscht noch gähnende Leere. In einigen anderen hat bereits das kreative Chaos Einzug gehalten. Nur der Container, der das Café Alina beherbergt, ist hübsch eingerichtet, mit Kaffeemaschine, Herd und allem, was kreative Köpfe zum Wachwerden, Entspannen und Magen füllen brauchen.

Zum ersten Mal präsentiert sich das fertige Kreativgründerzentrum "Perfekt Futur" am Tag seiner Eröffnung der Öffentlichkeit. Und zahlreiche Interessierte sind gekommen, um mit den neuen Mietern zu feiern. "Wir könnten hier eine Ausschusssitzung machen, so viele Stadträte, wie heute hier sind", kommentiert der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup in seiner Rede die Stadtrat-Dichte in der ehemaligen Schweinemarkthalle.

Immer Platz für eine gute Idee

Auch sonst ist Mentrup voll des Lobes für das Projekt und seine Beteiligten. Er erinnert auch an dessen Beginn im Rahmen der Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt 2010. Aus der Kulturhauptstadt ist zwar nichts geworden. Dafür sei das Gründerzentrum jetzt "in baulicher Hinsicht vollendet". Jetzt müsse das Gebäude nur noch mit Leben gefüllt werden.

Das werde wohl ab kommender Woche geschehen, vermutet Nathalie Gorenflo von der Karlsruher Fächer GmbH, die sich um die Entwicklung des Alten Schlachthofes zum Kreativpark kümmert. "Die Container in den oberen Stockwerken sind alle vermietet", erklärt sie. Nur im Erdgeschoss seien momentan noch Container zu haben. Komplett ausgelastet sollen die Räumlichkeiten sowieso nicht sein. "Für eine gute Idee wollen wir immer Platz haben", betont Sabrina Isaac-Fütterer vom K³ Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro Karlsruhe, das den Gründern aus der Kultur- und Kreativwirtschaft von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite stand.

OB Mentrup: "Der Beginn einer neuen Ära"

Vom Beratungsangebot des Büros haben auch Stefanie Naiser und Silvia Maradea profitiert. Die Produktdesignerin und die Bühnenbildnerin beziehen schon bald gemeinsam einen Container. Dabei freuen sie sich auch darauf, sich mit ihren neuen Nachbarn auszutauschen und zusammenzuarbeiten. "Man muss keinen Auftrag ablehnen, weil man in diesem Miteinander immer Mitstreiter findet", glaubt Naiser. In einem Umfeld wie dem "Perfekt Futur" könne man viel von den anderen Nutzern lernen. "Wenn man in so eine Containerlandschaft zieht, wo man eng aufeinander sitzt, will man das auch", ist Maradea überzeugt.

Vom "Perfekt Futur" ist auch Baubürgermeister Michael Obert überzeugt. "Eine solche Containerstadt in einem solchen Umfeld, das gibt es im Augenblick nur hier", freut er sich. "Wir sind sicher, dass wir hier ein Beispielprojekt für andere Städte haben." Karlsruhe als Zentrum der Kreativwirtschaft im deutschen Südwesten müsse Aktionsräume für Kreative bieten und Talente damit längerfristig an die Fächerstadt binden, findet auch OB Mentrup. "Von hier aus sollen sie die Welt erobern."

Mit der Eröffnung des "Perfekt Futur" beginne an dem Ort, wo Schweinen früher eine weniger aussichtsreiche Zukunft blühte, eine neue Ära. Auch das Zentrum selbst werde einer erfolgreiche Zukunft entgegenblicken - gemäß der grammatikalischen Zeit, die der Begriff "Perfekt Futur" bezeichnet: "Ich werde ein Kulturhauptstadt-Projekt gewesen sein."

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