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Karlsruhe ka-news-Sonntagsfrage: Wer soll Karlsruhes neuer OB werden?

Von Wahlkampf kann (noch) keine Rede sein, dennoch hatte Staatssekretär Frank Mentrup (SPD) in den vergangenen Wochen auffällig viele Termine in Karlsruhe. Sein Kontrahent, Ingo Wellenreuther (CDU), dagegen ist derzeit vor allem wegen des Abstiegs des Karlsruher SC in den Schlagzeilen. Außerdem im Rennen um den Oberbürgermeisterposten in Karlsruhe: Jürgen Wenzel von den Freien Wählern (FW) und Friedemann Kalmbach von Gemeinsam für Karlsruhe (GfK). Wenn an diesem Sonntag Oberbürgermeisterwahlen wären: Wen würden Sie wählen?

Es war ein Kopf an Kopf-Rennen, am Ende lag aber Frank Mentrup vorn: Bei der nicht-repräsentativen ka-news-Sonntagsfrage im April erreichte der gemeinsame Kandidat von SPD und Grünen 36,23 Prozent - knapp einen Prozentpunkt mehr als Ingo Wellenreuther, der für die CDU ins Rennen geht und auf 35,25 Prozent kam. Das war allerdings, bevor der KSC in der Relegation gegen Regensburg seinen Abstieg in die dritte Liga besiegelte.

Wellenreuthers nach KSC-Abstieg bei Lesern umstritten

Wellenreuther selbst betonte im Interview mit ka-news zwar, hierbei gehe es nicht um seine Person - zumindest ein Teil der ka-news-Leser sieht das allerdings anders. Nutzer vonderVogelweide schreibt als Kommentar zu dem Interview, von jemand, der in Karlsruhe Oberbürgermeister werden wolle, erwarte er, dass er nach dem Abstieg Verantwortung übernehme: "Bleibt er im KSC-Amt, braucht IW [Ingo Wellenreuther] für die kommende OB-Wahl gar nicht mehr antreten." Nutzer Immo findet dagegen: "Als Präsident (Ehrenamt) muss er nicht 10 Stunden im Wildpark rumturnen, da kann man schon noch Bundestagsabgeordneter sein. Und falls er OB werden sollte tritt er sein Amt erst nächstes Jahr im März/April an, dann ist die nächste Saison ja schon fast vorbei."

Keinen Kommentar war den ka-news-Lesern dagegen der Auftritt von Frank Mentrup in der Europäischen Schule am vergangenen Montag wert. Der gemeinsame Kandidat von SPD und Grünen gab hier bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das, was die Karlsruher im Wahlkampf erwartet. In Karlsruhe dümpele noch vieles vor sich hin, erklärte der Staatssekretär den Schülern. Oft würden sich Interessengruppen gegenseitig blockieren und es sei Aufgabe von Politik und Verwaltung, hier Lösungen zu finden. "Kommunalpolitik nicht gegeneinander, sondern miteinander machen", so Mentrup schon ganz in Wahlkämpfermanier.

Ebenfalls schon auf Wahlkampf getrimmt sind die Freien Wähler und ihr Kandidat Jürgen Wenzel. Auf der FW-Homepage zählt schon seit geraumer Zeit ein Countdown die Tage bis zur OB-Wahl runter. Bei der ka-news-Sonntagsfrage im April hatte Wenzel zwar seinen dritten Platz hinter Mentrup und Wellenreuther behaupten können, war aber von 18,18 Prozent im März auf 12,60 Prozent abgestürzt.

Kalmbach: "David gegen Goliath"

Deutlich verloren hat auch Einzelstadtrat Friedemann Kalmbach (GfK): Nach 6,20 Prozent im März erreichte er im April nur noch 1,89 Prozent. Ob sein Einsatz bei der Dreck-Weg-Aktion in der Südstadt, wo Kalmbach mit neun Helfern zusammen Müll einsammelte, daran was ändert wird sich zeigen. Kalmbach selbst sieht der Wahl jedenfalls gelassen entgegen. Im ka-news-Interview vergleicht er sie mit dem Kampf David gegen Goliath: "Natürlich weiß ich, dass die Chance, gewählt zu werden, nicht groß ist - aber ich denke es lohnt sich, es zu versuchen."

Das Ergebnis der ka-news-Sonntagsfrage vom April gibt es hier. Mehr Informationen rund um die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe und die Kandidaten haben wir in unserem Dossier zur Wahl für Sie zusammengestellt.

Mehr zum Thema
Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur OB-Wahl 2020 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den Oberbürgermeisterkandidaten. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 6. Dezember 2020. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe veröffentlicht.
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  •   Dille
    (52 Beiträge)

    20.05.2012 11:02 Uhr
    FW?
    Die Freien Wähler scheinen mir zu Wertkonservativ und ohne klarer meinung zu sein. Einige Beispiele:
    "Familie als Keimzelle der Gesellschaft" - Klassische Familie, oder auch andere Lebensgemeinschaften(z.B. Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften)? Auch die aktivität in Kirchengemeinden und Vereinen lässt darauf schließen, dass die Christliche kirche höher bewertet sein könnte als andere Religionsgemeinden. Und in welchen Vereinen sind sie denn genau aktiv, es gibt hier nämlich ein paar von denen ich keine Leute wählen würde. Ich kann aber auch falsch liegen, die FW sollten sich dann aber klarer ausdrücken. Momentan sehen sie für mich so aus als wären sie eine CDUFDP mit Bürgerbeteiligung und somit unwählbar. Bürgerbeteiligung ist zwar gut(übrigens sollen nur diejenigen die einen Pass haben beteiligt werden, oder ALLE die hier leben?), aber ich möchte auch einen klaren Sozialpolitischen Kurs wählen und nicht die "Katze im Sack".
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  •   Schafrichter
    (415 Beiträge)

    20.05.2012 13:27 Uhr
    Dann müsste für dich die SPD auch unwählbar sein!
    Als vor einigen Wochen die Linken im Karlsruher Gemeinderat einen Antrag auf Festschreibung von bezahlbaren Wohnraum gestellt hatten. Wurde dieser Antrag von GRÜNEN und FREIEN WÄHLERN unterstützt! SPD war wie üblich auf dem "linken Auge" blind!
    Soviel zum Thema "Sozialpolitik" in Karlsruhe wohlgemerkt!
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  •   Dille
    (52 Beiträge)

    20.05.2012 19:44 Uhr
    Herr Schafrichter sie haben recht
    die SPD ist für mich auch unwählbar, zumal sie in Karlsruhe und eigentlich BW insgesamt alles andere als sozial und links ist. Diese Partei ist schon zu weit nach Rechts gedriftet. Nur was soll ich dann im 2. Wahlgang machen? Den CDUler zu wählen kommt für mich in keinem Fall in Frage. Dann doch lieber den von den GRÜNEN und SPD obwohl er für mich auch nicht der richtige Kandidat ist.
    Dass die GRÜNEN und FW den Antrag der LINKEN unterstützt haben ist sehr löblich, da haben die 2 Parteien bei mir gepunktet. Für den Antrag sollte aber vor allem DIE LINKE gelobt werden, da sie ihn ja gestellt haben. Und überhaupt fand ich die arbeit der LINKEN im Stadtrat gut. Sie haben mit am meisten Anfragen gestellt, beteiligen sich aktiv in der Stadt, veranstalten ständig Podiumsdiskussionen für die Karlsruher Bürger und haben die techn. Hochschule bei der Einführung der Zivilklausel unterstützt(die jetzt von der grün-roten Regierung durch ein KIT-Weiterentwicklungsgesetz wieder gekippt werden soll.
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  •   Dille
    (52 Beiträge)

    20.05.2012 19:47 Uhr
    Deshalb..
    interessiere ich mich in erster Linie für den Kandidaten den die LINKEN stellen werden(ich hoffe sie suchen sich einen guten aus) und erst danach kommen die anderen.
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  • unbekannt
    (7 Beiträge)

    20.05.2012 10:24 Uhr
    @Dille
    Stimme zu: Mensch vor Profit - dafür steht meines Erachtens Jürgen Wenzel - mit echten Anliegen und mit Ohr für die Bürger!
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  • unbekannt
    (7 Beiträge)

    20.05.2012 10:20 Uhr
    JW für KA
    Ob KSC, U-Strab oder zweite Rheinbrücke - immer nur punktuelle "Baustellen", an denen ihr die OB-Wahl festmacht. Für KA gehört mal ein Gesamtkonzept her, im Rahmen dessen der Sinn all dieser Maßnahmen diskutiert wird. Und das will in meinen Augen Jürgen Wenzel, und zwar MIT BÜRGERBETEILIGUNG!
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  •   Dille
    (52 Beiträge)

    20.05.2012 10:13 Uhr
    Keinen der genannten kandidaten!
    Ich wähle im 1. Wahlgang keinen der hier genannten Kandidaten! Meine Stimme wird der_die Kandidat_in der LINKEN bekommen. Im zweiten Wahlgang werde ich dann schauen, wenn die LINKEN nicht durchkommen(was wahrscheinlich ist) wird Frank Mentrup gewählt. Karlsruhe braucht eine Abkehr von diesem neoliberal-konservativen Kurs, der Politik nur für die Wohlhabenden macht. Die Stadt sollte anfangen in erster Linie an die sozial schwachen zu denken und nicht an die Kapitalbesitzer, die sich eh schon alles leisten können. Wir brauchen nämlich keine Stadien, Rheinbrücken oder Monsterprojekte wie die U-strab, sondern bezahlbaren Wohnraum für alle und Lebenshaltungskosten, die auch Geringverdiener und Arbeitslose stemmen können. Wenn das gemacht ist, kann man von dem Geld das übrigbleibt vielleicht auch über die Luxusprojekte nachdenken. Davor sollte es aber heißen: Mensch vor Profit!
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  • unbekannt
    (1820 Beiträge)

    20.05.2012 16:05 Uhr
    Genau Dille
    wir brauchen einen Sozialpolitischen Kurs....Das ist wohl die Loesung.http://www.focus.de/politik/deutschland/arbeitsmarkt-hartz-iv-anteil-der-dauerempfaenger-nimmt-zu_aid_755151.html
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  •   phiha1612
    (587 Beiträge)

    20.05.2012 11:01 Uhr
    so ein schwachsinn -
    welch schwanchsinn - wer links wählt kann auch gleich rechts wählen...

    so unnötig wie ein kropf
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  •   Dille
    (52 Beiträge)

    20.05.2012 19:52 Uhr
    Sachlich, sachlich.
    Da haben sie ja ein sehr sachliches Kommentar verfasst. Vor allem haben sie ja so viele Argumente gebracht und sich mit der kommunalpolitischen Arbeit der Partei auch sehr gut auseinandergesetzt(Ironie off).
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