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Karlsruhe "Es geht um Karlsruhe": OB-Kandidaten sehen sich nicht als Kontrahenten

Auch Sonntage schützen die vier Kandidaten für den Oberbürgermeister-Sessel in Karlsruhe nicht vor Arbeit. Um sich der freikirchlichen Gemeinde des International Christian Fellowship (ICF) vorzustellen und ihre Visionen der Fächerstadt an den Bürger zu bringen, versammelten sich die Kandidaten am Sonntag nach dem Gottesdienst in der ICF-Kirche. "Wir wollen sie kennenlernen", begrüßte Pastor Steffen Beck die potentiellen Nachfolger von OB Heinz Fenrich.

Und so gab es für vier OB-Kandidaten jeweils vier Minuten, um sich und ihr Wahlprogramm den rund 110 Besuchern zu präsentieren. Eigentlich hatten die Veranstalter mit einem vollen Haus gerechnet - zirka 500 Menschen sollten kommen - aber durch eine 15-minütige Verspätung Ingo Wellenreuthers lichteten sich die Reihen der interessierten Christen doch erheblich. Der KSC-Präsident und OB-Kandidat aus Reihen der CDU weilte am sonntäglichen Morgen noch bei der Wahl zur Badnerin des Jahres.

Einigkeit unter Mitbewerbern: "Es geht um Karlsruhe"

Der Veranstaltung tat dies jedoch kein Abbruch. Merklich engagiert nahmen Friedemann Kalmbach (Gemeinsam für Karlsruhe), Jürgen Wenzel (Freie Wähler), Frank Mentrup (SPD) und Ingo Wellenreuther (CDU) Platz auf dem Podest, motiviert eine gute Figur zu machen.

In einem waren sich die Kandidaten bei ihrer vierminütigen Selbstvorstellung auch schnell einig: Es geht nicht um Parteien, es geht um Karlsruhe. Es gehe um die Bürger und darum, Karlsruhe weiter zu entwickeln und voranzubringen, so die vier Männer. Für Frank Mentrup ist es wichtig, dass die Stadt ihr Profil schärft. "Welches Hauptprofil wollen wir in Karlsruhe haben? Wollen wir eine grüne Stadt sein? Wollen wir die Forschung in den Mittelpunkt setzen?" Nicht zu verkennen sei hierbei die Wichtigkeit der Bürgerbeteiligung. 

Mitbewerber - keine Kontrahenten

Bürgerbeteiligung steht auch bei Jürgen Wenzel von den Freien Wählern im Mittelpunkt. Deshalb sollen die Karlsruher sein Grundprogramm zur Wahl im Dezember mitgestalten: "Die Bürger haben die Möglichkeit mitzugestalten", sagte er in der Kirche des ICF. Ebenso steht es um Wellenreuthers Wahlprogramm: "Es gibt bisher noch keines. Deshalb gehe ich jetzt schon auf Stadtteiltour, damit die Bürger mitentscheiden können." Kalmbach warb für ein neues Miteinander: "Dann gewinnt Karlsruhe!"

Wie ein Miteinander auf dem Podium kam es den Besuchern wohl auch vor. Denn von Wahlkampf im klassischen Sinne konnte während der knapp 60 Minuten nicht die Rede sein. Kalmbach sprach von geschätzten Kollegen, die er alle sehr mag. Wellenreuther, der sich außerdem für schnell Umsetzung der Kinderbetreuung einsetzte, ergänzte: "Ich will keine Parteienschlacht. Für mich sind hier oben alles Mitbewerber, keine Kontrahenten."

Kalmbach und Mentrup: "Wildparkstadion sanieren!"

Unterbrochen wurde die Wahlkampf-Idylle nur beim Thema Wildparkstadion: "Wir müssen die Diskussion endlich wieder vom Kopf auf die Füße stellen", sagte KSC-Präsident Wellenreuther. "Wenn wir Profifußball in Karlsruhe wollen, dann müssen wir eine entsprechende Spielstätte bauen." Die einzige Möglichkeit sieht Wellenreuther hier an der Autobahn. Mentrup und Kalmbach widersprachen dem KSC-Präsidenten.

"Aktuell sehe ich eine Sanierung des Wildparkes als sinnvoller an", sagte der SPD-Mann. Von einer "guten und günstigeren Lösung" am Standort Wildpark sprach indes Kalmbach. "Wir müssen Geld für die Gemeinde ausgeben, nicht für gewisse Eliten." Er erteilte somit auch dem Neubau des Staatstheaters eine Absage. Viel lieber sehe er das Geld in neue Bürgerzentren investiert. Damit der Wille der Bürger auch umgesetzt werden kann, würde Wenzel gerne mehr Karlsruher in den entsprechenden Planungsgruppen der Stadt sehen.

Kalmbach wünschte sich abschließend für Karlsruhe ein "gutes Miteinander", Wenzel will gerne die Lösungen für Karlsruhe gemeinsam finden. Denn wenn in Karlsruhe ein breites Bündnis für den OB gefunden werde, stünde "einer guten Zeit nichts im Wege", ist Mentrup für Karlsruhes Zukunft überzeugt. Dann können sich "in Karlsruhe alle sauwohl fühlen", beschloss Wellenreuther die Podiumsdiskussion am Sonntagmittag.

Mehr zum Thema
Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur OB-Wahl 2020 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den Oberbürgermeisterkandidaten. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 6. Dezember 2020. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe veröffentlicht. Im Vorfeld der Wahl waren alle Kandidaten für ein Video-Interview in unserer Redaktion zu Gast. Die Übersicht zu allen Kandidaten und den Videos findet ihr hier.
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Kommentare (11)
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  •   kuba
    (1048 Beiträge)

    10.07.2012 15:10 Uhr
    Spassvögel?
    Das ist doch nicht zu fasssen. Als gäbe es nicht wichtegeres, als diese drittklassigen Mannschaft und dem drittklassigen Verein ein neues Stadion hinzustellen. Ich finde das wir das Geld, dass die stadt einnimmt bsser für neue Kindertagesstätten und Horte aufwenden sollen und auch die Ustrab wird noch Geld brauchen, damit sie möglichst bald fertig wird.Auch unsere Schule haben, wie man liest, einen großen Investitionsstau. Also, was solls. Das Wildparkstation ist momentan gut genug für diese Kicker und diesen Präsidenten.
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  •   abakus
    (1066 Beiträge)

    09.07.2012 19:32 Uhr
    Stadt soll stadion zahlen
    Da sind mal schnell 80 mios weg, so viel kann das laut wellenreuter in der diskussion kosten, die die stadt zahlen soll. 1. warum? 2. wofür? nen dritt-liga-verein, dauerpleite und ohne chancen das je zu verdienen? politiker-denkmäler haben wir sch genug!!!
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (264 Beiträge)

    09.07.2012 17:16 Uhr
    An Herrn Mentrup
    das Wildparkstadion zu sanieren ist völlig unsinnig. Wenn überhaupt, dann kann man m.E. darüber streiten, ob ein Neubau auf dem jetzigen Gelände oder an der Autobahn sinnvoller, schneller und kostengünstiger ist.
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    unbekannt
    (3017 Beiträge)

    09.07.2012 18:11 Uhr
    Wenn der dauerklamme
    KSC nicht mal die Stadionmiete für die Dixiekloarena stemmen kann, wie soll das dann bei einem Neubau gehen? Zudem: der KSC dümpelt in Liga 3 herum und es wird sich erst noch weisen müssen, ob der Fahrstuhl jemals nochmals nach oben geht..time will tell
    Somit sind Theater & Stadion durchaus vergleichbar - Nutzwert ist nur für eine Minderheit der Bevölkerung gegeben . Wenn man sich den Luxus noch leisten kann ja - wenn ich mir aber die aktuelle Finanzlage inkl. der jährlichen Neuverschuldung anschaue, dann wäre man deutlich besser beraten, sich den Krempel vom Hals zu schaffen.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (264 Beiträge)

    09.07.2012 17:13 Uhr
    Kalmbach
    was hat der denn für Ansichten? Das ist ja ein totaler Tieffflieger. Kein Theater, kein Stadion und nur noch Bürgerzentren. Das ist ja der totale Schwachsinn!!! Sollen wir auch das Schloss abreißen und stattdessen eine Begegnungsstätte bauen?
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (2476 Beiträge)

    09.07.2012 16:45 Uhr
    und wer ist jetzt eigentlich Badnerin des Jahres geworden?
    Diese wichtige Information fehlt natürlich im Bericht!
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  •   Schafrichter
    (420 Beiträge)

    09.07.2012 20:38 Uhr
    Wenzel
    Annette Borchardt-Wenzel - vielleicht die Frau von OB-Kandidat Wenzel? zwinkern
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    unbekannt
    (5411 Beiträge)

    09.07.2012 16:21 Uhr
    Calmbach: Eliten? Was soll das?
    die Fussballer momentan nicht, aber sollten Wiederaufstieg und in Zukunft 1.BL anstehen benötigt KA ein neues Stadion ohne Wenn und Aber !
    Keine teure Flickschusterei, sondern ein Neues an der Autobahn:
    Vorteile: Erstens nicht extrem teurer, als ein augepäppelter Wildpark (wäre allerdings typisch understatement für KA.
    Keine grossen Verkehrsströme durch die City, da An- und Abfart quasi
    wegfallen, ein Segen für die City und deren Menschen.
    Das tut man dann für die Gemeinden und davon den Zuschauern Herr Calmbach.
    Desweiteren kommt KA dann in den Genuss auch Länderspiele zugesprochen zu bekommen.
    An der BAB ist die Wirkung auch unter der Zeit gross, ein grosser Namensgeber (z.B. Cronimed-Arena) bringt ebenfalls viel Geld für den Verein in die Kassen.
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    unbekannt
    (2476 Beiträge)

    09.07.2012 16:36 Uhr
    verzähl' das nicht hier, sondern sag' das dem KSC-Präsident,
    der ist seit 2010 im Amt und hat diesbezüglich NULL unternommen!
    Unter Raase hätten die Elitler jetzt wenigstens einen umgebauten Wildpark!

    und wahrscheinlich noch eine Mannschaft in der ZWEITEN Liga!
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    unbekannt
    (5411 Beiträge)

    09.07.2012 17:13 Uhr
    ok.
    so hätte ich die Alternative auch schreiben können, da gebe ich Ihnen auch Recht.
    Warten wir es einfach ab, das ganze Politiker-Xpx macht eh was es will und hauptsache: kassieren, kassieren und kassieren!
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