19  

Karlsruhe Gehwegparken in Karlsruhe: ka-news-Leser befürworten Verbot

Schluss mit Gehwegparken: Bis 2018 will Karlsruhe in all seinen Stadtteilen genau das umsetzen. Erste Maßnahmen sorgten bei Anwohnern für Frust. Die ka-news-Leser stehen hinter den Maßnahmen der Stadt - allerdings in unterschiedlichem Maße.

Sie stehen teilweise auf Gehwegen und behindern so Fußgänger: Gehwegparker. Die Stadt will künftig stärker eingreifen und hat beispielsweise im Stadtteil Knielingen ein "Parkierungskonzept'" vorgelegt - sehr zum Ärger einer ka-Reporterin, die sich kritisch zu Wort meldet. Ganz anders sehen das die meisten Teilnehmer unserer nicht repräsentativen Umfrage mit 1.720 Stimmen. 

Leser sind genervt von zugeparkten Straßen und Gehwegen

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer halten das Vorgehen der Stadt grundsätzlich für richtig. 42,21 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Maßnahmen der Stadt notwendig sind, da viele Straßen einfach zu eng und zu vollgeparkt sind.

Auch ka-news-Leser Malerdoerfler begrüßt das Vorgehen gegen Gehwegparken"Dieses permanente Zugeparke nervt extrem", findet er. "In einer Stadt wie Karlsruhe, sollte man auch mal auf das Auto oder das Zweitauto verzichten können." ka-news-Leser kommentar4711  hat ebenfalls kein Verständnis für Gehwegparker. "Viele meinen, sich die Kosten für einen eigenen Abstellplatz oder eine eigene Garage sparen zu können oder diese anders nutzen zu können. Und dann ist das Gejammere groß. Warum funktioniert in Karlsruhe nicht das, was in vielen anderen Städten auch klappt?", kritisiert er. 

Ähnlich sieht das auch ka-news-Leser KA76189. Er wünscht sich im Stadtteil Bulach freiere Fahrbahnen. "Dort gibt es viele Grundstücke mit Einfahrten und Höfen, die allerdings selten genutzt werden, was man als Fahrgast im 50er oft in Form von Verspätungen zu spüren bekommt", schildert er. 

"Mit ein bisschen Rücksicht kann es funktionieren"

Ganz so drastisch sieht das aber nicht jeder. 15,81 Prozent der Teilnehmer geben an, die Maßnahmen der Stadt sinnvoll zu finden, doch es müsse auch Ausnahmen geben. "Auch beim Parken gibt es solche und solche", findet ka-news-Leser max. Wenn ein Autofahrer trotz Gehwegparkens noch ausreichend Platz für Fußgänger mit Rollator oder für Rollstuhlfahrer lasse, sieht er keine Probleme. "Die anständigen Parker werden dann bestraft, weil so ein paar rücksichtslose Autofahrer ihre Fahrzeuge parken, dass eben niemand mehr auf dem Gehweg vorbeikommt." 

ka-news-Leser Prof.Baerlapp erinnert daran, dass es in Karlsruhe auch ältere Stadtteile gibt und nicht überall eine Tiefgarage zur Verfügung steht. "Da bleibt tatsächlich nur die Straße", meint er. Andererseits könnten Autofahrer keinen Anspruch darauf erheben, vor dem eigenen Haus parken zu können. Er meint: "Es kann nicht sein, dass öffentliche Straßen und Gehwege so zugeparkt werden, dass entweder die Müllabfuhr nicht mehr durchkommt oder Fußgänger, Kinderwagen, Rollstühle usw. behindert werden. Wenn jeder auch ein gewisses Maß an Mitdenken und Rücksicht bringt, dann kann es funktionieren."

Abzocke und Gefahr für den Einzelhandel?

Es melden sich aber auch Kritiker am Vorgehen der Stadt zu Wort. 41,40 Prozent halten die Maßnahmen der Stadt für übertrieben. ka-news-Leser Toleranz spricht von einer "lächerlichen Maßnahme".  ka-news-Leserin Gaensebluemchen sieht im Vorgehen der Stadt gar eine Abzocke der Autofahrer. "Die Stadtkasse braucht Kohle, das ist der Antrieb solcher 'Regulierungen'", kritisiert sie. 

ka-news-Leser Gelbe Socke sieht in dem Parkverbot eine Gefahr für den Karlsruher Einzelhandel. Seine Befürchtung. Mehr Karlsruher könnten nur noch online einkaufen, da das Parken in der City nur noch schwer möglich wäre. Er ist sich sicher: "Der Einzelhandel wird leiden, das Ordnungsamt in Arbeit absaufen und der normal sterbliche Autofahrer wird die Stadtverwaltung zum Teufel wünschen."

0,58 Prozent der Befragten hatten zu diesem Thema keine Meinung. 

Alle Änderungen im Überblick:

  • Gehwegparken ist künftig nur noch in Zonen erlaubt, die klar mit Schildern gekennzeichnet sind.
  • In nicht angespannten Parkbereichen ohne Markierung wird das Gehwegparken künftig tabu sein.
  • Das gilt auch für Straßen, in denen kein beidseitiges Parken möglich ist.
  • Grenzt ein Gehweg nicht an ein Bauwerk, soll auf diesem künftig geparkt werden dürfen.
  • Als absolutes Minimum für die zulässige Gehwegbreite gelten künftig 1,60 Meter.
  • Bei Neubauten müssen die Gehwege künftig an die neuen Regeln angepasst werden.
Alle Informationen zum Thema Gehwegparken finden Interessierte auf einer neuen Internetseite der Stadt Karlsruhe. 
Mehr zum Thema
Parken in Karlsruhe | ka-news.de: Parkstreifen oder Parkhaus? Wo ist Parken noch erlaubt und wo wird es verboten? Ab 2018 ist das Gehwegparken in Karlsruhe Vergangenheit. Alle aktuellen Infos rund um das Thema Parkraum und -regeln in Karlsruhe gibt es hier in unserem Dossier.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (19)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   GelbeSocke
    (40 Beiträge)

    03.03.2017 16:05 Uhr
    Schon der Fahrlehrer sagte...
    ...und wenn Du mal auf dem Gehweg parken musst, achte darauf, dass eine Frau mit Kinderwagen problemlos passieren kann. grinsen Nun denn... es wird eh umgesetzt, was lohnt es darüber aufzuregen.

    Die Folgen werden wütende Anwohner sein, ich möchte nicht beim Amt arbeiten müssen grinsen Da wird es einige Beschwerden geben. Auch wenn es einige mit dem Gehwegparken wirklich übertrieben haben, ist ein generelles Verbot für ganz KA Schwachsinn, weil einfach nicht umsetzbar, gemäß §37 LBO zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Mitbuerger
    (32 Beiträge)

    03.03.2017 07:08 Uhr
    Bei fehlenden Parkplätzen
    in Wohngebieten sind Anwohnerparkplätze notwendig!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    03.03.2017 03:53 Uhr
    Rettet
    den Gehwegparker! Mit einem bissle Verstand ginge alles. Da hebts halt. Und bei der gnadenlosen Übertreibung der teilweise gar nicht Betroffenen, aber das ist halt ein Aufregerthema zu dem jeder seinen Senf abgeben kann ohne Lösungen liefern zu müssen.
    Fehlt grad noch, dass der Rupp ein Statement abgibt...

    Much ado about nothing.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   malerdoerfler
    (5776 Beiträge)

    02.03.2017 21:39 Uhr
    DA hat ja meine Stimme
    zum Sieg mit beigetragen.

    Haltet euch einfach an die Vorgaben und im Zweifelsfall muss man/frau eben auchmal ein paar Meter laufen. Dafür wohnt man/frau ja in der Stadt und hat alles direkt vor der Haustüre. Eigentlich ist ein Auto dann ja absolut unnötig - Fahrrad, ÖPNV, Carsharing u.a.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   bier2
    (884 Beiträge)

    02.03.2017 18:23 Uhr
    Gehwegparken ist verboten, nur in KA
    geduldet, jedes Auto mit anderem Kennzeichen parkt vorschriftsmäßig.. einfach durchsetzen und gut...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   LJ_Skinny
    (205 Beiträge)

    03.03.2017 09:32 Uhr
    Das würde ich nicht so unterschreiben
    gerade in unserer Strasse wird man da eines besseren belehrt....

    Man muss eben generell mal unterscheiden, warum dort geparkt wird. Zum einen gibt es die Denkmalgeschützen Fassaden. Bei den Altbauten, die direkt am Gehweg enden, da kann müssen die Bewohner irgendwo parken. Da kann man auch keine nachträglichen Parkplätze dazubauen. Für diese Leute muss definitiv eine Lösung gefunden werden.

    Anders würde ich beim Drittwagen, Wohnmobil und Anhängern argumentieren. Da wäre es kein Problem, diese auch etwas abseits zu parken.

    Dann gibt es noch die Pendler. Interessanterweise haben viele Firmen angemietete Stellflächen die aber vom Arbeitnehmer bezahlt werden müssten. Da diese sich das Geld sparen wollen, parken sie wieder im Öffentlichen Raum. (zum Beispiel Deutsche Rentenversicherung). Das müsste dann eigentlich nicht sein. Oder aber ein Park'n'Ride ausbauen. Das gar nicht mehr so viele direkt in die Stadt fahren müssten.

    Meine Meinung zum Gehwehparken ist da zwiegespalten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Bimbo
    (187 Beiträge)

    02.03.2017 17:51 Uhr
    Sehr representative Umfrage...
    Wieder ein Erfolgreiches Projekt für die GRÜNEN und alle anderen ÖKOS.
    Die merheit leidet nur darunter.
    Ein Grüner Stadtrat hat mir vor Jahren gesagt, sie sind nicht für Strassen und Parkplätze zuständig!
    Tolle Demokratische Einstellung!
    Wofür sind sie dann zuständig?
    Demokratie ist der willen der Merheit! Und Merheit wenn sie sich gedanken macht und versteht um was es geht ist sicherlich nicht dafür!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (10944 Beiträge)

    03.03.2017 00:46 Uhr
    !
    Da hat er aber Recht!
    Die Straßenverkehrsbehörde untersteht in ihren Entscheidungen vorrangig den Gesetzen und nicht dem Willen von Politikern.
    Und Straßenverkehrsrecht ist nicht demokratisch organisiert. Es hat nicht das Auto Vorfahrt, wo die Mehrheit drin sitzt, sondern das, was von rechts kommt ...
    Der Einfluss des Gemeinderats ist sehr begrenzt. Er kann Straßenneu- und -umbau finanzieren und anordnen und dabei einen gewissen Rahmen vorgeben (Zahl der Spuren) und auch die Wdmung einer Straße ändern (Straßen zu Fußgängerzonen etc.), aber die konkrete Ausgestaltung mit Tempolimits, Parkverboten o.ä. obliegt alleine dem Amt auf Grundlage der Gesetze und hat unabhängig von der Politik zu sein.
    Der alte Amtsleiter des Ordnungsamtes hat auch schon mal das Gegenteil gemacht von dem, was die Gemeinderatsmehrheit wollte und man war machtlos ... (Parkplätze vor der Uni statt breiterer Radweg ist mir da noch sehr gut in Erinnerung ... Muss so Ende 90er gewesen sein ...)
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   HarryPotter
    (443 Beiträge)

    02.03.2017 17:32 Uhr
    Gehwegparken?
    Grundsätzlich gehe ich mal davon aus,daß die Autoparker das nicht machen um Fußgänger zu ärgern sondern weil die Straße nicht breit genug ist.Was passiert eigentlich wenn der Gehweg nicht mit benutzt wird in Straßen
    die nicht breit genug sind und der Lieferverkehr oder Rettungsdienste kommen nicht mehr durch?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Schattegustl
    (141 Beiträge)

    02.03.2017 22:59 Uhr
    Grundsätzlich parkt der Autofahrer einfach auf dem Gehweg.

    Einfach immer. Aus Gewohnheit. Wegen DEM Außenspiegel. Weil es keine Konsequenzen hat. Weil weil weil

    Und die Stadt Karlsruhe toleriert es.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.