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Karlsruhe Carsharing in Karlsruhe: Bald spezielle Parkplätze für Gemeinschaft-Autos?

Das Auto teilen ist im Trend: Immer mehr Menschen verzichten auf ein eigenes Auto und schließen sich einer Carsharing-Community an. In Karlsruhe erfreut sich der Anbieter "Stadtmobil" großer Beliebtheit - dabei haben alle Anbieter mit einem Problem zu kämpfen: Parkplatzmangel. Ein neues Gesetz soll die Lösung bringen - doch die Umsetzung stockt.

Aktuell läuft die Einrichtung eines neuen Parkplatzes nicht gerade einfach ab: "Wir nehmen, was wir kriegen können", so Anja Orth, Sprecherin von Stadtmobil, auf Anfrage von ka-news. Aktuell verfügt der Anbieter über 665 Fahrzeuge, die auf 151 Stadtionen im Stadtgebiet aufgeteilt sind. Da die Nachfrage aber weiterhin steigend ist: "In bestimmten Stadtgebieten ist der Bedarf an geeigneten Stellplätzen höher als das Angebot", so Orth.

Für die Fahrzeuge, die neu in den Fuhrpark aufgenommen werden soll, muss Stadtmobil derzeit meist neue Stellplätze anmieten. "Idealerweise sind Stellplätze frei zugänglich, viele Stellplätze liegen jedoch in Parkgaragen, hier gibt es jeweils eine Dauerparkkarte im Fahrzeug, um die Ein- und Ausfahrt zu sichern. Für manche Fahrzeuge in einigen Stadtteilen haben wir auch Bewohnerparkausweise", so die Stadtmobil-Sprecherin weiter.

Stellplatzbedarf ist höher als das Angebot

In Karlsruhe waren 2015 rund 9.000 Teilnehmer bei der privatrechtlich organisierten Gesellschaft "Stadtmobil" angemeldet. Mit zuletzt 2,15 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner wurde die Fächerstadt in der Vergangenheit wiederholt "Carsharing-Hauptstadt" in Deutschland.

Bereits vor über einem Jahr hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat ein Gesetzesentwurf ins Gespräch gebracht, der es Kommunen möglich machen soll, spezielle Parkplätze für Carsharing vorzubehalten. Seit Ende April ist der Entwurf zum Carsharinggesetz in der so genannten Ressortabstimmung innerhalb der Bundesregierung. Wann und ob das Gesetz verabschiedet wird, ist noch offen.

"Für Fremdparker sollen diese Plätze tabu sein"

Aber nicht nur die Stadtmobil-Betreiber begrüßen das neue Gesetz. Auch im Rathaus hofft man auf deren Umsetzung: "Wir würden gerne im öffentlichen Raum Stellplätze explizit Carsharing-Fahrzeugen vorbehalten", so deren Pressesprecherin Helga Riedel. "Für Fremdparker sollen diese Plätze tabu sein." Wie genau die Umsetzung aussehen soll, ließ sie offen.

Sicht der Stadt ist, dass Carsharing ein wichtiger Baustein im städtischen Verkehrskonzept: "Dem knappen Verkehrsraum setzen wir ein Verkehrsmanagement mit intelligenter Mobilität entgegen", so Riedel weiter. Denn wo mehrere Menschen gemeinsam ein Auto nutzen, sind weniger Autos unterwegs und benötigen weniger Fahrzeuge einen Parkplatz.

In Sachen E-Autos sieht man bei Stadtmobil hingegen aktuell keinen Handlungsbedarf: "In Karlsruhe sind zur Zeit 7 Elektrofahrzeuge. Ein weiterer Ausbau der Elektroflotte ist nicht geplant", so Orth. Bei den Stellplätzen für diese Fahrzeuge ist noch einmal mehr Aufwand nötig, da diese über eine entsprechenden Ladeinfrastruktur ausgestattet sein müssen.

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Parken in Karlsruhe | ka-news.de: Parkstreifen oder Parkhaus? Wo ist Parken noch erlaubt und wo wird es verboten? Ab 2018 ist das Gehwegparken in Karlsruhe Vergangenheit. Alle aktuellen Infos rund um das Thema Parkraum und -regeln in Karlsruhe gibt es hier in unserem Dossier.
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  •   giggls
    (303 Beiträge)

    17.08.2016 18:44 Uhr
    Schade, dass es nur 7 Elektrofahrzeuge gibt
    Sieben Elektrofahrzeuge, dass sind bei einer Gesamtzahl von 665 Fahrzeugen gerade mal 1%.

    In meiner Nähe gibt es gar kein Elektrofahrzeug.

    Ich würde gerade für kurze Strecken gerne mal eines nehmen, denn da entfällt das lästige tanken.
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  •   malerdoerfler
    (5843 Beiträge)

    17.08.2016 17:42 Uhr
    Moment!
    Anwohnerparkplätze, Familien mit Kleinkindern Parkplätze, Behindertenparkplätze, Frauenparkplätze und jetzt auch noch Car Scharing Parkplätze..............
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  •   mueck
    (11031 Beiträge)

    17.08.2016 19:13 Uhr
    !
    Elektroladestellenparkplätze haste vergessen, die sind seit kurzem in der StVO verankert.
    Frauen- und Familienparkplätze dagegen nicht, die beachtet der Gentleman freiwillig ... zwinkern
    Der Nicht-Gentleman dagegen parkt gleich auf'm Rolliplatz, der ist noch näher dran ... traurig
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  •   definitivabseits
    (1075 Beiträge)

    17.08.2016 19:21 Uhr
    Behindertenparkplatz
    ist ein absolutes No-go, noch nichtmal für 30 Sekunden.

    Frauenparkplatz nehm ich gerne, die sind breiter (schont den Lack), näher am Eingang und es ist immer was frei. grinsen
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  •   Pflichtfeld
    (438 Beiträge)

    18.08.2016 06:46 Uhr
    Besorgte-Bürger-Parkplätze...
    ...fehlen noch. Die sollten analog zu den Frauenparkplätze gut beleuchtet und in der Nähe der Ausgänge liegen.
    grinsen
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  •   malerdoerfler
    (5843 Beiträge)

    17.08.2016 17:39 Uhr
    Also eigentlich hat es in meiner Straße auch genug Parkplätze
    aber wenn da das Wohnmobil, der Wohnwagen, die 3 Anhänger (2 davon mit Werbung) und die zwei Sprinter (Firmenwagen) stehen, dann wird es echt eng für die Anwohner. Zum Glück hab ich einen Tiefgaragenplatz.
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  •   skynet
    (115 Beiträge)

    17.08.2016 15:18 Uhr
    und bei mehreren Anbietern?
    Und wie sollen die Carsharing Parkplätze funktionieren, wenn mehrere Anbieter in KA aktiv sind?
    Bekommt dann derjenige die Plätze, der am meisten Geldkoffer ins Rathaus bringt?

    Gerade bei Stadtmobil ist es ja so, dass die Fahrzeuge an eine Station gebunden sind. Man muss sie also wieder dort abgeben. Das funktioniert ja dann nicht mehr, wenn ein anderer Anbieter seine Autos da parkt.

    Es wäre doch viel einfacher das Sharing Modell zu überarbeiten. Weg von festen Stationen und hin zu freien Nutzung (so wie früher bei den DB Fahrrädern). Zumindest für den Stadtbereich (der ja in KA eigentlich derzeit eh nicht befahrbar ist) sollte das doch wesentlich einfacher sein, als extra Parkplätze zu reservieren.
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  •   mueck
    (11031 Beiträge)

    17.08.2016 16:21 Uhr
    !
    Das nicht stationsgebundene System funktioniert aber eigentlich nur dann, wenn der Anbieter nur ein EInheitsauto verleiht, wo's dann egal ist, ob ich den am Standort X oder Y hole.
    Bei stadtmbil gibt's aber eine breite Palette an Autos, die man leihen kann, vom Kleinwagen bis zum Transporter. Dadurch kann man eben nicht die "nächstbeste" Leihkarre nehmen, sondern man muss schon wissen, wo das Wunschmodell gerade steht und darauf bauen können, dass die nicht weg ist, wenn man da ankommt. Geht mit festan Standorten einfacher.
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  •   skynet
    (115 Beiträge)

    17.08.2016 18:19 Uhr
    klar
    Natürlich ist das Handling ein anderes, als bei den Stationen mit breiter Wagenpalette. Aber es spricht ja nichts dagegen beides anzubieten. Ein Anbieter wie Stadtmobil kann ja seine bisherigen Stationen betreiben und für den Zentrumsbereich, wo es knapp an Parkraum ist, eben entsprechende Fahrzeuge ohne Station bereitstellen.
    Das Eine schließt das Andere ja nicht aus.

    Jemand der dann eben unbedingt den Transporter brauch, dem ist es dann auch zuzumuten mal nen paar Meter zu laufen, mit dem Rad zu fahren oder die Bahn zu nutzen, bis er die Reguläre Station erreicht.

    Aber stattdessen versucht man wieder mit irgendwelchen Verwaltungsakten und Sonderregelungen eine Sonderlocke für die Anbieter zu drehen, die eigentlich nicht notwendig wäre.
    Das Parkplatzkonzept ist doch totaler Käse.
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  •   Gast68
    (854 Beiträge)

    17.08.2016 13:35 Uhr
    Da ich unserer Politmischpoke so langsam alles zutraue
    stellt sich für mich unwillkürlich die Frage wer da wohl mal wieder seine persönlichen Interessen verfolgt.
    Ein Unternehmen sollte entweder selbst fähig sein Parkplätze zu unterhalten (jeder Hausbesitzer muß entsprechenden Parkraum vorhalten) oder seinen Laden dicht machen
    Öffentlich finanzierte Parkplätze zu Privatparkplätzen umzuwidmen ist in meinen Augen fast schon kriminell oder kauft die Firma Stadtmobil die entsprechenden Parkplätze der Stadt ab?
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