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Karlsruhe OB-Wahl: Kapitän Wenzel will Karlsruhe auf Kurs bringen - mit den Bürgern

Nach Friedemann Kalmbach, Frank Mentrup und Ingo Wellenreuther hat nun der Freie Wähler Jürgen Wenzel sein Programm zur OB-Wahl am 2. Dezember vorgestellt. Als "Protestkandidat" verspricht der Karlsruher die Arbeit als Stadtoberhaupt besser zu machen als bisher - "ideologisch nicht festgelegt, parteilos und unabhängig". Unter Beteiligung der Bürger will er seine Visionen für Karlsruhe umsetzen. Das Programm dient zudem als Grundstock der Freien Wähler für die Kommunalwahlen 2014.

"Wenzel bietet Zukunft" steht auf dem Din A5 großen Wahlprogramm von Jürgen Wenzel, das er am Mittwochmorgen in Karlsruhe vorgestellt hat. Der Freie Wähler will "OB für Karlsruhe!" werden, er lächelt die Bürger auf seinem zehnseitigen Programm an. Er will sie mitnehmen und einbeziehen, wenn er nach der OB-Wahl am 2. Dezember neues Stadtoberhaupt werden würde.

Wenzels Visionen: grünes Karlsruhe und Bürgerbeteiligung

"Als Bürger für Bürger" will Wenzel im Frühjahr 2013 in das Karlsruher Rathaus einziehen und einiges durcheinanderwirbeln: "Ich will eine bürgerschaftliche Arbeitsteilung", so der Freie Wähler bei der Vorstellung seines Programms. "Die Bürger sollen sagen, was sie wollen und der Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung setzen es um." Dennoch müsse ein Oberbürgermeister seine eigenen Visionen haben, die er auf Sachebene mit "allen zusammen" erarbeitet und umsetzt - fern ab von parteipolitischen Interessen, wie Wenzel gerne betont. "Ich will das Stimmungsbild der Bürger aufnehmen."

Neben der Vision eines "grünen Karlsruhes", in der der Unternehmer den "Hardtwald in die Kriegstraße" holen will, spricht sich Wenzel für einen kostenlosen Bahn-Ringverkehr in der Innenstadt aus - "denn oberirdische Bahnen werden unvermeidbar sein". Auch in Sachen Kombilösung will der erklärte "U-Strab-Gegner" "korrektiv" eingreifen und die finanziellen Mittel umlegen. "Durch steigende Kosten und eine steigende Eigenbteiligung der Stadt Karlsruhe, fehlen viele Millionen Euro jährlich. Geld, das im Haushalt dann fehlt", ist sich Wenzel sicher. Geld, dass nach Meinung des OB-Kandidaten besser in den Ausbau der Kindertagesstätten investiert werden sollte. Denn dem gesetzlichen Anspruch auf einen Kita-Platz ab 2013 könne die Stadt Karlsruhe derzeit nicht erfüllen.

Wenzel: Multifunktionsarena zwischen SSC und Technologiepark?

Wenzels Visionen sollen durch sein Wahlprogramm weiter unterstrichen werden, das zusätzlich als "Grundstock für die Kommunalwahl 2014" dienen soll, verriet Lars Dragmanli, Vorsitzender der Freien Wähler am Mittwoch. In drei große Themenschwerpunkte ist das Programm unterteilt, so der Vorsitzende weiter. Unter den Überschriften "Mensch im Mittelpunkt", "Unsere Stadt" und "Unsere Umwelt" will die unabhängige Wählervereinigung keine "salbungsvollen Versprechungen" machen. "Ich werde die Bürger ernstnehmen", versprach Wenzel indes. "Denn wir sind Menschen der Basis und das Programm ist die Summe vieler Ideen und Anregungen der Bürger."

"Wir bieten durch unser Programm keine abstrakten Kategorien, sondern fragen den Menschen, wohin Karlsruhe soll", erklärte Dragmanli weiter. Karlsruhe sei ein Schiff mit einem Kapitän ohne Kurs. Wenzel will nun die Stadt auf Kurs bringen - zusammen mit den Bürgern. So würde der OB-Kandidat nach eigenen Aussagen auch nicht davor zurückscheuen, die Bürger erneut zur Kombilösung zu befragen. Er biete den Bürgern konkrete Vorschläge, zum Beispiel ob auf dem Areal zwischen dem Schwimm- und Sport Club Karlsruhe (SSC) und dem Technologiepark eine Multifunktionsarena gebaut werden sollte, in dem dann eventuell auch der Karlsruher SC seine Heimspiele austragen könnte.

Wenzel will "Garten der Religionen" zum 300. Stadtgeburtstag

Zudem spricht sich der Freie Wähler für eine Entlastung der Rheinbrücke "weit nördlich" von Karlsruhe aus. Die Wählervereinigung will eine echte Tangente und keine Straße, die "beliebte Stadtteile" durchtrenne, wie es die ursprüngliche Nordtangente nun tun würde. Auch den Themen bezahlbarer Wohnraum für alle Karlsruher Bürger, dem Ausbau der Dachgeschosse und Karlsruhe als Wirtschaftsstandort will sich Wenzel als Oberbürgermeister der Fächerstadt annehmen. "Wir müssen Strukturen schaffen, die mit der Umwelt vereinbar sind", so Wenzel. Dabei müsse Karlsruhe seine Selbstständigkeit erhalten. Mit Transparenz in den Entscheidungen will der Freie Wähler die Bürger einbinden und die Planungen und Fakten bei Großprojekten offenlegen.

So beispielweise auch beim 300. Stadtgeburtstag Karlsruhes. "Wollen wir so viel Geld für einen Pavillon beim Schloss ausgeben? Oder wollen wir die Feier eher in die Stadt verlegen?", fragt sich der Karlsruher Politiker. Als Signal für "300 Jahre Karlsruhe" würde Wenzel einen "Garten der Religionen" schaffen, der die historische Offenheit der Stadt zeigen solle. Ob Jürgen Wenzel seine "Visionen für Karlsruhe" auch tatsächlich umsetzen darf, entscheiden rund 220.000 wahlberechtigte Karlsruher Bürger am 2. Dezember bei der Oberbürgermeisterwahl.

Das komplette Wahlprogramm finden Interessierte seit Mittwochabend auf den Internetseiten der Freien Wähler Karlsruhe.

Alle Infos rund um die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur OB-Wahl 2012 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den Oberbürgermeisterkandidaten: Ingo Wellenreuther, Frank Mentrup, Jürgen Wenzel, Friedemann Kalmbach, Niko Fostiropoulos, Michael Böhm alias "Herr Kruscht" und Sascha Toni Oehme. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 2. Dezember 2012. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe veröffentlicht.
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  •   andip
    (9233 Beiträge)

    08.11.2012 15:40 Uhr
    Naja
    Mehr Bürgerbeteiligung hört sich zwar gut an.
    Aber jeder Bürger will etwas anderes bzw. setzt andere Präferenzen und will natürlich,dass auch seine Wünsche erfüllt werden.
    Das ist unmöglich,so was unter einen Hut zu bringen und hinterher werden dann wieder alle meckern,die zu kurz gekommen zu sein glauben.
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  •   Beiertheimer
    (959 Beiträge)

    08.11.2012 13:46 Uhr
    Info zu r Kombilösung
    Hallo Herr Wenzel,

    der Kombilösung liegt eine demokratische Entscheidung zu Grunde. Ihre Vision von obierirdischen Bahnen in der Kaiserstraße ist nicht gefragt. Das Ding wird jetzt so komplett durchgezogen wie abgestimmt.
    P.S. Bin auch U-Strab Gegner habe aber mit demokratischen Entscheidungen kein Problem.
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  •   dipfele
    (4968 Beiträge)

    08.11.2012 16:10 Uhr
    Antwort Beiertheimer
    es ist zu vergleichen, was 2002 dem Bürger vorgegaugelt wurde, und was abzusehen ist, was 2019 dann raus kommt. Wenn die Grundlagen nicht mehr stimmen, dannist alles hinfällig. Ausserdem müssen die bahnen oben bleiben, weil der Tunnel nicht fuktioniert.der Bürer wurde 2002 regelrecht hinters licht geführt.
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  • unbekannt
    (122 Beiträge)

    08.11.2012 10:45 Uhr
    Leider sagt er nicht
    was er unter mehr Bürgerbeteiligung versteht. Da wäre das Konzept doch mal interesant. Denn diese kann sowohl sehr gut sein wie auch einfach nur Müll. Da wären Details doch mal Interessant.
    Der Rest ist ziemlich viel träumerei und populistisches Gerede, was jedoch leider sehr wirklichkeitsfremd ist.
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  • unbekannt
    (172 Beiträge)

    08.11.2012 11:07 Uhr
    Unter der Homepage der Freien Wähler
    erfährt der interessierte Wähler näheres. www.buerger-fuer-karlsruhe.de.
    Reinblicken lohnt sich.
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  • unbekannt
    (172 Beiträge)

    08.11.2012 09:57 Uhr
    Das Programm stimmt
    Es ist an der Zeit, die Bürger unserer Stadt mit ins Boot zu holen. Die Ansicht Vieler, dass sich sowieso nichts ändert, egal wen sie wählen, kann durch Jürgen Wenzel widerlegt werden. Sein unternehmerisches Handeln und seine Unabhängigkeit von politischer Denkweise öffnen für Karlsruhe neue Wege. Nicht umsonst bekommen die Freien Wähler in Gemeinden und kleineren Städten mit Abstand die meisten Stimmen, auch wenn es so mancher hier nicht gerne wahrhaben möchte.
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  •   80er
    (5612 Beiträge)

    08.11.2012 13:37 Uhr
    Ach, hör....
    ....doch auf. Der will das System verändern, aber am Ende ändert das System ihn. Die PIRATEN-Partei macht zur Zeit den selben Erkenntnisprozess durch. Und der Wenzel wird auch ankommen.
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  • unbekannt
    (172 Beiträge)

    08.11.2012 20:02 Uhr
    Die Gefahr der Anpassung
    an ein System ist tatsächlich groß. Daher ist es nötig, sich sein Programm täglich auf den Schreibtisch zu legen. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir feststellen, dass Wunsch und Wirklichkeit immer auseinanderklaffen. Solange man sich aber an der Mehrheit bürgerlicher Meinung orientiert, dürfte es einfacher sein, sich eine objektive Meinung zu bewahren.
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  • unbekannt
    (371 Beiträge)

    08.11.2012 09:44 Uhr
    "Garten der Religionen" ?
    Was soll der Kack ?
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  •   Schafrichter
    (404 Beiträge)

    08.11.2012 09:04 Uhr
    Ich bin natürlich begeistert - meine Mutter selbstverständlich auch!
    Vor allem deshalb weil ich als Bürger aktiv an diesem Programm mitgestalten konnte! Ich bin dem Aufruf der Freien Wähler gefolgt und habe meine Anregungen und Ideen in dieses OB-Wahlprogramm eingebracht.
    Das ist gelebte Bürgerbeteiligung!
    Das ist gelebte Basisdemokratie!
    Dafür stehen die Freien Wähler!
    Und zwar seit 1956 - da gab es PIRATEN nur vor Malaysia - und nicht in jeder drittklassigen Talksendung!
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