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Karlsruhe JuLis zur OB-Wahl: Karlsruhe ist mehr als Fußball

Der OB-Wahlkampf ist bereits in vollem Gange, die ersten innerparteilichen Machtkämpfe scheinen vorerst beendet. Ob sie der Karlsruher CDU insgesamt geholfen hat, bezweifeln zumindest die Jungen Liberalen. Sie sehen den bisherigen OB-Wahlkampfauftakt in der Fächerstadt insgesamt skeptisch.

"Es ist ein großer Fehler, sich in Karlsruhe auf das Thema Fußballstadion zu konzentrieren. Auch sollten die OB-Kandidaten nicht vordergründig - fast schon krampfhaft - dieses einzelne Themenfeld zu besetzen versuchen", erklärt der Vorsitzende der Jungen Liberalen Karlsruhe, Robert Gänger, in einer Pressemitteilung.

"Karlsruhe hat schon Großprojekte"

Die Stadionfrage zum großen Wahlkampfthema zu machen gehe an vielen Bürgern vorbei. Weder interessierten sich alle Karlsruher für den Fußballsport, noch stimme die sportliche Leistung des Karlsruher Sport Clubs, der Hauptprofiteur eines neuen Stadions wäre, so Gänger weiter. Desweiteren habe Karlsruhe mit der Kombilösung bereits ein zentrales Großprojekt, das zunächst einmal möglichst zügig verwirklicht werden sollte, bevor weitere Großprojekte mit ungewissem finanziellen Rahmen überhaupt in Erwägung gezogen würden.

Vielmehr sollten sich die OB-Kandidaten nach Ansicht der JuLis auf "wirklich wichtige, für Karlsruhe relevante Themen" fokussieren. Solche Themen sind ihrer Auffassung nach "eine klare öffentliche Positionierung zur zweiten Rheinbrücke und betreffenden Anschlüssen, weitere Lösungsvorschläge und deren Umsetzung, wie die Verzögerungen bei der Umsetzung der Kombilösung besser kompensiert werden können, sowie Lösungsstrategien für die Knappheitsproblematik der Gewerbeflächen in Karlsruhe".

"OB-Kandidaten müssen klare Kante zeigen"

Dies seien erste Themen, die einen hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellenwert hätten, sind sich die Jungliberalen sicher. Im Hinblick auf Karlsruhe als Wissenschaftsstandort mit seinen zahlreichen Hochschuleinrichtungen sei insbesondere auch die Frage nach ausreichendem studentischen Wohnraum bei stetig weiter steigenden Studierendenzahlen zu stellen. Hier müsse unbedingt mehr Wohnraum geschaffen werden.

Mit der Standard-Aussage, dass Karlsruhe eine lebenswerte Stadt sei, können die JuLis wenig anfangen. "Zielvorstellung eines Oberbürgermeisters sollte sein, die Vision einer Weiterentwicklung unserer Stadt in sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht aufzeigen zu können und nicht nur den Ist-Zustand festzuhalten. Zu all diesen Themen müssen die OB-Kandidaten unbedingt klare Kante zeigen, damit der Bürger auch weiß, woran er ist", so Gänger abschließend.

Mehr zur Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe und den übrigen Kandidaten haben wir für Sie in unserem Dossier zur Wahl zusammengefasst.

Mehr zum Thema
Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur OB-Wahl 2020 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den Oberbürgermeisterkandidaten. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 6. Dezember 2020. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe veröffentlicht.
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  •   kuba
    (1048 Beiträge)

    21.03.2012 11:54 Uhr
    FDP - bürgerliche Partei
    Ich habe es satt, dass sich FDP und CDU als bürgerliche Parteien bezeichnen und damit die anderen auch Bürger ausgrenzen, Wenn sie wenigstens sich als spießbürgerlich bezeichnen würden, dann könnte ich das ja noch verstehen.

    Die Julis haben allerdings mit ihrer Aussage schon recht, die stadion frege geht vielen in Karlsruhe an einem gewissen Körperteil vorbei und daher sollte man dem KSC Lobbyisten nicht zum OB machen. Das wäre die absolute Fehlbesetzung, den KSC hat er ja, wie ersagt in schwieriger Zeit übernommen und dann weiter geführt, hin zum Chaos. Nach dem alten Motto: Letztes Jahr standen wir vor dem Abgrund und jetzt haben wir einen weiteren Schritt nach vorne gemacht.
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  • unbekannt
    (174 Beiträge)

    20.03.2012 14:23 Uhr
    Das eine Stadt
    mit 300.000 Einwohner nicht in der Lage ist ein neues Stadion für sagen wir mal 35.000 Zuschauer zu bauen, beweist doch nur das im Gemeinderat (vor allem bei der Baitinger-SPD) lauter provinzielle Möchtegern-Politiker sitzen.
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  • unbekannt
    (278 Beiträge)

    20.03.2012 17:40 Uhr
    ...
    Gell, Du magst die Frau Baitinger nicht wirklich? zwinkern
    Aber schau Dir mal die Verhältnisse im Karlsruher Gemeinderat an; selbst wenn SPD, GRÜNE und LINKE dagegen wären, könnte der Rest locker einen Stadion-Um- oder Neubau beschliessen. Also alles auf die Fraktionsvorsitzende der SPD zu schieben ist etwas zu einfach... Es sitzen leider noch zuviele andere Provinzköpfe in diesem Gremium; und der größte davon ist noch nichtmal Gemeinderat aber trotzdem stimmberechtigt zwinkern
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  •   Rahmdieb
    (717 Beiträge)

    20.03.2012 15:00 Uhr
    Provinzieller Gemeinderat oder Provinzieller Fußball?
    Na ja, dann sind wir in Karlsruhe aber im Vergleich zu Mannheim immer noch besser dran.
    325.000 Einwohner und ein Stadion mit 27.000 Plätzen, was sagt uns das jetzt über die Kompetenz des Mannheimer Gemeinderates?
    Oder noch besser, Wuppertal 349.000 Einwohner und ein Stadion mit 23.000 Plätzen.
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  • unbekannt
    (174 Beiträge)

    20.03.2012 16:17 Uhr
    an Tage, äh Rahmdieb
    das es noch zwei Städte mit einem provinziellen Gemeindrat gibt.
    Wahrscheinlich beide SPD regiert.
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  •   Rahmdieb
    (717 Beiträge)

    20.03.2012 16:54 Uhr
    Fast Richtig
    In Mannheim noch leichter Vorsprung von Rot/Rot/Grün, in Wuppertal gibt es eine schwarze Mehrheit.
    Aber mal davon abgesehen, für was benötigen wir in Karlsruhe ein neues Stadion? Mir als Karlsruher Bürger ist es wichtiger gute Infrastruktur in allen Stadtteilen zu haben und vor allem eine optimierte Kinderbetreuung ,vor allem für unter Dreijährige. Wenn hier endlich einmal alle Defizite aufgeholt sind, dann könne wir gerne über ein neues Stadion reden, sofern es in Karlsruhe einen Profifußballverein gibt, der entsprechend hochklassig spielt und sich vor allem auch wie ein solides Wirtschaftsunternehmen präsentiert.
    Solange lebe ich lieber in der "Provinz". Aber warten wir es einfach ab, für welche Themen und Zukunftspläne sich das Karlsruher Wahlvolk entscheiden wird. Vielleicht hilft ja eine Erstwohnsitzkampagne unter den auswärtigen KSC Fans zwinkern
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  •   Joker1894
    (3060 Beiträge)

    20.03.2012 12:42 Uhr
    ...
    Neues Stadion muss her egal wie! Mainz und Augsburg haben es auch geschafft. Augsburg könnte sogar in Liga 3 noch Stadionmiete zahlen also was bitteschön ist daran so schwer?
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  •   Mats
    (23 Beiträge)

    28.03.2012 12:10 Uhr
    es gibt auch andere Beispiele...
    ...beispielsweise sei dem geneigten Beobachter der Stadionbauszene ein Blick nach Aachen empfohlen: neues Stadion, halbleer, halb fertig, Verein auf dem Marsch in die Dritte Liga, zerstrittene Verantwortliche (Präsi, BüMei, Bauunternehmer), drohende Insolvenz. Na, kommt das bekannt vor?
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  •   80er
    (5754 Beiträge)

    20.03.2012 13:35 Uhr
    Die Frage....
    ....ist, wieviel öffentliches Geld steckt in den Stadien und sind die karlsruher bereit dieses Geld zu zahlen?
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  • unbekannt
    (278 Beiträge)

    20.03.2012 11:14 Uhr
    Hä?
    In was für einer Welt leben die JuLis eigentlich? Wo bitteschön wurde ein neues Stadion zum "Hauptthema" des OB-Wahlkampfes gemacht? Wellenreuther hat es als wichtigen Punkt in seiner Agenda erwähnt, das ist wahr. Frank Mentrup hat erklärt, da müsse es eine Lösung geben und Herr Wenzel hat Pläne, die er "zu gegebener Zeit" nennen will.
    Aber daß dieses Thema stärker herausgestellt wurde als z.B. die Rheinbrücke kann ich nicht erkennen.
    UNd natürlich ist das nicht das Hauptthema des Wahlkampfes aber EIN Thema sollte es schon sein.
    Im übrigen ist IMHO dieses "Stadion für den KSC" immer zu kurz gegriffen. Erstens baut man ein Stadion für die Bürger bzw. die Zuschauer und zweitens können in einem entsprechend modernisierten oder neuen Stadion deutlich mehr und andere Veranstaltungen stattfinden als nur 20 KSC-Spiele pro Jahr.
    Im übrigen würden die Nutzer ja auch eine entsprechende Miete bezahlen und auswärtige Zuschauer (egal ob Sport oder z.B. Musik) lassen auch Geld in der Stadt
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