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Karlsruhe CDU-Nominierung: Wird Wellenreuther am Freitag wieder Bundestagskandidat?

Auf dem Papier sieht alles ganz harmlos aus: "Vorschlag, Vorstellung und Wahl des/der Bewerbers/in für den Bundestagswahlkreis 271 Karlsruhe-Stadt" heißt es auf der Einladung unter Tagesordnungspunkt II-8 nüchtern - dennoch könnte es bei der Nominierungsveranstaltung der CDU am Freitagabend im Stephanssaal heiß hergehen.

Es brodelt in der Karlsruher CDU. Die Frage ist allerdings, wie sehr. Je nachdem, wen man in der Partei fragt, sind es entweder nur ein paar vereinzelte Blasen am Rand, die sich einsam ihren Weg an die Oberfläche suchen - oder es ist ein echtes Kochen, das sich vom Boden aus, quasi von der Basis her, durch den ganzen Topf hindurch nach oben zieht. Oben, das ist in dem Fall der CDU-Kreisvorsitzende Ingo Wellenreuther, der sich am Freitagabend erneut zum Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Karlsruhe wählen lassen möchte, den hatte er für die Partei schon in den Jahren 2005 und 2009 erobert.

Wellenreuther: "Nicht jede Meinungsverschiedenheit in die Öffentlichkeit tragen"

Nach seiner Niederlage bei der Oberbürgermeisterwahl im Dezember bekommt Wellenreuther hier nun allerdings Gegenwind aus der eigenen Partei. Schon im Dezember hatten gut 40 Mitglieder einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie sich gegen die Art der Aufarbeitung der Wahlniederlage aussprechen und eine Verschiebung der Nominierung fordern. Inzwischen ist die Zahl der Unterzeichner nach Angaben der Wellenreuther-Kritiker auf etwa 100 angewachsen. Mindestens zwei CDUler wandten sich zudem mit eigenen Briefen an Wellenreuther.

Der forderte indes in mehreren Rundschreiben die rund 1.900 Mitglieder der Karlsruher CDU zur Geschlossenheit auf und kündigte an, im Februar mehrere Foren zu veranstalten, die jedem Mitglied offen stünden. Eine Facharbeitsgruppe werde die Ergebnisse dieser Foren anschließend in einem Thesenpapier zusammenfassen. Danach hätten dann die Ortsverbände, Vereinigungen, Arbeitskreise und Ausschüsse die Gelegenheit, Änderungen oder Ergänzungen einzubringen. Münden soll der Prozess in einem kommunalpolitischen Kreisparteitag, bei dem das Thesenpapier diskutiert und verabschiedet werden soll. Die CDU könne nur erfolgreich sein, wenn "nicht jede Meinungsverschiedenheit in die Öffentlichkeit getragen wird", so Wellenreuthers Appell an die Kritiker.

Tritt ein Gegenkandidat gegen Wellenreuther an?

Die halten dagegen, dass sie keine andere Möglichkeit hätten, sich Gehör zu verschaffen, als an die Öffentlichkeit zu gehen - bei den angekündigten Foren im Februar sei die Nominierung schließlich schon lange gelaufen. Als Positivbeispiel für den Umgang mit einer Wahlniederlage führen sie dagegen David McAllister in Niedersachsen an. "Er tritt nicht den Fraktionsvorsitz an und will eine glasklare Analyse der Niederlage erarbeiten lassen. So macht man das!", so ein Sprecher der Wellenreuther-Kritiker gegenüber ka-news. "So erwarten das auch die Wähler und Wählerinnen! Ein 'weiter so' führt in die Sackgasse.“ Nicht nachvollziehen können das die Wellenreuther-Unterstützer, schließlich hätten bei der Nominierung die Mitglieder selbst die Wahl, wen sie in den Bundestagswahlkampf schicken wollen.

Ob hier außer Wellenreuther noch jemand antreten wird, ist derzeit noch nicht klar. Zwar hätte man für die Bundestagskandidatur durchaus geeignete Neubesetzungen im Auge, heißt es aus dem Kreis der Kritiker. Ob man diese aber tatsächlich ins Rennen schicken wird, sei aber noch offen und abhängig vom Verlauf der Nominierungsveranstaltung am Freitag, bei der im Rahmen einer "Personalbefragung" zunächst manches diskutiert werden müsse.

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  •   Xapoklakk
    (648 Beiträge)

    25.01.2013 17:30 Uhr
    Wellenreuther muss wieder Bundestagskandidat werden,
    nur so ist ein schlechtes Wahlergebnis für die CDU gesichert. Und das wollen wir doch alle.
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  • unbekannt
    (14337 Beiträge)

    25.01.2013 17:19 Uhr
    Mensch backagain,
    lass mal die Apostrophen in der Titelzeile weg! Das nervt!!!
    Wenn man hier schreibt, sollte man auch Antworten auf seine Kommentare aushalten können.
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  •   wolkenschauer
    (1355 Beiträge)

    25.01.2013 14:50 Uhr
    Mal 'von unten', von 'der Strasse' an den Herrn von und zu Durchlaucht ! ;-)
    Sie können hier noch den ganzen Nachmittag (wahlweise Abend / Nacht) Ihren hochgradig diskussionsfördernden, hochintelligenten, argumentationsreichen, Sermon ablassen, Tipp: Es wird nicht besser und eher noch finsterer werden.... grinsen So der Kaffee ruft ! grinsen
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  •   alpinium
    (5597 Beiträge)

    25.01.2013 14:29 Uhr
    @backagain
    Wenn Sie wenigstens niveauvoll "austeilen" würden mit Argumenten, es sind in Ihren Beiträgen gelegentlich sogar welche zu finden, aber immer gepaart mit despektierlichen Äußerungen. Kleine Auswahl Ihrer Äußerungen gefällig: "gehen sie nochmal in die 4 klasse", "möchtegern oberschlauen", "lächerlicher lappen", "dummpfbacken'"

    Schade, wirklich schade...
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  • unbekannt
    (1324 Beiträge)

    25.01.2013 14:32 Uhr
    jajaja'
    ich reagiere, so wie man mir schreibt, so bekommt man es zurück!
    wenn man meine aussagen mit gewalt in verbindung bringt (absoluter schwachsinn) dann schreibe ich mit dieser person eben genau so!
    von ihnen lese ich auch keine argumente, sie teilen liebend gerne aus aber einstecken können sie nicht. dann wird rumgeheult und dem gegenüber wieder der schwarze peter zugeschoben. sie machen es sich zu einfach...
    so wir man mir schreibt, so antworte ich...
    und was ich gar nciht leiden kann, wenn man mir von oben herab antwortet! sie haben angefangen, auch wenn sie es nicht wahr haben möchten!
    gute nacht
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  •   wolkenschauer
    (1355 Beiträge)

    25.01.2013 14:24 Uhr
    Hinterzimmer-Gutsherren-Demokratur hat fertig !
    Gehts noch ein bisschen dümmlicher ? Ein wahres Demokratieverständnis eines Gutsherrenparteizöglings! Albernes Kastendenken, max. Mittelalter.
    Wir werden hier über alles diskutieren, auch wenn es solchen Parteiwarten wie Ihnen nicht passt. Kein Wunder, dass die CDU in den grösseren Städten nicht mehr mehrheitsfähig gewählt wird. Aber viel Spass weiterhin im hirschgeweihgeschmückten Hinterzimmer für JA-Sager! Die alte Schule, die alte Leier von Gut und Böse, Klappe halten ausserhalb eines selbsternannten elitären Strippenzieher-Zirkels, Meinungsverdummung über Burda, Springer-Konzern, Bauer-Verlag und eine hofberichterstattende Provinz-Monopol-Zeitung funktioniert eben nicht mehr so recht. Die Folgen dieser alten egomanischen Gutsh.-Zeit sind noch in den letzten durchgeboxten finanz.-desaströsen und sinnfreien Nichtsnutz-Prestige-Protz-Projekten wie S21, Berliner Flughafen, Elbphilharmonie, Fenrich-Baitinger-Röhre etc. spürbar und belasten momentan erheblichst Gegenwart und Zukunft.
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  •   wolkenschauer
    (1355 Beiträge)

    25.01.2013 14:34 Uhr
    ...
    Dieser Kommentar war selbstverständlich eine Antwort auf .... Ach, einfach zu viel Resonanz auf solch erbärmliches Dauerrückwärtsdenken von irgendwelchen Knappen am Hofe, Claqueren, Möchtegern-Meinungsbestimmern und graumanteligen 'Hausmeistern' mit geistigem Dauereinsatz von Laubbläsern ... grinsen

    Die Blumen werden wieder wachsen...
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  •   nugman
    (352 Beiträge)

    25.01.2013 14:45 Uhr
    Respekt!!
    Das musste jetzt wohl raus. Aber genau so ist es...volle Zustimmung.
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  • unbekannt
    (929 Beiträge)

    25.01.2013 14:19 Uhr
    @ backagain
    Das schöne an der CDU(/CSU) ist, dass die Partei in regelmäßigen Abständen an ihren Kandidaten und die Kandidaten an der Partei scheitern (Adenauer/Ludwig/Kiesinger/Kohl/ bald auch Merkel). In Karlsruhe war's gerade wieder mal soweit, in Niedersachsen haben wir's auch erlebt, und auch Alt-Genossin Merkel wird wohl das nächste Sylvester nicht als Frau BuKa erleben.

    So isses halt, wenn man keine klare Linie hat und nur zufriedene Menschen "politik-verwalten" kann.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    25.01.2013 15:58 Uhr
    Ein Helmut Kohl,
    der unser Land 16 Jahre regiert hat kann ja wohl kaum gescheitert sein.
    16 Jahre an der Spitze, das gibts normalerweise nur in Diktaturen.

    Und egal wer regiert, alle machen sie ihre Fehler, alle müssen sie öfters unpopuläre Entscheidungen treffen. Und daran werden sie natürlich nachher gemessen, gute Taten sind selbstverständlich, da redet später kein Mensch mehr davon.

    CDUler scheitern, SPDler scheitern, Grüne scheitern, selbst die Piraten kennen dieses Wort schon, bevor sie überhaupt irgendwo nennenswert angelangt sind.

    Die politische Einstellung ist wie die Liebe zu einem Fussballverein. Und das allgemeine Niveau der politischen Auseinandersetzungen verschiedener Lager ist eher ausnahmsweise höher als das im Stadion.
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