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Karlsruhe Vor einem Jahr war OB-Wahl in Karlsruhe: Was machen die Ex-Kandidaten heute?

Genau ein Jahr ist es her, dass die Karlsruher ihr Kreuz für den zukünftigen Oberbürgermeister machten. Das Rennen um das höchste Amt der Stadt gewann Frank Mentrup am 2. Dezember mit knapp 55 Prozent der Wählerstimmen. Er ist nun seit rund neun Monaten im Amt. Doch was machen eigentlich die anderen Ex-OB-Kandidaten ein Jahr nach der Wahl? ka-news hat nachgefragt.

Nach der schmerzlichen Wahlniederlage bei der Oberbürgermeisterwahl 2012 und dem darauf folgendenRücktritt als Stadtrat, konnte CDU-Kandidat Ingo Wellenreuther einige Erfolge verzeichnen: Ende September verteidigte er bei der Bundestagswahl erfolgreich sein Direktmandat.

Am 12. Oktober sprach ihm auch der Karlsruher SC weiterhin das Vertrauen aus: Auf der Mitgliederversammlung wurde Wellenreuther für weitere drei Jahre im Amt des KSC-Präsidenten bestätigt. Der Vorsitzende der CDU Karlsruhe setzt sich derzeit in Berlin für die Karlsruher Interessen auf Bundesebene ein und ist thematisch weiter in der Innen- und Rechtspolitik tätig.

Kalmbach: "Frank Mentrup ist der Richtige"

Für Friedemann Kalmbach, der für die Wählervereinigung Gemeinsam für Karlsruhe (GfK) um den Stuhl des Oberbürgermeisters antrat, hat sich seine Kandidatur nach eigener Aussage gelohnt. Durch die Tätigkeiten als OB-Kandidat hat er nicht nur viele neue Kontakte knüpfen, sondern auch neue Aspekte der Stadt kennenlernen können.

Das sehr gute Miteinander mit den anderen Kandidaten und die gemeinsamen Erfahrungen aus dem Wahlkampf erleichterten heute seine Zusammenarbeit mit dem jetzigen Oberbürgermeister, so Kalmbach. Mit seinem Wahlergebnis (4,46 Prozent) hat sich der Karlsruher Stadtrat inzwischen versöhnt. "Rückblickend hat mit Frank Mentrup der Richtige die Wahl gewonnen", so der 60-Jährige, "auch wenn es natürlich ein paar Dinge gibt, die ich anders sehe."

Fostiropoulos: Schwung aus OB-Wahlen mitnehmen

"Im OB-Wahlkampf habe ich ein Umsteuern von Prestigeprojekten zu Investitionen für die Bürger gefordert, vom Wohnungsbau bis hin zu kostenlosen Kitas. Das gilt auch heute noch, leider, muss man sagen", sagt Ex-Kandidat Niko Fostiropoulos. Auch er setzt sich seit der Oberbürgermeisterwahl weiterhin als Stadtrat der Linken für die Bürger von Karlsruhe ein. Den Schwung aus den OB-Wahlen will Fostiropoulos zusammen mit seiner Partei gerne mit in die Gemeinderatswahlen im nächsten Jahr nehmen. Er erreichte bei der OB-Wahl 2012 einen Stimmenanteil von 2,36 Prozent

Die großen kommunalen Aufgaben der nächsten Jahre sind für den 55-Jährigen klar: "In Wörth gibt es kostenlose Kitas, in Karlsruhe steuern die großen Gemeinderatsfraktionen auf ein 120-Millionen-Fußballstadion zu. Wir wollen guten Profi-Fußball, aber einen, der sich aus sportlichen Erfolgen selbst finanziert. Investitionen in erschwingliche Mietwohnungen, in den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs über den Rhein, in eine lebenswerte Innenstadt für alle Schichten und Generationen."

Wenzel: Bekanntheitsgrad ist gestiegen

Ex-OB-Kandidat Jürgen Wenzel ist seit der OB-Wahl 2012 auch weiterhin als Stadtrat im Karlsruher Gemeinderat tätig. "Der Bekanntheitsgrad der parteiunabhängigen Freien Wähler und auch meiner Person ist durch den OB-Wahlkampf sehr gewachsen. Mit der Aufmerksamkeit hat gleichzeitig auch die politische Arbeit zugenommen." Durch diesen Zuspruch aus der "Mitte der Bevölkerung", wie Wenzel selbst sagt, gestärkt, will der Stadtrat mit seiner Partei zur Kommunalwahl 2014 antreten. Wenzel erreichte bei der Wahl zum Oberbürgermeister einen Stimmenanteil von 1,52 Prozent.

Seine politische Arbeit konzentriert sich - auch im Hinblick auf die anstehende Kommunalwahl - auf die Projekte und Auswirkungen Kombilösung, deren erklärter Gegner er ist. Wie beispielsweise auf die Veränderungen im Stadtbild: Durch Baumaßnahmen, wie der geplante Abluftkamin am Karlstor, verliere die Planstadt Karlsruhe zunehmend ihr Gesicht. Ein weiteres Anliegen ist Wenzel die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Hier möchten die Freien Wähler den Ausbau der Dachgeschosse vorantreiben. Für ältere Menschen fordern die Freien Wähler ein Konzept für Stadtteil- und Zukunftorientierte Wohn- und Pflegeeinrichtungen.

Um die parteilosen Kandidaten Sascha Toni Oehme aus Brettenund Michael Böhm alias "Herr Kruscht" ist es nach der Wahl still geworden. Der gelernte Stahl- und Bauschlosser Böhm betreibt weiterhin sein in der Südstadt gelegenes Unternehmen "alles Komplett" mit angeschlossenem Blechdosen-Museum. Oehme will nach eigenen Angaben auf seiner Homepage immer noch "die Welt verändern" und macht weiterhin "Sachen, die andere nie machen werden". Beide erreichten unter ein Prozent der Wählerstimmen.

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  •   melotronix
    (3220 Beiträge)

    02.12.2013 08:00 Uhr
    aktuell...
    Herr Mentrup steht nicht in kürze ein weiterer Punkt in Sachen Wildparkstadtion an..oder wurde dieser bereits wieder verschlafen?
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