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Karlsruhe OB-Wahl Karlsruhe: Die Ergebnisse der einzelnen Stadtteile im Überblick

Frank Mentrup bleibt weitere acht Jahre Oberbürgermeister von Karlsruhe. Bei der Wahl am Sonntag siegte er mit 52,55 Prozent der Stimmen haushoch über seine fünf Mitbewerber. Doch welcher Stadtteil hat wie gewählt? Wo hat Frank Mentrup die meiste Konkurrenz bekommen, wo die größte Unterstützung? Und wo gab es Überraschungen? Die Ergebnisse im Überblick.

Der Wahlausgang hätte deutlicher nicht sein können: Nach 170 Wahlkreisen und 95.261 ausgezählten Stimmen liegt Frank Mentrup (SPD und Grüne) weit voraus an der Spitze der Auszählungen. 50.064 Stimmen konnte der Amtsinhaber auf sich vereinen - und sich somit im ersten Wahlgang eine weitere achtjährige Amtszeit im Karlsruher Rathaus sichern.

Zum Vergleich: Sven Weigt (CDU und FDP), im Vorfeld als stärkster Konkurrent gehandelt, kommt nur auf 24.158 Stimmen - knapp die Hälfte. Petra Lorenz (Freie Wähler und Für Karlsruhe) bekommt 8.303 Stimmen.

Wahlsieger Frank Mentrup (r.) im Gespräch mit Mitbewerber und schärfstem Konkurrenten Sven Weigt. | Bild: Thomas Riedel

Den Überraschungserfolg des Abends kann sich am Sonntag allerdings Marc Nehlig sichern: Der parteilose Bewerber schafft es mit 6.065 Stimmen auf den vierten Platz. Hinter ihm rangieren mit 3.914 Stimmen Paul Schmidt (AfD) und Vanessa Schulz (Die Partei) mit 2.660 Stimmen.

Dieses Ergebnis spiegelt sich auch in nahezu allen Karlsruher Stadtteilen wieder: In 15 von 27 davon knackte Frank Mentrup die 50 Prozent-Marke, in allen rangiert er unangefochten an der Spitze. Nur in Grünwettersbach war der Sieg ein knapper, denn: Sven Weigt liegt mit 39,72 Prozent nur haarscharf hinter Frank Mentrup (40,66 Prozent).

Hier hat der Mentrup-Herausforderer auch gleichzeitig die meisten Stimmen gesammelt, danach kommen - ebenfalls "Karlsruher Bergdörfer" - Stupferich (38,87 Prozent) und Palmbach (36,68 Prozent). 

Frank Mentrups meiste Anhänger konzentrieren sich auf den Karlsruher Süden und Osten - mit der Südweststadt an der Spitze (61,1 Prozent), danach die Südstadt (60,39 Prozent) und der Oststadt (59,23 Prozent).

Auch für Petra Lorenz ist der dritte Rang fast in jedem Stadtteil sicher. Ihr bestes Ergebnis gelingt ihr - mit rund sechs Prozent Vorsprung - in der Waldstadt (16,37 Prozent). Danach folgen Hagsfeld (10,41 Prozent) und Rintheim mit 10,01 Prozent.

In Mühlburg und Daxlanden muss sie sich allerdings gegen den jüngsten Bewerber, Marc Nehlig, geschlagen geben.

Ebenfalls in Daxlanden und ebenso in Oberreut rangiert Paul Schmidt vor ihr. Letzterer konnte in Oberreut gleichzeitig die meisten Stimmen auf sich vereinen, nämlich 9,72 Prozent.

Die wenigsten Schmidt-Wähler wohnen dagegen laut der Wahlgrafiken in der Innenstadt-West: Hier brachte es der AfD-Kandidat nur auf 2,59 Prozent.

Für Marc Nehlig liegt der "schlechteste" Stadtteil ganz im Karlsruher Südosten: In Wolfartsweier kam er nur auf 4,18 Prozent. Besonders angetan scheint dagegen Mühlburg von ihm zu sein: Hier schaffte er es mit 8,39 Prozent auf sein bestes Ergebnis.

Mit Blick auf die Stadtteile ist das beste Wahlergebnis der Die Partei-Kandidatin Vanessa Schulz dagegen nicht ganz so überraschend: Als Bewohnerin der Südstadt kam sie hier mit 5,14 Prozent der Stimmen auch auf ihr bestes Ergebnis.

Nicht ganz so rund lief es für sie dagegen unter anderem in den Rand-Stadtteilen Palmbach, Grünwettersbach und Neureut. Mit 1,21 Prozent, 1,65 Prozent und 1,69 Prozent fuhr sie hier ihre schlechtesten Ergebnisse ein. 

Am fleißigsten haben die Bewohner von Hohenwettersbach gewählt: Hier lag die Anzahl der Wähler bei 1.345, wahlberechtigt waren 2.363 Menschen - das ergibt eine Wahlbeteiligung von 56,92 Prozent. Am wählfaulsten waren dagegen laut Wahlgrafiken mit 22,12 Prozent Wahlbeteiligung mit Abstand die Oberreuter: Hier haben nur 1.646 Bürger ihr Kreuzchen gemacht, gedurft hätten das aber 7.440.

Am deutlichsten hat sich der Ausgang der Wahl übrigens in der Südstadt abgezeichnet: Während Frank Mentrup hier sogar über 60 Prozent der Wählerstimmen für sich einnehmen konnte - eine Zahl, die ihm ansonsten nur noch in der Südweststadt gelang - schaffte es Konkurrent Sven Weigt nur auf 15,5 Prozent - sein gleichzeitig schlechtestes Ergebnis aus allen Karlsruher Stadtteilen.

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Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur OB-Wahl 2020 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den Oberbürgermeisterkandidaten. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 6. Dezember 2020. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe veröffentlicht. Im Vorfeld der Wahl waren alle Kandidaten für ein Video-Interview in unserer Redaktion zu Gast. Die Übersicht zu allen Kandidaten und den Videos findet ihr hier.
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  •   Nomue1970
    (23 Beiträge)

    08.12.2020 19:04 Uhr
    Wahlbeteiligung
    Sehr Schade das die Wahlbeteiligung so gering war. Ich bin überzeugt davon, das dies den entscheidenden Ausschlag für den Wahlausgang gegeben hat. Warum in einem demokratischen Land nur ca. 40% Wählen gehen, werde ich nicht verstehen. Jetzt haben wir "weiter so" die nächsten 8 Jahre. Schulden, Schulden, Schulden, weiteres "daher dümpeln" im Städtevergleich, keine Perspektive und Karlsruhe wird grundsätzlich unter Wert verkauft. Kein wirkliches Sicherheitskonzept, eine katastrophale Verkehrspolitik und, und, und...
    Na dann Herr Mentrup, auf ein Neues ....
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  •   Filou99
    (1231 Beiträge)

    08.12.2020 15:44 Uhr
    Ausgemeinden
    Kann Oberreut auch ausgemeindet werden?
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  •   kawai
    (230 Beiträge)

    08.12.2020 08:49 Uhr
    CDU Debakel
    Ich denke Mentrup hätte so oder so gewonnen, dafür hat er in den letzten 8 Jahren einfach zuvieles richtig und zuwenig falsch gemacht.

    Aber die CDU schien auch keine erkennbaren Ambitionen auf den OB-Posten zu haben. Extrem spät einen bis dato unbekannten Kandidaten präsentieren. Am Tag der Vorstellung nicht einmal die Kampagnen-Webseite online haben. Ein komplett inhaltsleeres Programm ohne konkrete Punkte -- wie soll das funktionieren?
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  •   Tyr
    (649 Beiträge)

    08.12.2020 08:53 Uhr
    glaubst du
    Wellenreuther wollte in Karlsruhe einen CDU-OB über sich stehen haben?
    Niemals. zwinkern
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  •   kawai
    (230 Beiträge)

    08.12.2020 08:54 Uhr
    Das...
    ... wäre in der Tat eine Erklärung! grinsen
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  •   357.Magnum
    (193 Beiträge)

    08.12.2020 08:08 Uhr
    CDU beim Wundenlecken
    steht heute in der BNN:
    "In der Verantwortung für dieses OB-Wahldesaster sehen einige CDU-Kreischef Ingo Wellenreuther der sich absehbar auch Diskussionen um seine Person gefallen lassen muss."
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  •   80er
    (5931 Beiträge)

    08.12.2020 19:28 Uhr
    Nur I. W?
    M. E. gehört der komplette Kreisvorstand vor die Tür gestellt. Es ist ja nicht so, dass I. W. alles alleine entscheidet. Seine Anhänger - oder soll ich sagen Mitläufer?- haben ja den Kurs jahrelang mitgetragen. Man erinnere sich an den schmutzigen "OB-Vorwahlkampf" 2012, als es darum ging, wer der bessere OB Kandidat 2012 ist. Alle die, die dieses schmutzige Spiel mitgemacht haben, sind heute im Vorstand und Ratsfraktion in Amt und Würden. Einschließlich einiger Vorsitzende der Ortsverbände. Die gehören alle weg. Sie sind alle schuld am Niedergang der CDU in Karlsruhe. Nur Posten im Kopf und ein vollkommen veraltetes Parteiprogramm.
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  •   kommentar4711
    (2876 Beiträge)

    09.12.2020 11:10 Uhr
    ANTWORT AUF "NUR I. W?"
    Nein, nicht nur. Das ist ganz sicher. Da gibt es sicher noch mehr Namen, über die diskutiert werden muss. Auch die Leistung der beiden CDU Bürgermeister ist in meinen Augen beispielsweise nichts, womit die CDU Werbung machen kann.
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  •   357.Magnum
    (193 Beiträge)

    09.12.2020 09:59 Uhr
    Richtig
    ich sehe das genauso wie sie
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  •   kommentar4711
    (2876 Beiträge)

    08.12.2020 11:46 Uhr
    ANTWORT AUF "CDU BEIM WUNDENLECKEN"
    Ich hoffe es sehr!
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