„Durch den neuen Betriebshof reduziert sich der Rangieraufwand erheblich“, freute sich Walter Casazza, Geschäftsführer der VBK. Denn die Vorsortierung der Bahnen erfolge computergesteuert. Das spare pro Tag 55 Leerfahrten, betonte Oberbürgermeister Heinz Fenrich. Die beiden neuen Hallen sind jeweils 200 Meter lang. Auf zwölf Gleisen können 48 Bahnen geparkt werden. Die ebenfalls vorgesehene dritte Halle wurde aus Kostengründen nicht gebaut. Casazza nutzte die Gelegenheit, beim anwesenden Innenminister des Landes Baden-Württemberg, Heribert Rech, um weitere Zuschüsse zu werben.

Casazza wies besonders auf den bei Planung und Bau beachteten Umweltgedanken hin. So befinden sich auf den Hallendächern Solarzellen, die Strom für die Stadtwerke produzieren. Auf einem Teil des Daches ist zudem eine Solarthermische Anlage installiert, die Brauchwasser für den Betrieb liefert. In die Gebäude des neuen Betriebshofs wird auch ein Kindergarten integriert. „Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter hier auch ihre Kinder familiengerecht unterbringen können“, erklärte der VBK-Chef.

"Dieses Geld ist gut angelegt"

Fenrich betonte, dass das neue Gebäude Funktion, hohe Zweckmäßigkeit und bauliche Schönheit in sich vereine. Karlsruhe sei hier etwas ganz besonderes gelungen. „Form und Funktion gehen hier wirklich eine harmonische Verbindung ein“, sagte Fenrich. Dabei sei die architektonische Schönheit nicht preisbestimmend gewesen. Der 36.000 Quadratmeter große Betriebshof kostete rund 50 Millionen Euro. Fast 30 Millionen kamen als Zuschüsse vom Land Baden-Württemberg.

Rech bezeichnete dieses Geld in seiner Rede als „gut angelegt“. Er verwies insbesondere auf die kurze Bauzeit von etwas mehr als zwei Jahren. Die Stärkung des Öffentlichen Personen Nahverkehrs gehöre ganz oben auf die Agenda seiner Regierung. Er betonte aber auch, dass die Straße der Verkehrsträger Nummer eins bleiben werde und deshalb auch finanzieller Förderung bedürfe.

Thomas Hoffmann, Vorsitzender des VBK-Betriebsrates, freute sich, dass die Investitionen in den neuen Betriebshof zur Sicherung der Arbeitsplätze bei den VBK beitrügen. An Innenminister Rech gewandt erklärte er, dass man bereits am Montag mit dem Bau der dritten Halle beginnen könnte.

Ökumenische Segnung des Gebäudes

Nach der Erläuterung der baulichen Besonderheiten des Gebäudes durch den Architekten Mathias Christoffel erfolgte die symbolische Schlüsselübergabe an VBK-Geschäftsführer Casazza. Christoffel lobte die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der VBK.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es eine ökumenische Segnung des Gebäudes durch Stadtdekan Hubert Streckert und Stadtdekan Otto Vogel. Dies sei ein „Tag der Freude“, erklärten die beiden Geistlichen. Gott möge den neuen Betriebshof segnen und vor Schaden bewahren.

Für das musikalische Programm sorgte der Polizeimusikkorps Karlsruhe. Zum Abschluss sang die ganze Halle das Badnerlied.

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