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Karlsruhe TPK-Zufahrt: Kleingärten gegen Parkplätze - ein unfairer Tausch!

Ende März wurde bekannt: Der Technologiepark (TPK) am Hirtenweg wünscht sich eine zweite Zufahrt. Dafür sollen einige der angrenzenden Kleingarten-Parzellen beschnitten werden - beschlossen wurde das Vorhaben Ende Februar im Planungsausschuss der Stadt. Die Kleingärtner fühlen sich über- und hintergangen: Kristallisiert sich doch immer mehr aus den Planungen heraus, dass fehlende Parkplätze der eigentliche Grund für die anstehenden Baumaßnahmen sind.

In vielen Fällen gebührt Oberbürgermeister Frank Mentrup Lob für die Informationspolitik, die mit ihm in die Stadtverwaltung Karlsruhe eingezogen ist. Sei es das Räumliche Leitbild, die Umgestaltung der Stadtteile, die Ikea-Ansiedlung an der Durlacher Allee oder das neue KSC-Stadion - das Informationsangebot vonseiten der Stadt gab beziehungsweise gibt es in Form von zahlreichen Bürgerveranstaltungen, Foren oder Diskussionsrunden. Diese wahrzunehmen, liegt an den Bürgern.

Wo bleibt die viel gelobte Informationspolitik?

Umso enttäuschender ist ein aktueller Fall aus der Stadtpolitik, bei dem die Informationen offensichtlich nicht so recht fließen wollten: Im Rathaus beschloss man, den Weg für die zweite Zufahrt zum Technologiepark mit der Änderung des Bebauungsplans zu ebnen, ohne die angrenzenden Kleingärtner über die Planungen zu informieren.

Den Unmut der Kleingärtner ist nun groß - fühlen sie sich mit ihren Interessen nicht ernst genommen. "Es ist nicht mit einem breiten öffentlichen Interesse zu rechnen", begründete die Stadtverwaltung die Entscheidung im Planungsausschuss. 17 betroffene Kleingärtner nicht als breites öffentliches Interesse zu definieren, ist legitim. Sie jedoch über Planungen, die sie betreffen, zu informieren oder zumindest anzuhören, ist allerdings eine Frage des Anstandes in einer demokratischen und auf Meinungsvielfalt Wert legenden Stadtgesellschaft.

"Überlastete Zufahrt": Ist das Problem hausgemacht?

Zumal sich in diesem Fall das flaue Gefühl zu bewahrheiten scheint, dass der Hund nicht in einer "überlasteten Zufahrt" begraben liegt, wie die offizielle Begründung des Technologieparks für die Baumaßnahme lautet. Bei einer Vor-Ort-Begehung der Kult-Fraktion am vergangenen Montag kam ein ganz anderes Thema zur Sprache: Mangelnde Parkplätze.

Zumindest bei der TPK-Geschäftsführung zeigte man sich zwei Monate nach Planungsbeschluss gesprächsbereit, besteht aber weiterhin auf eine "behutsame Fortentwicklung" des Bebauungsplans. Weiterhin wurde deutlich: Alternative Ideen, das Zufahrtsproblem zu lösen, gibt es sowohl vonseiten der Kleingärtner als auch von der Kult-Fraktion: Tempolimit, Parkverbot oder eine Zufahrt im Norden.

Sollte die überlastete Zufahrt ein hausgemachtes TPK-Problem sein, weil die Angestellten lieber kostenlos auf der Straße als kostenpflichtig in den Tiefgaragen parken, muss sich die Stadtverwaltung die Frage der Verhältnismäßigkeit stellen. Kleingärten gegen Parkplätze wäre unter diesem Gesichtspunkt ein wahrlich unfairer Flächentausch!

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Der Technologiepark wünscht sich eine zweite Zufahrt - die Kleingärtner fürchten um ihren Naherholungsraum. Ist die zweite Zufahrt sinnvoll oder sollten die Kleingärten erhalten bleiben? Was denken Sie - stimmen Sie ab und äußern Sie Ihre Meinung zum Thema in einem Kommentar unter diesem Debatten-Artikel.

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  •   AlterEgo
    (283 Beiträge)

    23.04.2015 15:08 Uhr
    Das sehe ich genau so.
    Und wer da draußen Arbeitsplätze schafft muss damit rechnen dass die Arbeitnehmer vermehrt mit den Autos kommen da es ja ziemlich außerhalb liegt. Und die Straße im Vogelsand könnte ja weitergeführt werden bis zur Haid-und-Neu-Straße notfalls um die beiden Grundstücke herum.
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  •   dipfele
    (5448 Beiträge)

    23.04.2015 15:26 Uhr
    in 2-300 m Entfernung...
    ... gibt's da das Tram 4+6 und die S 2 ! Soweit draussen ist der Technopark nicht.
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  •   Bundesadler
    (313 Beiträge)

    23.04.2015 15:57 Uhr
    Gute Idee !
    Ich fahre dann statt 30 min. Auto nur noch von Zuhause nach Berg (5 min), von dort mit der Bahn nach Wörth (10 min), von dort mit der S5 in die City (20 min), von dort mit der S2 oder 4 zum TPK (20min).
    Und abends das gleiche zurück. Immer vorausgesetzt der Anschluss kommt sofort.
    Da bringen mir die 200 Meter Haltestelle verlegen enorm viel!

    Ich vermute anderen geht es ebenso.
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  •   kommentar4711
    (2285 Beiträge)

    23.04.2015 15:52 Uhr
    Straba-Pendeln...
    Ich pendle jeden Tag von Knielingen ins Industriegebiet Killisfeld. Mit dem Auto 20 Minuten von Haustür bis Büro, mit der Bahn incl. Fußwegen von / zu den Haltestellen selbst wenn es gut läuft beim Umsteigen locker 60 Minuten. Pro Strecke 40 Minuten mehr, auf die Woche gerechnet locker 6,5 Stunden! Die Zeit verbringe ich lieber mit meinen Kindern! Und wenn ich in den TP pendeln würde wäre es ähnlich.
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  •   beverly
    (76 Beiträge)

    23.04.2015 12:47 Uhr
    wenn es ein Problem mit ungeschickt parkenden
    Autos gibt, ist die Stadt und die Politessen gefragt.
    Parkverbotsschilder an den wichtigsten Stellen aufstellen und Strafzettel verteilen.
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  •   Bundesadler
    (313 Beiträge)

    23.04.2015 07:25 Uhr
    Der Herr Cramer hat Recht
    wenn er sagt, dass eine zweite Zufahrt im Norden mehr Sinn macht als parallel zur bestehenden. Ausserdem wird die Strasse entlang der Kleingärten bereits heute als Ausweichzufahrt genutzt wenn der Rückstau zur Ampel mal wieder zu lange ist.
    Dass allerdings in den Parkhäusern noch viel Potential ruht wage ich zu bezweifeln, unserer Firma wurden Parkplätze in einem Parkhaus gekündigt weil ein anderes, neu zugezogenes Unternehmen bereit war mehr zu zahlen.

    Wenn der TPK noch weiter ausgebaut wird, wird sich die ganze Situation noch deutlich verschärfen, sowohl eine zweite Zufahrt als auch ein reines Parkgebäude sind unverzichtbar.
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  •   dipfele
    (5448 Beiträge)

    23.04.2015 15:31 Uhr
    es könnte ja auch...
    ... die Linie 6 dorthin verlängert werden. Das sind 2-300 m. Zumindest die Wendeschleife am Hirtenweg könnte zu dieser Sandgrube verlegt werden. Und an der "Sinsheimerstr" halten zusätzlich die 4 und S 2. Es gibt noch andere Transporttechnologien als den SUV.
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