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Karlsruhe 100 Tage OB Frank Mentrup: KSC-Stadion, Kombilösung, Haushalt

Genau genommen sind erst 97 Tage vergangen, seit Frank Mentrup am 1. März sein Amt als Oberbürgermeister in Karlsruhe angetreten hat. Die Zeit ist aber trotzdem reif für eine Bilanz nach 100 Tagen. Am Donnerstag zieht der Neu-OB selbst ein erstes Fazit. ka-news schaut aber schon heute zurück - auf Nominierung, Wahlkampf und 100 - pardon, 97 - Tage im Amt.

Schon 16 Monate sind vergangen, seit für Frank Mentrup am 30. Januar 2012 zum ersten Mal die Wahlkampfglocken läuteten: Die Sozialdemokraten hatten mit dem Staatssekretär und Bürgermeister Martin Lenz zwei Bewerber für die Kandidatur als Karlsruher Oberbürgermeisterwahl.

Schlagabtausch im Boxring bei ka-news

Das Duell der beiden Sympathieträger sollte sich aber erst am 8. März entscheiden: Frank Mentrup machte das Rennen. Er wurde in den folgenden Monaten auch Kandidat von Grünen und Karlsruher Liste (KAL), außerdem wurde er von den Piraten unterstützt. Im Interview mit ka-news erklärte er im Juni 2012: "Wie ich Herrn Wellenreuther erlebe, wäre es gegen ihn leichter, einen polarisierenden Wahlkampf zu führen. Insofern wäre er für mich der einfachere Gegner als Margret Mergen." Darin sollte er Recht behalten.

Ganz offiziell wurde Mentrups Bewerbung um das höchste Amt der Stadt am 22. September: Punkt Mitternacht warf er seine Bewerbung in den Briefkastenschlitz am Rathaus. Nur einen Monat später schlug er sich wacker beim ka-news-Schlagabtausch. Bei der Podiumsdiskussion der anderen Art traf er in der Stadthalle auf seine Kontrahenten Niko Fostiropoulos, Friedemann Kalmbach, Ingo Wellenreuther und Jürgen Wenzel. Dort wählten ihn bereits die Zuschauer zum künftigen OB von Karlsruhe - Mitte November lag er auch in repräsentativen Umfragen vorne, außerdem in der ka-news-Sonntagsfrage. Nachdem er bereits die U-18-Wahl gewonnen hatte, war sein Sieg überraschenderweise sogar schon im ersten Wahlgang offiziell: Mit fast 20 Prozentpunkten Vorsprung gegenüber seinem Kontrahenten Ingo Wellenreuther wartete nun der Karlsruher Chefsessel auf den gebürtigen Mannheimer.

Faktencheck KSC-Stadion: OB Mentrup erstaunt über fehlenden Abschluss

Seit er am 1. März 2013 sein Amt angetreten hat, packt der neue OB ordentlich zu: Seit Ende April ist der östliche Abschnitt der Kaiserstraße für den Bahnverkehr gesperrt. So soll die teilweise bis zu 18-monatige Verzögerung beim Bau der Kombilösung aufgeholt werden. Auch in anderen Fragen der Kombilösung fackelte Mentrup nicht lange: Als die maßgeblich am Bau des Projekts beteiligte Firma Alpine wegen finanzieller Schwierigkeiten in Schlagzeilen geriet, bestellte er Führungskräfte zum Rapport ins Rathaus. Gemeinsam beriet man den Status Quo der Kombilösung und sprach über die weitere Entwicklung. Mentrups Fazit: "Wir brauchen keinen Plan B." Er sei davon überzeugt, dass Alpine der richtigen Partner an Karlsruhes Seite für das Bauprojekt sei.

Auch das heiß umkämpfte Thema Wildparkstadion hat Frank Mentrup innerhalb von nur drei Monaten angefasst. Der Schuh drückt allerdings schon lange: Die Stadion-Frage spaltet die Karlsruher bereits seit Jahren. Nachdem sie zwischenzeitlich auf Eis zu liegen schien, hatte Mentrup noch vor seiner Wahl angekündigt, das Thema wieder aufzugreifen. Im Mai hat er sich bei einem öffentlichen Faktencheck über die Sachlage rund um den Wildpark auf den aktuellen Stand der Dinge bringen lassen. Das Fazit des Stadtoberhaupts: "Ich bin überrascht, dass es damals zu keinem Abschluss kam."

Dem Doppelhaushalt 2013/14 musste sich Mentrup gleich nach Amtsantritt stellen. Die erste Gemeinderatssitzung unter seiner Regie war die zweitägige Marathondebatte über Karlsruhes Finanzen. Auch in seinem Arbeitsalltag kann sich der neue Oberbürgermeister nicht über Langeweile beschweren: Ob Kita-Besuch, Antrittsbesuche in der Region oder Flagge gegen Rechts - Karlsruhe hält den OB auf Trab.

Am morgigen Donnerstag, 6. Juni, blickt Frank Mentrup im Rahmen eines Pressegesprächs auf die ersten 100 Tage an der Spitze von Gemeinderat und Stadtverwaltung zurück. ka-news ist vor Ort und berichtet im Laufe des Tages von Mentrups 100-Tage-Resümee.

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  •   Waehler
    (200 Beiträge)

    05.06.2013 17:41 Uhr
    Note 2 vorläufig
    Packt viele liegen gebliebene Dinge an. Wenn er sich im Nachbarschaftsverband gegen die unwirtschaftlichen Windraeder in Wettersbach (und dem unnötigen Waldverbrauch) verweigert, gibt es eine 1,5. Wenn er dann noch die unsinnige Planung Bionassvergärung im Osten dieser Stadt stoppt (unnötigerLandschaftsverbrauch), gibt es eine 1. Bislang hat er alles richtig gemacht. Sollte aber bei seinen zugesagten Terminen pünktlich sein.
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  •   DenkerKA
    (25 Beiträge)

    05.06.2013 16:58 Uhr
    Mentrup ist Schirmherr des diesjährigen Christopher Street Days
    ... der am Samstag den 08.06. durch die Innenstadt ziehen wird.

    Dafür und für seine gute Kommunikation bekommt er von mir eine 2.
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  •   Fragensteller
    (730 Beiträge)

    05.06.2013 16:27 Uhr
    unabhängig
    von der partei, der bisherigen leistung und der qualifikation?
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  • unbekannt
    (2476 Beiträge)

    05.06.2013 16:40 Uhr
    unabhängig von der Partei auf jeden Fall, denn wie hat der Wellenschlager
    so schön gesagt?
    "OB-Wahl ist keine Parteien-, sondern ein Persönlichkeitswahl" (deswegen ist er ja abgeschifft)
    und daß die die nötige Qualifikation mitbringt weiß ja wohl jeder, der weiß was die schafft.....
    nur Fragensteller denkt halt jahrelange Verwaltungserfahrung in verschiedenen Positionen und Städten sei keine angemessene Qualifikation..... halte ich für dumm und eine dumme Frage, bitte Fragen an jemand anderes stellen, bin nicht die Auskunftsbüro für die Vorschule
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  • unbekannt
    (195 Beiträge)

    05.06.2013 16:15 Uhr
    Danke....
    Herr Mentrup!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ich bin froh, dass Sie der OB von KA wurden und die Hoffnungen, die ich in Sie gesetzt hatte sind bisher bestätigt worden. Weiter so.......
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  •   dipfele
    (5799 Beiträge)

    03.12.2013 17:15 Uhr
    weiter so...
    .... mit der Kombi und dem Fussballstadion. Das macht der Mentrup viel engagierter als sein Vorgänger und Bundesverdienstkreuzträger Fenrich. In diesen beiden Punkten sind nur die Köpfe ausgetauscht worden, nicht die Politik. Und die Grünen schweigen dazu.
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  • unbekannt
    (683 Beiträge)

    05.06.2013 12:12 Uhr
    Auch von mir kam die Note 2
    OB Mentrup geht gut voran. Ich hoffe sehr, dass Karlsruhe die jahrzehntelang praktizierte Dauerdiskutierfreudigkeit endlich ablegt.
    Es könnte nämlich noch viel mehr Potenzial abgeschöpft werden, wenn mehr gehandelt denn geredet würde. Die 2. Rheinbrücke wird genauso kommen wie das neue Stadion, aber erst einmal wird jahrzentelang diskutiert, immer wieder von vorne. Genau das ist bisher bei vielen Projekten so gewesen (der ehemalige Handballbundesligist TSV Rintheim kann da ein Lied davon singen).
    Meine Hoffnung, durch den neuen OB ist, dass nach einer Abschlußdiskusion zügig gehandelt wird. Wir sind zwar die 4. stärkste Wirtschaftsregion in Deutschland, aber darauf darf man sich nicht ausruhen. Vorwärts Herr Mentrup.
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  •   80er
    (5736 Beiträge)

    05.06.2013 11:42 Uhr
    Ich habe....
    ....ihm auch die Note 2 gegeben. Zum einen wegen dem U-Strab-Bau. da hat er gleich zu Beginn eine Entscheidung getroffen, die nicht jedem gefallen kann. Aber sie musste getroffen werden. Und zum anderen wegen der Demon gegen Rechts. Und alle die meinen, es gäbe einen Filz oder Klüngel in Karlsruhe, sollten mal überlegen: wenn es einen Karlsruher Filz geben würde, würde es kein einzelner Mann schaffen - auch kein OB - diesen Filz zu durchdringen. Die bisherige Tätigkeiten des OB zeigen aber, dass er wohl gegen keinen Filz zu kämpfen hat. Also gibt es auch keinen
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  •   alwa
    (118 Beiträge)

    05.06.2013 10:20 Uhr
    Ein starker OB!
    Ich bin sehr zufrieden: Frank Mentrup ist gleich voll durchgestartet und hat auch heiße Eisen angefasst, z.B. die Beschleunigung der Kombilösung! Weiter so.
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  •   dipfele
    (5799 Beiträge)

    03.12.2013 17:25 Uhr
    Beschleunigung...
    ... der Geldvernichtung !! Als weitblickender Mensch wäre es wichtig gewesen, erst mal Vorzudenken, ob wir die U Bahn wirklich brauchen.
    Einer Anfrage der Freien Wähler zufolge sind erst 30% vom 300 Mio Tunnelrohbau hergestellt, also 100 Mio. Das sind von den uns zu erwartenden 1000 Mio ganze 10% !! Zur Info : in Mühlburg kan ein Spielplatzklo lt. Leserbrief in der BNN nicht gereinigt werden, weil kein Geld da ist. Zukünftig müssen pro Jakr 15 Mio allein für die Reinigung, Beleuchtung etc. der Tunnelhaltestellen ausgegeben werden. Besser wie der BVK- Träger Fenrich machts der Mentrup in diesem Punkt und beim Fussballstadion auch nicht.
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