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Karlsruhe Interview mit OB-Kandidat Kalmbach: "David gegen Goliath"

Neben Margret Mergen hat auch Friedemann Kalmbach angekündigt, in Karlsruhe als Oberbürgermeister kandidieren zu wollen. Im Interview spricht der Gemeinsam für Karlsruhe-Stadtrat über seine Motivation für den plötzlichen Vorstoß und erklärt, was seine Kandidatur mit einem Fußballspiel des Karlsruher SC gegen den 1. FC Bayern München zu tun hat.

Herr Kalmbach, warum kandidieren Sie als Oberbürgermeister für Karlsruhe?

Ich bin jetzt seit drei Jahren im Karlsruher Gemeinderat tätig. Die Arbeit hier macht mir viel Freude, und ich habe gemerkt, dass man recht schnell einen guten Überblick bekommt. Nun möchte ich mehr Verantwortung übernehmen. Es sind dabei keine persönlichen Ambitionen oder Karrieredenken, vielmehr möchte ich diese Stadt mitprägen und mitgestalten. Dass mit diesem Amt eine enorme Verantwortung und Umstellung verbunden ist, das ist mir bewusst.

Für die GfK sitzen Sie derzeit als Einzelstadtrat im Gemeinderat. Wie schätzen Sie denn Ihre Chancen ein, tatsächlich zum Oberbürgermeister gewählt zu werden?

Wenn der KSC gegen Bayern München antritt, kann es sein, dass er gewinnt. Das ist ein bisschen wie bei David gegen Goliath. Natürlich weiß ich, dass die Chance, gewählt zu werden, nicht groß ist – aber ich denke es lohnt sich, es zu versuchen.

Warum sollten die Karlsruher Bürger Sie denn zum Oberbürgermeister wählen?

Ich möchte in Karlsruhe eine Kultur des Miteinanders prägen und die Stadt noch familien- und noch kinderfreundlicher machen. Ich denke, das ist die Basis für alles weitere, auch für ein funktionierendes Gemeinwesen. Ich denke, dass ich hier ausgleichend wirken kann. Mir geht es darum, Spannungen aufzulösen. Zwischen Wirtschaft und Umwelt zum Beispiel – hier prallen doch derzeit noch Ideologien aufeinander. Oder im sozialen Bereich, etwa wenn es darum geht, die richtige Mischung aus Fördern und Fordern zu finden.

Sie wollen also ein Oberbürgermeister des Ausgleichs sein?

Genau. Mir geht es darum zu verbinden statt zu teilen, zusammenzuführen und Kompromisse zu finden.

Was sind denn die dringendsten Herausforderungen, denen Karlsruhe sich in den kommenden Jahren stellen muss?

Eine dringende Aufgabe wird auch in Zukunft sicher die Konsolidierung des kommunalen Haushalts sein. Damit verbunden sind große Themen wie das Staatstheater, wie es mit dem Wildparkstadion weitergeht und natürlich die Finanznot bei den kommunalen Schwimmbädern. Ich habe den Eindruck, dass hier zum Teil noch ein großes Durcheinander herrscht, in das ich gerne Ordnung bringen würde. Wir müssen ein Problem nach dem anderen anpacken und sollten nicht versuchen, alle Probleme gleichzeitig zu lösen. Außerdem gibt es noch alte Projekte, die einen vernünftigen Abschluss brauchen – etwa die Kombilösung. Die wird uns auch in den kommenden Jahren noch stark beschäftigen.

Angenommen Sie werden neuer Oberbürgermeister von Karlsruhe – was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Ich würde alle Bürgermeister und Amtsleiter zusammenrufen und versuchen, sie unabhängig von ihrer Funktion und ihren Aufgaben kennenzulernen. Ich bin der festen Überzeugung, dass man die besten Ergebnisse erzielt, wenn man zuerst die Menschen und ihre Bedürfnisse sieht.

Fragen: Felix Neubüser

Friedemann Kalmbach sitzt seit 2009 als einziger Stadtrat der Wählervereinigung Gemeinsam für Karlsruhe (GfK) im Karlsruher Gemeinderat. Kalmbach ist Lehrer und Leiter der christlichen Nehemia Initiative.

Friedemann Kalmbei bei ka-news Köpfe im Profil.

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Kommentare (15)
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  •   80er
    (5679 Beiträge)

    11.01.2012 18:29 Uhr
    Äh ja....
    ....klar: "Angenommen Sie werden neuer Oberbürgermeister von Karlsruhe – was wäre Ihre erste Amtshandlung?

    Ich würde alle Bürgermeister und Amtsleiter zusammenrufen und versuchen, sie unabhängig von ihrer Funktion und ihren Aufgaben kennenzulernen. Ich bin der festen Überzeugung, dass man die besten Ergebnisse erzielt, wenn man zuerst die Menschen und ihre Bedürfnisse sieht."

    Zum einen gehe ich davon aus, dass jeder neuer OB genau dies an seinem ersten Arbeitstag tun wird und zum anderen stelle ich mir die Frage, welche Bedürfnisse hat er denn gemeint? Die der Bürgermeister und der Amtsleiter?
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  •   urgestein
    (304 Beiträge)

    11.01.2012 17:25 Uhr
    .......meine
    ..........Stimme hat er! Ich sehe da nichts unwählbares.
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  • unbekannt
    (4000 Beiträge)

    11.01.2012 19:58 Uhr
    Meine Stimme hat er nicht,
    weil man mich nicht mehr mitwählen lässt.
    Mist aber auch! grinsen
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  • unbekannt
    (5089 Beiträge)

    12.01.2012 00:02 Uhr
    Ich-denke
    daß uns das ziemlich egal ist.
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  •   vonderVogelweide
    (2791 Beiträge)

    11.01.2012 17:08 Uhr
    ein interessanter Kandidat
    aber vermutlich ohne Chance
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  •   Waterman
    (6272 Beiträge)

    11.01.2012 12:33 Uhr
    Das ist Mitgliederwerbung
    auf raffinierte Art.

    Man bringt sich in die Öffentlichkeit und es gibt immer wieder "Suchende", die gerne beitreten oder noch besser gleich das Spendenkonto bedienen.
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  • unbekannt
    (5089 Beiträge)

    11.01.2012 23:57 Uhr
    Den Begriff SUCHENDE
    würde ich in auserwählterem Kreise benutzen.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    11.01.2012 11:06 Uhr
    Schön wärs
    wenn sich da mal ein Handwerker zur Wahl stellen würde. Einer der schaffen kann.
    Aber die können sich für so etwas halt nicht einfach freistellen lassen.
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  •   urgestein
    (304 Beiträge)

    11.01.2012 19:28 Uhr
    .......andere
    ..........(außerHandwerker) können nicht "schaffen"?
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    12.01.2012 01:08 Uhr
    Wer mit schaffen
    aufwächst kann erfolgreich ins Laberfach wechseln.

    Wer mit Labern aufwächst wird immer ein Laberer bleiben und nie ein Schaffer werden.

    Verstanden?
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