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Karlsruhe Mentrup startet OB-Wahlkampf: "Günther Klotz ist mein Vorbild"

Der Weg ist das Ziel: Mit diesem Sprichwort ließe sich Frank Mentrups Motto für die Karlsruher Oberbürgermeisterwahl wohl auch zusammenfassen. Mentrup selbst formuliert es anders: "Zuhören. Verbinden. Gestalten." - so der offizielle Slogan des von SPD, Grünen und Karlsruher Liste (KAL) unterstützen OB-Kandidaten. Diesen präsentierte der 47-Jährige am Mittwochnachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz - und positionierte sich dort vor allem gegenüber dem CDU-Kandidaten Ingo Wellenreuther.

Fast wäre das Podium zu kurz gewesen. Von einem "breiten Bündnis" sprach OB-Kandidat Frank Mentrup gleich mehrfach - und breit präsentierte sich dieses Bündnis auch nebeneinander sitzend. Mehrere Tische mussten zusammengeschoben werden, damit die insgesamt acht Vertreter von SPD, Grünen und Karlsruher Liste neben dem gemeinsamen Kandidaten Platz hatten - und auch das nur gerade so eben. "Bei der OB-Wahl ziehen SPD, Grüne und KAL an einem Strang", war dann dazu passend die gemeinsame Presseerklärung zum Wahlkampfaftakt überschrieben, denn, so die Überschrift weiter: "Ein neuer Aufbruch für Karlsruhe - das geht nur mit Frank Mentrup!"

Keine fertigen Antworten, aber ein atmendes Programm

Der will diesen Aufbruch weniger mit fertigen Antworten, sondern mit dem Weg dorthin meistern. "Ein OB sollte nicht ein Programm haben, dass zu allen Themen eine Antwort gibt", so Mentrup, "ein Programm muss atmen." Es gehe es darum, den Menschen zuzuhören, unterschiedliche Ideen und Standpunkte miteinander zu verknüpfen und anschließend Lösungen zu gestalten - und zwar solche, die auch durchsetzbar sind.

"Eine zweite Rheinbrücke etwa ist in der Form, wie sie derzeit geplant ist, mit dem Gemeinderat gar nicht umzusetzen", so Mentrup. Dennoch könne er doch unmöglich für alle Zeiten sagen, dass keine zweite Brücke geplant und gebaut werden dürfe. Ähnlich sei es mit dem Wildparkstadion. Derzeit sei er für eine Renovierung am bisherigen Standort, "aber wenn morgen jemand sagt, ich zahle einen Neubau an einem anderen Standort, fange ich sofort an, ein Grundstück zu suchen."Auf eben diese Differenzierung, nicht für jedes Thema eine für immer gültige Antwort zu haben, müsse man sich mit ihm einlassen. Als Oberbürgermeister hier nur schwarz und weiß zu malen setze voraus, das man genau wisse, was in den kommenden acht Amtsjahren passiere.

Deutliche Worte fand Mentrup für die von seinem Konkurrenten Ingo Wellenreuther immer wieder hochgehaltene Heimatverbundenheit - freilich ohne diesen namentlich zu nennen. "Heimat als Geburtsort ist ein prähistorischer Begriff", so Mentrup. Der Geburtsort sei schließlich Zufall, die selbst gewählte Heimat hingegen eine bewusste und damit viel selbstbewusstere Entscheidung. Mehrfach sei er gefragt worden, ob er sich eine Kandidatur in anderen Städten vorstellen könne, doch erst bei Karlsruhe, wo er seit fünf Jahren lebe, sei ihm die Entscheidung für eine Kandidatur leicht gefallen. "Meine Kandidatur ist ein Bekenntnis zu dieser Stadt, die meine Heimat geworden ist", so Mentrup. Sein Vorbild sei der in Freiburg geborene frühere Karlsruher Oberbürgermeister Günther Klotz. "Einer der größten Oberbürgermeister", so Mentrup. 

Mentrup: "Ich bin niemandem etwas schuldig"

Dass er als einziger der derzeit fünf Kandidaten derzeit nicht im Karlsruher Gemeinderat sitze, sehe er eher als Vorteil: "Ich bin niemandem etwas schuldig, es gibt keine Wunden, die ich geschlagen habe", betonte Mentrup. Deutlich schärfer formulierte es der Fraktionsvorsitzende der Karlsruher Liste im Gemeinderat, Lüppo Cramer: "Ich will jemanden, wo ich weiß, dass er es ehrlich meint. Wo ich weiß, es werden keine Dinge in den Gemeinderat getragen, die vorher als Versprechungen gemacht wurden." Ein Oberbürgermeister, der vorher "schwere Schlachten"geschlagen habe, sei in seinen Augen eine große Gefahr. Sowohl Wellenreuther als auch Mentrup hätten bei der Karlsruher Liste angefragt, bei ersterem habe man aber keine Schnittmenge gesehen.

Für den gemeinsamen Wahlkampf wolle nun jeder seine jeweiligen Stärken einbringen, so die Vertreter von SPD, Grünen und KAL. Beim Grund, warum sie Mentrup unterstützen, sind sich allerdings alle einig: Der Wechsel müsse her - sowohl in der Person an der Verwaltungsspitze als auch beim Politikstil. 

Das vollständige Wahlprogramm von Frank Mentrup gibt es auf der seit Mittwochnachmittag freigeschalteten Wahlkampf-Homepage www.mentrup2012.de.

Weitere Informationen zur Oberbürgermeisterwahl haben wir hier in unserem Themen-Dossier zusammengefasst. In unserer Themenwoche zur Oberbürgermeisterwahl präsentieren wir außerdem seit Montag, 17. September, täglich ein wichtiges Wahlkampfthema und die Meinungen der fünf Kandidaten dazu.

Mehr zum Thema
Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur OB-Wahl 2020 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den Oberbürgermeisterkandidaten. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 6. Dezember 2020. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe veröffentlicht. Im Vorfeld der Wahl waren alle Kandidaten für ein Video-Interview in unserer Redaktion zu Gast. Die Übersicht zu allen Kandidaten und den Videos findet ihr hier.
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Kommentare (40)
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  •   holladiewaldfee
    (76 Beiträge)

    20.09.2012 14:36 Uhr
    Programm
    " "Ein OB sollte nicht ein Programm haben, dass zu allen Themen eine Antwort gibt", so Mentrup, "ein Programm muss atmen." Es gehe es darum, den Menschen zuzuhören, unterschiedliche Ideen und Standpunkte miteinander zu verknüpfen und anschließend Lösungen zu gestalten - und zwar solche, die auch durchsetzbar sind."
    heißt für mich übersetzt= ich hab kein Programm, ich will kein Programm und dann entscheide ich je nach dem wie der Wind weht sonst muss ich mich ja an meinen Aussagen festhalten lassen. Klasse!Typisch SPD in den letzten Jahren. Dass ist DER WECHSEL für KA! Ohne Programm wird alles besser. Hauptsache es atmet.
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  •   mhitzler
    (118 Beiträge)

    23.09.2012 10:58 Uhr
    Ahäm- Das ist ja schon ein bisschen sehr Wortverdrehung
    Der Herr Mentrup geht mit einem klaren umfassenden Programm ins Rennen, das seine Richtung gut beschreibt. Das kann man hier http://www.mentrup2012.de/
    nachlesen.
    Zum Vergleich ist leider aktuell die Seite des Herrn Wellenreuther nicht erreichbar. Aber dessen Stil hat sich ja bei der Schaumschlägerei um den Polizeiposten Südstadt gezeigt. Komisch vor allem, dass man von dem Herrn vor seiner Bewerbung nicht sehr viel zu Karlsruher Themen gehört hat .
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  •   haku
    (4172 Beiträge)

    20.09.2012 14:25 Uhr
    Warum die Aufregung um das Vorbild Klotz?
    Die wäre verständlich, wenn Klotz ein Vollversager gewesen wäre. Ansonsten ist es ganz normal, dass man sich Personen, die herausragendes geleistet haben, zum Vorbild nimmt. Lächerlich wäre erst, wenn jemand behaupten würde, er wäre so oder sogar besser als sein Vorbild. Wenn ein Kreisligakicker sagt, Schweini wäre sein Vorbild wirft ihm ja auch keiner Großkotzigkeit vor.
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  •   exsued
    (430 Beiträge)

    20.09.2012 13:20 Uhr
    Programm
    Keiner der Kandidaten hat ein Programm, es wird von jedem nur das Mainstreamfähnchen "ich höre Euch zu und beteilige Euch an allem" in den Wind gehalten.

    Wer von den fünfen sagt mal was konkretes VOR der Wahl?
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  •   mhitzler
    (118 Beiträge)

    23.09.2012 11:02 Uhr
    Nachlesen sollte man schon, bevor man jemanden mit inhaltsleer abwertet
    Nur als Beispiel:
    Herr Mentrup schreibt in seinem Programm:
    Zitat:
    Die lang anhaltenden Diskussionen zur 2. Rheinbrücke und Nordtangente werden uns auch in Zukunft begleiten. Die aktuelle Planung wird von mir abgelehnt. Ich will dafür sorgen, dass die Nordtangente aus dem Bundesverkehrswegeplan herausgenommen wird und damit auch keine potenzielle Bedrohung mehr für den Hardtwald und damit für den Naturschutz und für den Eingriff in die Lebensqualität der Karlsruher Bevölkerung darstellt. Bei der Positionierung zur 2. Rheinbrücke ist für mich das Votum des Karlsruher Gemeinderates bindend.
    Zitat Ende
    Findet sich hier:
    http://www.mentrup2012.de/de/programm.html
    Da mag man dazu stehen wie man will, aber das sind klare Aussagen (die ich zumindest unterstütze).
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  •   Joker1894
    (3060 Beiträge)

    20.09.2012 12:51 Uhr
    ...
    Also ich denke, er soll dableiben wo er ist. In S...wir brauchen keine Schwabenhandlanger als OB
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (29 Beiträge)

    23.09.2012 13:55 Uhr
    Haha
    "Schwabenhandlanger", was ein Schmarn
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  •   Joker1894
    (3060 Beiträge)

    20.09.2012 12:49 Uhr
    ...
    SPD und Grün :D Das sagt schon alles.

    Ich erinnere an den unrühmlichen Auftritt bei der letzten Wahl als die SPD sich GEGEN ein neues KSC Stadion ausgesprochen hat nur um dann eine Woche vor der Wahl in ganz Karlsruhe FLyer mit der Aufschrift "Karlsruhe braucht ein neues Stadion" zu verteilen. Seither sind die für mich gestorben. Man kann keinem nachsagen zu was er fähig ist wenn er es nicht versucht. Er hat den KSC übernommen als keiner ihn haben wollte und somit auch Verantwortung. Andere Präsidenten hätten in der Situation abgedankt.

    Aber viele sind ohnehin einfach nur neidisch, weil der IW Ziele hat und Ehrgeiz und andere halt ewig ihren Beruf ausüben ohne voranzukommen.
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  •   Joker1894
    (3060 Beiträge)

    20.09.2012 12:46 Uhr
    Dank eurer Ansichten
    kriegen wir nie ein neues Stadion. Und NEIN es gibt nix wichtigeres.
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  •   joka
    (9833 Beiträge)

    20.09.2012 12:38 Uhr
    Ich hab auch Vorbilder....
    Einstein, Kennedy, Gandhi... und kann keinem das Wasser reichen.

    Polemik @ its best, Herr M.!
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