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Karlsruhe Park-Rowdies in Karlsruhe: Wie falsch darf man eigentlich parken?

Halteverbot missachtet, andere Fahrer hoffnungslos zugeparkt oder gleich zwei Parkplätze belegt - die Liste der Parksünden ist lang. Aber wie falsch darf man eigentlich parken? Und wann greifen die Karlsruher Ordnungshüter ein?

Eigentlich ist die Straßenverkehrsordnung in Sachen Halten und Parken recht eindeutig: "Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten steht, der parkt", heißt es hier. So viel zur Ausgangslage. Zudem hat der Gesetzgeber den Autofahrern auch klare Anweisungen gegeben, wie sie zu parken haben. "Es ist platzsparend zu parken; das gilt in der Regel auch für das Halten", lautet die einfache Grundregel. Doch gerade hier hapert es immer wieder.

Wenn ein Parkplatz nicht genug ist ...

Ob in Parkhäusern oder auf öffentlichen Parkplätzen: Jeder hat schon einmal beobachtet, dass manchen Autofahrern eine vorgegebene Parklücke nicht auszureichen scheint. Ihre Lösung: Statt eines Parkplatzes wird kurzerhand einfach die Lücke daneben mitbenutzt - mal mittig, mal quer, aber immer über zwei Parkplätze. Ein Anblick, der Suchende zur Weißglut treibt.

Und das ganz zurecht, wie ein Sprecher des Karlsruher Ordnungsamtes erklärt. "Der Gesetzgeber sagt eindeutig: Es muss platzsparend geparkt werden", erklärt er im Gespräch mit ka-news. Ob es nun an mangelnden Parkkünsten oder einer überdimensionierten Limousine liegt, die Konsequenz ist immer die selbe: "Erlaubt ist sowas nicht", so der Sprecher, "mit dem Auto zwei Parkplätze zu vereinnahmen, kann einem ein Knöllchen von 15 Euro einbringen."

Querparken - Größe macht den Unterschied

Ganz ähnlich verhält es sich auch bei Querparkern. Vor allem, wenn man ein kleines Auto fährt, ist die Versuchung groß, sich einfach quer in die kleine Lücke zu stellen, wenn es längs nicht reicht. Grundsätzlich gilt: "Es muss in Fahrtrichtung geparkt werden", erklärt der Ordnungsamt-Sprecher.

Hin und wieder drücken die Ordnungshüter aber ein Auge zu. "Wenn beispielsweise ein Smart quer geparkt wird und direkt in die Lücke passt, wird das von uns geduldet", so der Experte. Sobald es allerdings zu Behinderungen auf dem Gehweg oder im fließenden Verkehr komme, drohe ein Knöllchen.

Wer war zuerst da?

Ein weiteres Ärgernis: Der Vorder- oder Hintermann ist mit seinem Wagen derart dicht rangefahren, dass man man ohne Blechschaden nicht mehr aus der Lücke kommt. "Grundsätzlich ist mehrmaliges Rangieren durchaus zumutbar", meint der Ordnungsamt-Sprecher. Doch es gibt es auch Grenzen: "Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat festgelegt, dass der Abstand vorne und hinten mindestens 20 Zentimeter betragen muss - alles darunter ist zu gering", erklärt er.

Als Betroffener könne man die Polizei oder den Gemeindevollzugsdienst (GVD) rufen- dann ist ein Knöllchen möglich. Alternativ könne man laut des Experten auch den Wagen abschleppen lassen. Hier drohe allerdings die Gefahr, auf den vorgestreckten Kosten sitzen zu bleiben.

Anders sieht es bei sogenannten "Egoparkern" aus, die zu viel Platz lassen. "Das kann zwar ein Knöllchen geben, hier ist es allerdings immer eine Ermessensfrage", so der Sprecher des Ordnungsamtes. Einzige Ausnahme: die Parkflächen sind markiert. Im Zweifel entscheide man aber für den Autofahrer. Der Grund: "Es ist nicht immer klar, wer zuerst da war und wie viel Platz gelassen hat."

Zugeparkte Elektroparkplätze werden geahndet

Weniger nachsichtig sind die Ordnungshüter allerdings, wenn Parkplätze mit Ladestationen für Elektroautos in Beschlag genommen werden. "Oft gilt hier ein eingeschränktes Halteverbot", so der Ordnungsamtsprecher. Wer keinen Strom tankt und sein Auto trotzdem abstellt, parkt widerrechtlich. "Wenn man das nur für kurze Zeit macht, gibt es ein Knöllchen", so der Experte, "wenn man allerdings länger als zwei oder drei Stunden den Platz blockiert, schleppt die Stadt ab."

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    19.02.2015 11:40 Uhr
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