Wer kennt es nicht: Die Sonne scheint, die Temperatur steigt, mal eben kurz in den See springen und abkühlen. Oder sogar den ganzen Tag in der Sonne verbringen und dann eine Runde durch den See schwimmen. Was nach einem entspannten Sommertag klingt, kann für den Menschen recht schnell gefährlich werden. 

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"Auch Sportler bekommen beispielsweise mal einen Krampf im Fuß oder bekommen Kreislaufprobleme", stellt Luca Wernert vom DLRG Karlsruhe im Gespräch mit ka-news.de klar. 

Temperaturunterschiede, Kreislauf, Erschöpfung

Das Problem: Menschen unterschätzen häufig die Temperaturschwankungen des Sees oder den eigenen Gemütszustand. Wer dann noch stundenlang in der Sonne liegt oder Alkohol trinkt, wird während seiner Abkühlung eventuell mit Kreislaufproblemen kämpfen müssen.

Luca Wernert vom DLRG Karlsruhe
Luca Wernert vom DLRG Karlsruhe | Bild: DLRG Karlsruhe

"Dieses klassische 'einmal durch den See schwimmen' kann gefährlich werden. Wir haben wegen den Baggerarbeiten richtig tiefe Seen hier um Karlsruhe, da kann es in der Mitte des Sees richtig kalt werden. Neben dem kalten Wasser kommen vielleicht noch die Strömungs-Bewegungen hinzu. Oder die Person unterschätzt die Entfernung und die eigene Erschöpfung und geraten dann in Panik", so Wernert weiter.

Allerdings, so Wernert, rufen Ertrinkende nicht um Hilfe und rudern auch nicht mit den Armen. Stattdessen seien die Betroffenen daran zu erkennen, dass sie Schwierigkeiten damit haben, sich über Wasser zu halten und immer wieder untertauchen. Durch das Schlucken von Wasser kann die Person auch nicht schreien. "Das Ertrinken geschieht leise", so der DRLG -Sprecher.  Was also tun, wenn der Verdacht besteht?

Rettungsaktionen nicht alleine

"Nach eigenen Möglichkeiten immer Hilfe leisten. Den Notruf wählen und weitere Passanten darauf ansprechen", erläutert Werner im Gespräch mit ka-news.de. Zur "Hilfe leisten nach eigenen Möglichkeiten" zählt auch das Retten der Person durch eine eigene Rettungsaktion. Dies sollte jedoch nur durchgeführt werden, wenn man sich das auch wirklich zutraut - und auf keinen Fall alleine. 

Ein Mann springt in den Titisee. Jedes Jahr ertrinken in Deutschland Hunderte Menschen.
Ein Mann springt in den See. Jedes Jahr ertrinken in Deutschland Hunderte Menschen. | Bild: Patrick Seeger/Illustration

"Wer selbst tätig wird, sollte tunlichst einen weiteren Schwimmer mitnehmen und andere Personen darauf aufmerksam machen, dass man sich ebenfalls ins Wasser begibt", sagt Wernert. Sofern die Person bereits untergegangen ist, ist es hilfreich, sich den genauen Ort zu merken und diesen dem Notdienst mitzuteilen. Das kann später wertvolle Zeit retten. 

6 Tipps für einen sicheren Baggersee-Besuch

Damit man selbst gar nicht erst in eine solche Lage kommt, gibt es seitens der DLRG einige Tipps, an die sich Badegäste halten sollten. 

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  • Nicht weit rausschwimmen beziehungsweise stets am Ufer entlang
  • Nicht alleine schwimmen gehen
  • Langsam abkühlen, bevor man mit dem gesamten Körper ins Wasser geht
  • Keine Selbstüberschätzung
  • Verzicht auf Alkohol
  • Nichts Waghalsiges unternehmen. Kein Springen in unbekannte Gewässer, keine Apnoe-Übungen 

"Ertrinken kann jeden treffen, da ist jeder gefährdet. Egal in welchem Alter und körperlicher Fitness", warnt Wernert.